BMW Isetta (1956-1963)

Die BMW Isetta, ein Rollermobil, wurde vom Automobilhersteller BMW von 1955 bis 1962 gefertigt.

Blechschild BMW Isetta Auto 20 x 30 cm Metallschild142

Im Volksmund wurde die Isetta auch Knutschkugel oder (wegen der hinten deutlich engeren Spurweite) Schlaglochsuchgerät genannt. Weitere Spitznamen – wegen der ungewöhnlichen Türkonstruktion – waren Halleluja-Auto und Adventsauto, in Anspielung auf das Weihnachtslied „Macht hoch die Tür“. Gelegentlich fand sich auch der – allerdings für viele Kleinwagen verwendete – Ausdruck Asphaltblase.

Im Zweiten Weltkrieg war die Produktion von Personenkraftwagen zugunsten der Herstellung von Rüstungsgütern aufgegeben worden. Zu Kriegsende waren die meisten Automobilfabriken zerstört, was übrig war, beschlagnahmten die Besatzungstruppen. Auch BMW in München, wo während des Krieges überwiegend Flugzeugmotoren gebaut wurden, hatte die Fertigungsstätten verloren, denn das Automobilwerk in Eisenach lag in der sowjetischen Besatzungszone und wurde enteignet.

Nach dem Krieg begann die Fahrzeugproduktion bei BMW 1948 mit Motorrädern. Das erste bei BMW nach dem Kriege entwickelte und ab 1952 hergestellte Auto, der als „Barockengel“ bekannte BMW 501/502, wurde ein wirtschaftlicher Misserfolg, denn dieser Wagen war mit einem Preis von 15.000 DM (1952) nur für einen kleinen Käuferkreis erschwinglich. Außerdem deckte der Preis nicht die Produktionskosten.

Für viele Leute waren zunächst nur motorisierte Zweiräder erfüllbare Träume, an vollwertige Autos – wie den Volkswagen – war häufig nicht zu denken. Die Lücke dazwischen füllten findige Hersteller mit Rollermobilen (z. B. dem Goggomobil oder dem Messerschmitt Kabinenroller). BMW hatte damals jedoch nur Motorräder und Luxuswagen im Angebot.

In Italien konstruierte Renzo Rivolta, der Firmenchef des Motorradherstellers Iso Rivolta, ein Rollermobil in ungewöhnlicher Form: Die ISO-Isetta, welche 1954 vorgestellt wurde. Wie bei einem Kühlschrank klappte man bei diesem Gefährt die Fronttür auf; schließlich soll das Unternehmen, früher Iso-Thermos benannt, damals solche gebaut haben. Das Lenkrad schwenkte mit der Fronttür nach vorn und zur Seite, und bot so einen guten Einstieg in den für zwei Personen ausreichenden Innenraum.

 

 

BMW drohte Konkurs. Zeit für Planung und Konstruktion eines Kleinstwagens blieb nicht, es gab nur eine andere Möglichkeit: den Lizenzbau.

Auf dem Turiner Autosalon wurde die Delegation von BMW auf die Isetta aufmerksam und sah in ihr eine Chance. Nach Abschluss des Lizenzvertrages mit Iso wurde eine Isetta ins Werk geholt und die Konstruktion optimiert. Die Isetta bekam einen Einzylindermotor aus dem Motorradprogramm von BMW, umgebaut auf Gebläsekühlung und Starterlichtmaschine. Die BMW Isetta hat im Gegensatz zum dreirädrigen Original zwei Hinterräder. Die konstruktiven Änderungen sollten sich als Erfolg erweisen.

Die Isetta konnte die Finanzkrise bei BMW zwar nicht abwenden, brachte aber immerhin einen Zeitgewinn. Am 5. März 1955 wurde sie der Öffentlichkeit zu einem Preis von 2.580 DM vorgestellt. Die Fachpresse zeigte sich beeindruckt.

Die Isetta wurde zum Erfolg. Zwischen 1955 und 1962 wurden 161.728 Motocoupés verkauft. Diese Zahl wurde nur von einem anderen Kleinstwagen, dem Goggomobil der Firma Glas aus Dingolfing, übertroffen.

Dieser Erfolg der Isetta verschaffte BMW die dringend benötigte finanzielle Luft und die Zeit zur Entwicklung der neuen Mittelklasse-Modelle, die dann als Neue Klasse herauskamen. Zusätzlich hierzu gilt die Isetta als Symbol für den Wiederaufbau Deutschlands nach dem Krieg, sie ist Teil des Wirtschaftswunders.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel BMW Isetta aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Auf dieser Seite sind auch Versionen und Autorenangaben verzeichnet.