Borgward Hansa 1500/1800 (1949-1954)

 

Der Borgward Hansa 1500 ist ein Mittelklassewagen der Carl F. W. Borgward G. m. b. H. in Bremen-Sebaldsbrück. Er war die erste deutsche Pkw-Neukonstruktion nach dem Zweiten Weltkrieg, die am 13. Oktober 1949 erstmals vom Band lief. Im März 1949 hatte Borgward den Wagen auf dem 19. Genfer Autosalon vorgestellt. Der Hansa 1500 war vor allem der erste deutsche Serien-Pkw mit Pontonkarosserie und Blinkern statt den bis dahin üblichen Winkern als Fahrtrichtungsanzeiger.

Borgward: Das Kompendium

 

Der Wagen hat eine zwei- oder viertürige Ganzstahlkarosserie, die auf einem vorn und hinten gegabelten Zentralrohrrahmen mit Querträgern und Bodenblech aufgebaut ist. Die Kotflügel sind in die Seitenteile einbezogen, sodass trotz verhältnismäßig geringer Außenbreite (1620 mm) ein gegenüber den Konkurrenzmodellen von Mercedes-Benz und Opel größerer Innenraum erzielt wurde. In der Presse hieß es hierzu: „Die Pontonkarosserie bietet den Vorteil, dass fast die gesamte Karosseriebreite für den Innenraum ausgenützt wird und so 6 Personen bequem Platz finden. Sie hat sehr glatte, einfach herzustellende Außenflächen und lässt sich strömungsgünstig ausführen.“ Die Türen sind vorn angeschlagen, der Kofferraum ist von außen zugänglich; die Motorhaube wird von der Seite her hochgeklappt, je nach Bedarf links oder rechts.

 

Ein Blickfang im Innern ist das weiße Lenkrad mit drei Speichen, die aus jeweils vier dünnen Metallstäben bestehen (ähnlich dem Lenkrad der ersten Porsche-Modelle). Vorn hat der Hansa 1500 mit Lenkradschaltung genau wie hinten eine durchgehende Sitzbank, sodass drei Personen nebeneinander sitzen können. In der ersten Version mit Knüppelschaltung waren es allerdings vorne zwei Einzelsitze, da der ca. 70 cm lange gebogene Schaltknüppel und der voluminöse Getriebetunnel keinen dritten Platz ermöglichten.

Außer der Limousine gibt es den Hansa 1500 als zweitürigen Kombi sowie als fünfsitziges Cabriolet mit zwei Türen und als zweisitziges Sportcabriolet mit auf 2400 mm verkürztem Radstand und einer Länge von 4165 mm. Beide Cabriolets baute bis Mai 1952 das Karosseriewerk Hebmüller in Wülfrath.

 

 

 

 

 

1952 erhielt der Borgward Hansa einen 1,8-Liter-Motor (1758 cm³) mit 44 kW (60 PS) bei 4200/min. Die Zylinderbohrung war auf 78 mm erhöht, der Hub blieb bei 92 mm. Das anfänglich zu diesem Motor eingebaute Dreiganggetriebe wurde im März 1953 durch ein zwischen drittem und viertem Gang synchronisiertes Vierganggetriebe ersetzt. Außerdem war ein Automatikgetriebe lieferbar. Als Höchstgeschwindigkeit erreichte die Limousine 136 km/h.

Zusammen mit dem größeren Motor erhielt der Wagen die Typbezeichnung Hansa 1800. Äußerlich war das neue Modell an lang gezogenen Blinkern auf den vorderen Kotflügeln (beim 1500 unter den Scheinwerfern), Zierleisten unter den Seitenfenstern und Borgward-Rhombus auf den Radkappen erkennbar.

Außer der Limousine wurden weiterhin Kombi, Cabriolet und Sportcabriolet angeboten.

1953 erschien der Hansa 1800 mit 4-Zylinder-Dieselmotor. Mit gleichem Hubraum wie der Benzinmotor leistete der Diesel 31 kW (42 PS) bei 3400/min; Höchstgeschwindigkeit nach Werksangabe 100 km/h.

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