Abarth 850 / Abarth 1000

Abarth (Automarke)

Abarth ist ein italienischer Fahrzeughersteller sowie Automobiltuner und befindet sich seit 1971 im Eigentum der Fiat Group. Die Bezeichnung Abarth wird heute als Marke für besonders leistungsstarke Modelle der Fiat-PKW verwendet. Das Firmenlogo zeigt einen Skorpion als Anlehnung an das Sternzeichen des Firmengründers Carlo Abarth.

Abarth 850 tc & 1000

Geschichte

Das Unternehmen Abarth & Co wurde 1949 in Bologna von Carlo (eigentlich: Karl) Abarth, einem in Italien lebenden österreichischen Motorradrennfahrer und Unternehmer, und Armando Scagliarini gegründet. Der Firmensitz wurde bald nach Turin verlegt.

{module Google Ad Sense in Beitrag}

Beim Bau eigener Modelle spezialisierte man sich auf kleinvolumige Sportwagen. Bekannt wurde die Firma aber als Automobiltuner. In den 1950er und 1960er Jahren wurden Fahrzeuge von Fiat, Simca und Alfa Romeo renntauglich gemacht. Für den Rennstall Abarth fuhren Fahrer wie:

  • Johann Abt

  • Kurt Ahrens

  • Ernst Furtmayr

  • Hans Herrmann

  • Friedrich Bryzmann

  • Arturo Merzario

  • Jochen Neerpasch

  • Hans Ortner

  • Walter Röhrl

  • Franco Patria

1971 verkaufte Carlo Abarth das Unternehmen und die Namensrechte an den Fiat-Konzern. Die Motorsport-Abteilung übernahm dagegen Abarths ehemaliger Mitarbeiter Enzo Osella, der auf dieser Grundlage seinen Rennstall Osella Squadra Corse aufbaute[2]. Die Übernahme der Automobilsparte durch Fiat brachte einige Änderungen mit sich. Bis dahin hatten Abarths Autos auf Grund der enormen Bandbreite der Modellpalette jährlich bis zu 600 Renn- und Klassensiege eingefahren. Mit dem auch in Italien spürbaren Trend zu mehr Hubraum sank der Erfolg seines Geschäftsmodells. Hinzu kam, dass die Basisfahrzeuge für die getunten Modelle nicht mehr produziert wurden.

Heute wird die Bezeichnung Abarth von Fiat für die sportlichen Ableger der Modellreihen des Konzerns verwendet, die mit leistungsgesteigerten Motoren ausgestattet werden; man orientiert sich dabei an ähnlichen Verfahrensweisen anderer Automobilhersteller. Die Anfänge mit Ablegern der Fiatmodelle Cinquecento, Seicento, Punto, Bravo und Stilo waren jedoch nur als Ausstattungsline präsent. Die Modelle Ritmo, Tipo und Tempra wurden nur seitens des hochpreisigen Zubehörmarktes mit Abarthteilen bedient. Seit Ende 2007/Anfang 2008 sind die Modelle Fiat Grande Punto und der Fiat 500 (2007) als reine Abarth Ausführungen erhältlich. Der neue 500 leistet als Abarth 99 kW (135 PS) und als Abarth esseesse 118 kW (160 PS). Der Grande Punto wird als Abarth mit 114 kW (155 PS) und als Abarth esseesse mit 132 kW (180 PS) angeboten.

 

Modelle

Eigenkonstruktionen

Diese Gruppe umfasst Autos mit einem eigenständigen Erscheinungsbild. Abarth griff, falls möglich, auf Serienteile zurück.

  • Monomille GT

Dieses nicht mehr von Zagato entworfene Coupé war straßentauglich. Der Hubraum betrug 1.000 cm³. „Mono“ stand für eine Nockenwelle.

Straßenautos

  • Fiat Abarth 750 GT Zagato 1956

  • Fiat Abarth 1300 Scorpione[3], genannt Scorpione. Die selbsttragende Karosserie (auf der Bodengruppe des Fiat 850) stammte vom Lombardi Grand Prix, der Motor war aus dem Fiat 124, wurde von Abarth auf 55 kW (75 PS) gebracht und mit einer Kupplungsglocke versehen, die auf das Getriebe des 850ers passte. Die Karosserie bot zwei Personen Platz, hatte Klappscheinwerfer und einen Einzelwischer. Bei einem Leergewicht von 670 kg lag das Leistungsgewicht bei 8,9 kg/PS. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 185 km/h. Vorgestellt wurde das Modell in Paris 1968.

Rennwagen

  • Abarth-Simca 1300: Nur die Bodengruppe stammte vom Simca 1000, der Motor wurde von Ing. Luciano Fochi konstruiert. Die Stückzahl erreichte knapp die zur Homologation erforderlichen 50 Fahrzeuge. Daten: 1288 cm³, 94–102 kW (128–139 PS), Höchstgeschwindigkeit 230–250 km/h.

  • 207A Spider Boano 1955

  • 1000 P (1963)

  • Fiat Abarth 1300 Spider Tubolare 1963. Dieses Modell gab es auch mit 1.000 cm³ Hubraum. Die Namen Spider Sport 1000, Spider Sport Tubolare und Abarth 1000 Sport waren gebräuchlich. Von der Version mit 1.000 cm³ wurden vier Exemplare gebaut. Die 74 kW (100 PS) des Motors in Verbindung mit einem Gesamtgewicht von 420 kg reichten aus, bei engen, kurvenreichen Bergrennen Gesamtsiege gegen weitaus stärkere Konkurrenz zu erringen, so mit dem Schweizer Tommy Spychiger beim Bergpreis La Bolzano-Mendola 1963. Die Karosserie war offen und hatte eine flache Windschutzscheibe, die fast nahtlos in die noch niedrigeren Seitenscheiben überging. Die Gesamthöhe betrug 103 cm.

  • Abarth 2000, 1964

  • Fiat Abarth OT 2000 1966

  • 1300 OT (1967)

  • Abarth 2000 Sport Spider 1968

  • 1000 Spider (1969)

Das Spektrum der nicht nur modifizierten, sondern selbst hergestellten Fahrzeuge erscheint für die Größe der Firma und die kurze Firmengeschichte sehr breit. Kleine, leichte Modelle mit (auch für zeitgenössische Vorstellungen) wenig Hubraum waren bei Automobilrennen oft nicht nur in ihrer Klasse, sondern auch im Gesamtklassement erfolgreich.

Nach dem Verkauf der Marke Abarth an Fiat im Jahr 1971 wurde das Abarth-Rennteam von Vincenzo „Enzo“ Osella übernommen, der es unter dem Namen Osella Squadra Corse in Turin und später in Atella weiterführte und mit ihm sowohl bei Sportwagenrennen als auch im Formel-Sport bis hin zur Formel 1 (1980 bis 1990) antrat.

Fremdfabrikate

Diese Aufstellung umfasst die Modelle mit Karosserie von Großserienherstellern.

Simca

Die Firma Abarth tunte bzw. baute folgende Modelle auf Chassis der Firma Simca:

  • 1962–1966: Abarth-Simca 1300 mit 101 kW (138 PS) aus 1288 cm³

  • 1963–1964: Abarth-Simca 2000 GT Corsa mit 141 kW (192 PS) aus 1946 cm³

  • 1963–1965: Abarth-Simca 1150 (getunter Simca 1000) mit 40 kW (55 PS) aus 1138 cm³

Fiat

  • Fiat Nuova 500

  • Fiat-Abarth 595: 594 cm³ Hubraum, 20 kW (27 PS), Vmax 120 km/h, Preis 6050,- SFr (1969).

  • Fiat-Abarth 595 SS: 23 kW (32 PS), zwei verschiedene Übersetzungen, Preis 6336,- SFr.

  • Fiat-Abarth 695

  • Fiat-Abarth 695 SS: 690 cm³, 28 kW (38 PS), 140 km/h, Preis 7049,- SFr, homologiert in Gruppe 2

  • Fiat-Abarth 695 SS Corsa: 8769,- SFr, homologiert in der Gruppe 5

Das Gewicht der Modelle lag zwischen 470 und 484 kg. Allerdings standen diese Modelle etwas im Schatten von Steyr-Puch. Zur Marktorientierung: der Fiat 500 wog um 520 kg, hatte 13 kW (18 PS) und kostete 1969 um 3.500,- DM

  • Fiat 600 Fiat-Abarth 850 bzw. Fiat-Abarth 1000, beide als TC, der 1000er auch TCR

Dieses war, gemessen an den Stückzahlen, das erfolgreichste Modell, wobei der Preis von damals mindestens 19.000,- SFr eine Homologation in der Gruppe 1 verhinderte. Im Motorsport mit Tourenwagen der Gruppe 2 waren der 850er und der 1000er erdrückend überlegen. Die überwiegende Mehrzahl war nicht zum Verkehr zugelassen, sondern diente allein dem Rennbetrieb. Vielfach stammen die heute (2006) präsentierten Wagen nicht von Abarth selbst, sondern sind nachträglich modifizierte Fiats. Charakteristisch ist ab 1965 der vordere Wasserkühler.

 

  • Fiat-Abarth 850 TC Corsa

Dieses in der damaligen Gruppe 2 homologierte Modell wog 583 kg und hatte einen getunten 847-cm³-Motor im Heck, der aus der Baureihe Fiat 850 stammte. Wohlgemerkt, nur der Motor; die Karosserie entsprach der des Fiat 600 und hatte je nach Baujahr erst hinten, später vorn angeschlagene Türen. Bei einer Kompression von 12,5:1 betrug die Leistung 57 kW (78 PS). Weitere technische Daten: hängende Ventile (acht), seitliche, über Kette angetriebene Nockenwelle, Leichtmetall-Zylinderkopf, dreifach gelagerte Kurbelwelle, Zentrifugal-Ölfilter im Hauptstrom, ein Fallstrom-Doppelvergaser Weber 36 DCD 7, elektrische Bendix-Benzinpumpe, Fünfgang-Getriebe mit wählbaren Untersetzungsverhältnissen für Achsantrieb und die Gänge 2,3,4 und 5, Girling-Vierrad-Scheibenbremse, ø vorn 21,1 cm, hinten 22 cm, Benzintank 31 l, auf Wunsch 40, 50, 60 oder 70 l, Höchstgeschwindigkeit 180 km/h, Preis (1969): ab 19.510 SFr

Dem Basismotor merkt man an, dass Wirtschaftlichkeit das primäre Entwicklungsziel war, nicht die Leistung. Die letztlich erreichte Leistung ist erstaunlich und war für das leichte Auto die Basis der zahlreichen Erfolge in der 850-cm³-Klasse. Die anspruchsvollen technischen Details führten dazu, dass der Preis etwa vier- bis fünfmal höher war als derjenige des Basismodells.

  • Fiat 850 Coupé verschiedene Typen bis 136 kW (185 PS)

  • Fiat Abarth OTSS 1000 (1965), auch basierend auf dem Fiat 850 Coupé

  • Fiat Abarth 124 Rallye

  • Fiat Abarth 131 Rallye

Autobianchi

  • Autobianchi A112

  • In den 1970er und 1980er Jahren wurden Abarth-Versionen des Autobianchi A112 hergestellt. Der kurze Radstand, das geringe Gewicht (700 kg) und die ebenso kraftvollen wie drehfreudigen Motoren (51 kW/70 PS) sorgten für überdurchschnittliche Fahrleistungen.

Ferrari

1953 diente auch ein Ferrari als Basisfahrzeug.

Abarth heute

Seit 2007 gibt es die legendäre Marke Abarth wieder offiziell. Sie wird jedoch zu 100 % von der Fiat Group Automobiles kontrolliert und unter dem Namen Abarth & C. SpA vertrieben. Die Marke kümmert sich um die Produktion von sportlichen Versionen von Fiat Modellen und vertreibt diese unter eigenem Firmenlogo.

Aktuelle Modelle

  • Abarth Grande Punto 1.4 T-Jet 155 PS Ende 2007 bis Mitte 2010

  • Abarth Grande Punto esseesse, 1.4 T-Jet 180 PS seit Mai 2008 bis Mitte 2010

  • Abarth Grande Punto S2000, 199 kW (270 PS)

  • Abarth Punto Evo 1.4 MultiAir 163 PS seit Juli 2010

  • Abarth Punto Evo esseesse, 1.4 MultiAir 180 PS ab Herbst 2010

  • Abarth 500 1.4 T-Jet 99 kW (135 PS) seit Juli 2008

  • Abarth 500 esseesse, 1.4 T-Jet 118 kW (160 PS) seit November 2008

  • Abarth 500C 1.4 T-Jet 103 kW (140 PS) seit Juli 2010

  • Abarth 500C esseesse, 1.4 T-Jet 118 kW (160 PS) ab Herbst 2010

  • 500 Abarth 695 Tributo Ferrari, 132 kW (180 PS) seit Juli 2010

  • 500 Abarth Assetto Corse 1.4 T-Jet 140 kW (200 PS)

  • 500 Abarth R3T 1.4 Turbo 132 kW (180 PS)

Mit den zwei letztgenannten Modellen wird um die Trofeo 500 Abarth gefahren. Die Technischen Daten der beiden letzten Modelle werden in der Rennserie beschrieben.

Autoteile und Motoren

Bekannt unter dem Namen Abarth waren in den 1960er und noch bis in die 1970er Jahre die Auspuffanlagen und Lenkräder.

  • Bialbero-Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen (DOHC)

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Abarth aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Auf dieser Seite sind auch Versionen und Autorenangaben verzeichnet.

 

Alle Autos der 60er Jahre: 230 PKW-Marken aus 30 Ländern mit über 850 Fotos: 230 Pkw-Marken aus 30 Ländern in über 850 Fotos

  AutoScout24 Werkstattportal - Werkstattvergleich leicht gemacht!
Werkstätten auf einen Blick vergleichen - Ort, Leistungen, Zeit und Kosten. Einfach auswählen und online Termin vereinbaren - AutoScout24 Werkstattportal