Borgward Isabella (1954-1962)

Die Borgward Isabella ist ein Mittelklassewagen der Carl F. W. Borgward G.m.b.H. in Bremen-Sebaldsbrück, das erfolgreichste Modell der Borgward-Gruppe, das ab 10. Juni 1954 zunächst unter dem Namen „Hansa 1500“ vom Band lief.

Borgward Isabella Coupe, met.-grau, 1957, Modellauto, Fertigmodell, Auto-Klassiker 1:43

Der spätere Name „Isabella“ war nicht das Ergebnis von Marktuntersuchungen, sondern eine spontane Eingebung von Carl F. W. Borgward selbst. Gefragt, was man auf die noch streng geheimen Vorserien-Modelle schreiben solle, wenn sie Probefahrten im öffentlichen Verkehr machen, soll Borgward geantwortet haben: „Das ist mir egal; schreibt meinetwegen Isabella drauf."

Ab 1957 war der ursprüngliche Tarnname im Borgward-Rhombus des Kühlergrills zu lesen.

Die moderne Konzeption und die gefällige Erscheinung des Hansa 1500 (Isabella) wurden bei der Vorstellung 1954 enthusiastisch begrüßt. Der Wagen traf den Publikumsgeschmack und war vom ersten Tag an ein Verkaufserfolg. Der Wagen war nach einer Entwicklungszeit von nur zehn Monaten anfangs mit zahlreichen Kinderkrankheiten behaftet, die jedoch nach und nach abgestellt wurden.

 

 

 

 

 

Mit dem Design der neuen selbsttragenden Karosserie verließ Borgward die Strenge der glatten Pontonform des Vorgängermodells Borgward Hansa 1500, das 1949 als erstes nach dem Krieg neu konstruierte deutsche Auto eingeführt worden war. Auswölbungen an den Radausschnitten, betonte Türschweller und eine seitliche Chromzierleiste ließen den Wagen elegant erscheinen. Die US-Firma BorgWarner beanstandete Anfang 1958, dass die Spitze des Rhombus – Borgwards Markenzeichen – den Firmennamen auf der Motorhaube in Borg und ward trennte und eine Verwechselung mit ihrem Namen bewirken könnte. Sie drohte deshalb mit einer Klage, woraufhin der Rhombus bei den Isabella-Modellen ab Mitte 1958 verkleinert und damit die optische Trennung des Firmennamens vermieden wurde.

Die Vorderräder sind an Doppelquerlenkern mit Schraubenfedern und Stabilisator aufgehängt (wie beim Rennsportwagen Borgward RS). Hinten hat die Isabella eine Pendelachse mit Schubstreben und Schraubenfedern.

Der als robust geltende 4-Zylinder-Reihenmotor mit dreifach gelagerter Kurbelwelle und OHV-Ventilsteuerung hat eine seitliche Nockenwelle, die über ein Stirnradgetriebe aus Novotex-Zahnrädern angetrieben wurde. Neu war damals die hydraulisch betätigte Kupplung. Das 4-Gang-Getriebe mit Lenkradschaltung ist voll synchronisiert.

Der Preis lag mit 7.265,00 DM über den Konkurrenten Opel Rekord oder Ford 12 M, aber deutlich unter dem Mercedes 180. Im ersten Produktionsjahr stellte Borgward 11.150 Isabellas her.

1961 wurde die Borgward-Gruppe insolvent. Viele Fahrzeuge standen auf Halde, trotzdem blieb die Isabella bis 1962 in Produktion. Bis zum Produktionsende wurden insgesamt 202 862 Exemplare gefertigt. Die Produktionsanlagen wurden schließlich nach Mexiko verkauft, wo im Laufe der 1960er Jahre noch einige dieser Fahrzeuge vom Band liefen. Die Position, die die Isabella eingenommen hatte, füllte BMW ab 1961 mit dem BMW 1500 aus.

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