Bitter Vero (2008-)

Die Erich Bitter Automobil GmbH (früher Bitter GmbH & Co. KG) ist ein deutscher Automobilhersteller von Luxusmodellen auf der Basis von Serienmodellen des Herstellers General Motors mit Sitz in Ennepetal.

Bitter SC, met.-hellblau, lim. Auflage 300 Stück, 1984, Modellauto, Fertigmodell, Neo Limited 300 1:43

Geschichte

Die Bitter GmbH & Co. KG wurde 1971 von Erich Bitter gegründet. Zuvor war Erich Bitter seit 1964 mit der Firma Rallye Bitter Generalimporteur von Abarth-Fahrzeugen sowie Importeur von Rennfahrerschutzbekleidung.

1986 stellte Erich Bitter die Sportwagenproduktion ein und baute fortan Prototypen im Auftrag von Volkswagen und anderen Herstellern.

Serienmodelle von Bitter

Bitter CD

Die ersten Fahrzeuge waren Fließheck-Coupés, deren technische Basis der Opel Diplomat B darstellte.

Der CD war mit dem von Chevrolet gelieferten Achtzylinder-V-Motor aus dem Opel Diplomat B ausgestattet, der 5354 cm³ Hubraum aufwies und 230 PS abgab. Das Design seiner Karosserie geht auf eine Opel-Studie von 1969 und einen darauf aufbauenden Entwurf von Pietro Frua zurück. Sie orientierte sich an dem von italienischen Sportwagen der damaligen Zeit; gestalterisches Vorbild war der Maserati Ghibli.

Der CD war auf dem europäischen Markt recht erfolgreich. Sein Vorteil lag in dem Umstand, dass er eine Aufsehen erregende, italienisch anmutende Karosserie mit zuverlässiger europäischer Großserientechnik verband.

Der Bitter CD (für "Coupé Diplomat") wurde von Herbst 1973 bis Ende 1979 insgesamt 395 mal produziert.

Bitter SC

Nachfolger des CD war der im Frühjahr 1980 präsentierte Bitter SC, der auf der Basis des Opel Senator A entwickelt wurde.

Im Frühjahr 1984 folgte eine Cabriovariante und im Sommer 1985 wurde die Modellpalette durch die viertürige Stufenhecklimousine mit der Bezeichnung SC Sedan erweitert, von der nur fünf Exemplare (inklusive eines Prototyps) hergestellt wurden.

Insgesamt wurden von Anfang 1981 bis Herbst 1989 488 Exemplare des Bitter SC gefertigt.

Bitter Vero (2008)

Beim Bitter Vero handelt es sich um einen optisch und technisch leicht veränderten Holden Statesman (Baureihe WM) aus Australien mit Linkslenkung und gehobener Ausstattung: Optisch unterscheidet sich der Bitter vom Ausgangsmodell durch Motorhaube und Kühlergrill in der Frontschürze, technisch wird eine sportlichere Auspuffanlage und ein Sport-Fahrwerk verbaut. Angetrieben wird der Viertürer von einem Sechsliter-Chevrolet-V8 mit 278 kW (378 PS), der seine Kraft über eine Sechsgangautomatik an die Hinterräder leitet[1]. Zehn Fahrzeuge wurden hergestellt, neun existieren noch[2]. 2009 entstand der Bitter Vero Sport, der auf dem Genfer Auto-Salon 2009 präsentiert wurde. Es handelte sich um eine Limousine auf der Basis des (kürzeren) Holden Commodore mit 6,2 Liter großem Achtzylindermotor und 320 kW (435 PS). Das Fahrzeug blieb ein Einzelstück.[3]

 

 

Datenblatt Bitter Vero (2008)

Bitter

Vero

Motor: 

8-Zylinder-V-Motor (Viertakt), Gabelwinkel 90°, vorne längs

Bezeichnung: 

Gen III (L98)

Hubraum: 

5967 cm³

Bohrung x Hub: 

101,6 x 92 mm

Leistung bei 1/min: 

278 kW (378 PS) bei 5700

Max. Drehmoment bei 1/min: 

535 Nm bei 4400

Verdichtung: 

10,4:1

Gemischaufbereitung: 

Elektronische Einspritzung

Ventilsteuerung: 

Zentrale Nockenwelle, Antrieb über Kette

Kühlung: 

Wasserkühlung

Getriebe: 

Fünf- oder Sechsgangautomatik GM
Hinterradantrieb

Radaufhängung vorn: 

Untere Querlenker mit Zugstreben, Federbeine, Schraubenfedern

Radaufhängung hinten: 

Einzelradaufhängung mit Schräglernkern, Schraubenfedern

Bremsen: 

Innenbelüftete Scheibenbremsen rundum, Aluminium-Bremszangen, Servo, ABS

Lenkung: 

Zahnstangenlenkung, variable Untersetzung, Servo

Karosserie: 

Stahlblech, selbsttragend

Spurweite vorn/hinten: 

1592/1608 mm

Radstand: 

3009 mm

Abmessungen: 

5200 x 1899 x 1480 mm

Leergewicht: 

1890 kg

Höchstgeschwindigkeit: 

250 km/h (abgeregelt)

0–100 km/h: 

ca. 5,5 s

Verbrauch (L/100 km, austral. Norm): 

14,3 S

Preis: 

€ 103.530–111.622 (05/08)

 

Bitter Insignia (2010)

Im Sommer 2010 präsentierte Bitter eine luxuriöse Ausgabe des Opel Insignia mit unter anderem neu gestalteter Frontpartie und aufgewertetem Innenraum. Als Motorisierung dient der aus dem Serien-Insignia bekannte 2,8-l-Turbo mit 191 kW (260 PS).[4]

Prototypen und Konzepte

Neben den Serienmodellen stellte Bitter weiterhin Studien vor, die teilweise sogar Serienreife erlangten. Trotz wiederholter, teilweise vielversprechender Versuche gelang es ihm aber in keinem Fall, noch einmal eine Serienproduktion zu erreichen.

Bitter Blazer (1976)

Der Bitter Blazer war eine Abwandlung des Chevrolet Blazer mit neuer, europäisierter Frontpartie, die von einem waagerecht verlaufenden Kühlergrill und Leuchteinheiten vom Opel Admiral B) geprägt waren. Hinzu kam eine verfeinerte Innenausstattung. Er folgte dem Konzept des Monteverdi Safari. Das Fahrzeug blieb ein Einzelstück[5]

Bitter Rallye GT (1984)

Der Rallye GT war ein kompakter zweisitziger Sportwagen auf der Basis des Opel Manta. Das Fahrzeug hatte ein herausnehmbares zentrales Dachteil im Targa-Stil und war von Bitter und Isdera entwickelt worden. Erich Bitter prognostizierte einen Verkaufspreis von 40.000 DM. Allerdings nahm er von einer Serienproduktion Abstand, da die Versorgung mit technischen Komponenten nicht langfristig gesichert war[6].

Bitter Type 3 (1987)

Der Bitter Typ 3 war ein 2+2-sitziges Cabriolet, das 1988 als Nachfolger des SC vorgestellt wurde und vor allem für den Verkauf in den USA vorgesehen war.

Als technische Basis diente der Opel Omega A, dessen Bodengruppe um 35 Millimeter verkürzt wurde. Die Karosserie war von Bitter selbst entworfen worden; sie verfügte über vordere Klappscheinwerfer und runde Rückleuchten der Chevrolet Corvette C4. Als Antrieb war ein 3,0 Liter großer Sechszylinder von Opel vorgesehen, dessen Leistung in einem Verkaufsprospekt mit 177 PS angegeben wurde.

Insgesamt wurden fünf Prototypen hergestellt; die Karosserien wurden jeweils in Italien bei CECOMP aufgebaut. Der erste Prototyp war mit dem 3,9 Liter großen Sechszylinder aus dem Bitter SC ausgestattet, die späteren Modelle trugen den 3,0 Liter-Motor.

Anfänglich war geplant, den Verkauf in den USA über das Händlernetz von Isuzu zu organisieren. Zu einem bestimmten Zeitpunkt soll auch darüber nachgedacht worden sein, den Wagen als Isuzu zu vermarkten. Die GM-Planungen gingen dabei von 10.000 verkauften Einheiten pro Jahr aus. Ende 1988 wurden die ersten amerikanischen Verkaufsprospekte gedruckt[7], doch bevor die Produktion des Autos anlaufen konnte, zog GM seine Pläne zurück. Aus dem Type 3 wurde nichts; es blieb bei den fünf Prototypen, von denen heute noch vier existieren.

Bitter Type 3 Sedan (1987)

Ebenfalls auf der Basis des Opel Omega A entwickelte Bitter eine viertürige Limousine, deren Linien denen des Type 3 Cabriolets im Wesentlichen entsprach. Von dem Sedan entstand lediglich ein Holzmodell.

Bitter Tasco (1991)

Der Tasco war ein zweisitziger Mittelmotorsportwagen mit Antriebstechnik von Chrysler, den Bitter mit japanischer Finanzierung entwickelte[8]. Die Karosserie war von Tom Tjaarda gestaltet worden [9]. Eine Serienproduktion kam nicht zustande; der Tasco wurde lediglich in zwei Exemplaren hergestellt[10].

Bitter Berlina (1994)

Der Bitter Berlina war eine viertürige Sporlimousine auf der Basis des Opel Omega MV6, der in den Grundzügen dem Type 3 Sedan ähnelte. Auffallend war eine abfallende Frontpartie mit Klappscheinwerfern. An der Heckpartie wurden Rückleuchten des Opel Calibra verwendet. Es gab nur einen Prototypen, der auf dem Genfer Auto-Salon 1994 vorgestellt wurde. Die Aufnahme der Serienproduktion scheiterte an der nicht gesicherten Finanzierung.

Bitter CD 2 (2003)

Der CD2 war ein zweitüriges Fließheck-Coupé auf der Basis des australischen Holden Monaro bzw. des baugleichen Pontiac GTO. Das Fahrzeug wurde 2004 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt. Es entstanden zwei Prototypen. Bitter verfolgte das Konzept, stark motorisierte australische GM-Fahrzeuge für den europäischen Markt zu modifizieren, mit dem Modell Vero weiter.

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