Buick Electra (1981-1984) / Electra (1984-1991) / Electra (1986-1989)

 

Der Buick Electra war eine Serie von Personenkraftwagen, die in den Modelljahren 1959 bis 1990 von Buick als Nachfolger der Typen Roadmaster und Limited in den USA gefertigt wurde. Beim Buick Electra 225, dem Spitzenmodell des Herstellers, bezog sich die Zahl auf die Länge des ersten so benannten Modells, die ca. 225 Zoll (5,71 m) betrug.

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Bis 1958 hießen die großen Buick-Modelle Roadmaster und Limited. Diese wurden mit Einführung des Modelljahrgangs 1959 umbenannt; der Electra ersetzte den Roadmaster, der Electra 225 den Limited. Spitzenmodell war der Electra 225 Riviera, eine pfostenlose viertürige Sechsfenster-Hardtop-Limousine, deren Dachlinie dem gleichzeitig gebauten Cadillac Fleetwood entsprach und bei dem die riesigen Deltawings (flügelförmig nach außen weisende Heckflossen) zum Einsatz kamen. Der Electra 225 von 1959 war dem oberen Luxus Segment zugedacht. Die extra lange 225er-Version wurde in der Karosserieform [Model 4839-Four-Door Hardtop Sedan( Flattop)] 10491 mal, in der Version [Model 4829 Four-Door Riviera Sedan (siehe Bild)] nur 6324 mal und als Cabriolet 5493 mal gebaut.

Motorisiert waren Electra und Electra 225 durch einen V8 mit Carter-Vierfachvergaser, der einen Hubraum von 6571 cm3 besaß und eine Leistung von 325 bhp (239 kW) bei 4400 min-1. Über eine Dynaflow-Automatik wurden die Hinterräder angetrieben.

1960 wurde vom Electra anstatt des Cabriolets ein 2-türiges Hardtop-Coupé angeboten. Das Cabriolet gab es nur noch als Electra 225.

In zwei Jahren entstanden 121.807 Exemplare vom Electra und Electra 225.

Für das Modelljahr 1961 wurden die Karosserien komplett neu gezeichnet. Die ausladenden Deltawings waren verschwunden und hatten einer sachlicheren Form Platz gemacht. Während es vom Electra ein 2-türiges Hardtop-Coupé, eine 4-türige Hardtop-Limousine und eine 4-türige Limousine gab, war der Electra 225 nur als 2-türiges Cabriolet oder 4-türige Hardtop-Limousine erhältlich.

1962 stellte Buick den regulären Electra ein. Der Electra 225 wurde weitergebaut, und zwar als Cabriolet und Coupé mit jeweils zwei Türen und als Hardtop-Limousine und Limousine mit jeweils vier Türen. Ein Jahr später verschwand die Bezeichnung Riviera für die Hardtop-Ausführungen und bezeichnete von da an den Buick Riviera, mit dem die Firma in den Markt der Personal luxury cars einstieg.

Für das Modelljahr 1964 gab es wieder ein Facelift, das den Wagen wuchtigere Stoßfänger und vertikale Rückleuchten bescherte.

In vier Jahren wurden 238.208 Electra und Electra 225 gebaut.

Für das Modelljahr 1965 erhielten alle GM-PKW neue Karosserien mit fließenden Linien und, bei den Coupés, schräg stehender C-Säule (Fließheck-Design). Die Sechsfenster-Limousinen wurden nicht fortgeführt. Buick änderte seine Marketing-Strategie und bot den Electra 225 in zwei Versionen an, als Basismodell und als besser ausgestatteten Custom. Für den Electra 225 Custom gab es ein Limited-Paket mit komfortbetonter Ausstattung.

Ab Modelljahr 1968 „verschwanden“ die Scheibenwischer in Ruhestellung hinter einer hochgezogenen Lippe der hinteren Motorhaubenkante; 1969 entfielen die Ausstellfenster in den vorderen Türen.

Nach wie vor wurde der Electra 225 vom bekannten 6,6 l-V8-Motor angetrieben. Ab Modelljahr 1967 kam ein neuer V8 mit 7.046 cm3 Hubraum und einer Leistung von 360 bhp (265 kW) bei 5000 min-1 zum Einsatz. Er war mit einem Rochester-Vierfachvergaser ausgestattet. 1970 ersetzte eine Version mit 7456 cm3 Hubraum diese Maschine. Sie leistete 370 bhp (272 kW). Automatikgetriebe waren durchgängig Serie. Bereits ab 1964 wurde die überall bei GM verwendete Automatik vom Typ THM 400 eingesetzt.

 

 

699.472 Electra 225 wurden in sechs Jahren gebaut.

1971 bis 1973 waren alle Electra 225 zwei- oder viertürige Hardtop-Modelle, die zuvor lieferbaren Cabriolet und viertürige B-Säulen-Limousine gab es nicht mehr.

1974 übernahm Buick, wie andere GM-Marken, für das Coupé eine neue Karosserie mit B-Säule; das Electra Limited-Coupé gab es auch mit Landau-Vinyldach, das nur die hintere Dachpartie überspannte. Ab 1974 waren auch Fahrer- und Beifahrerairbags sowie Max Trac, eine frühe Form der Traktionskontrolle, gegen Aufpreis erhältlich.

Ab 1975 besaßen alle Electra 225-Coupés fixe hintere Seitenscheiben und B-Säulen. Im gleichen Jahr erhielten die Modelle aufgefrischte Frontpartien mit Rechteck-Doppelscheinwerfern und überarbeitete Innenausstattungen. Die Viertürer blieben bis zum Auslaufen der Serie im Sommer 1977 pfostenlos. Ebenfalls 1975 kam ein Park Avenue-Paket ins Programm, das anfangs nur für den viertürigen Electra 225 Limited erhältlich war. Das Paket umfasste spezielle Sitzbezüge, dickere Teppiche, zusätzliche Geräuschdämmung und einen Dachhimmel aus Velours. Daneben gab es den nur 1975 angebotenen Park Avenue Deluxe, bei dem jedes für den Electra bestellbare Extra serienmäßig mit an Bord war.

1976 erhielt der Electra leichte Änderungen an Kühlergrill und Stoßstange. Die vorderen Blinker wanderten von der Stoßstange direkt unter die Scheinwerfer; der geänderte Grill bestand nicht mehr aus Metall, sondern aus Kunststoff. Das Park Avenue-Paket wurde weiterhin angeboten, der Park Avenue Deluxe nicht mehr - er hatte sich im Vorjahr lediglich 37 Mal verkauft.

Alle Electra 225 wurden von 1971 bis 1976 vom 7,5-Liter-V8 angetrieben, der 1971 noch 315 SAE-Brutto-PS leistete, 1976 nach Netto-Norm 205 PS. Der Leistungsverlust ging auf die geänderten Messnormen, aber auch auf die zunehmend strenger werdenden US-Abgasgesetze zurück; aber selbst der Motor des Jahres 1976 wartete mit 470 Nm Drehmoment auf. Der 7,5-Liter verschwand nach dem Modelljahr 1976 aus dem Angebot zugunsten hubraumschwächerer, sparsamerer Motoren.

Mit einer Länge von 5,93 m war 1975/1976 der längste Jahrgang im Hause Buick -- „The Last Dinosaur“.

Insgesamt entstanden in sechs Jahren 794.833 Electra.
 

Für das Modelljahr 1977 wurden alle Full-Size-Modelle von GM verkleinert; sie basierten auf der neuen B-Plattform von General Motors mit Radständen von 295 bis 302 Zentimetern. Wie zuvor stellte der Electra 225 (auf dem langen Radstand) die Luxusausführung des großen Buick dar, die Basisversion hieß Le Sabre und besaß den kürzeren Radstand. Die zugehörigen Kombi-Modelle wurden bis Sommer 1980 als eigene Modellreihe vermarktet (Buick Estate Wagon), danach wurden sie in die beiden genannten Baureihen integriert.

Lieferbar war der Electra 225 als Basismodell und als umfangreicher ausgestatteter Electra 225 Limited, jeweils als zweitüriges Coupé und als viertürige Limousine. Den Antrieb übernahmen V8-Motoren von 5,7 oder 6,6 Liter Hubraum.

1978 wurden Kühlergrill und Heckleuchten retuschiert. Neben Basis und Limited kam, als neue Spitzenversion, der Electra Park Avenue in die Modellpalette.

Für das Modelljahr 1980 erhielt der Electra (der Zusatz 225 entfiel ab diesem Zeitpunkt), wie sämtliche Modelle der B-Plattform, ein Facelift mit flacherer, aerodynamisch günstigerer Front. Etliche Maßnahmen ließen das Gewicht um etwa 80 Kilogramm sinken. Der 6,6-Liter-Motor war nicht mehr lieferbar; neuer Basismotor war ein 4,1-Liter-V6, auf Wunsch gab es einen 5,7 Liter großen V8 oder den 5,7-Liter-Dieselmotor von Oldsmobile. Basisversion war jetzt der Electra Limited, der Electra Park Avenue diente als Spitzenmodell. Die Luxusversion des vormaligen Buick Estate Wagon-Kombis wurde als Electra Estate Wagon weitergeführt; im Kombi verrichtete ein 5,7 l-V8 mit 155 oder 160 nhp seinen Dienst.

1981 gab es im Kombi derserienmäßig einen 5,05 l-V8 mit 1040 nhp, den es auch in den anderen Electra-Modellen gab, der 5,7-Liter-Benziner entfiel.

In dieser Form blieb der Electra mit geringfügigen jährlichen Änderungen bis April 1984 in Produktion.

Vom letzten Electra mit Heckantrieb entstanden ca. 802.000 Exemplare in acht Jahren.
 

Während der heckgetriebene Le Sabre noch ein Jahr und der Electra Kombi sogar noch bis 1990 weitergebaut wurden, fanden Electra Coupé und Limousine im Frühjahr 1984 einen kleineren, frontgetriebenen Nachfolger. Dieser baute auf der neuen C-Plattform des Konzerns auf und war damit Parallelmodell zum Oldsmobile 98, Pontiac Bonneville und Cadillac DeVille. Angeboten wurde der neue, auf fünf Meter geschrumpfte Electra als Basismodell, luxuriöserer Electra Park Avenue und sportlich aufgemacher T-Type, jeweils zwei- oder viertürig. Den Antrieb übernahmen V6-Motoren von 3,0 (nur im Basismodell) oder 3,8 Litern oder ein 4,3-Liter-Diesel-V6.

1986 entfiel der Dreiliter, der 3,8-Liter gewann 15 PS und leistete jetzt 142 PS. Der T-Type war nur mehr als Limousine lieferbar.

1987 wurden die Rechteck-Doppelscheinwerfer durch neuerdings in den USA erlaubte Breitbandscheinwerfer ersetzt. Das Basismodell hieß jetzt Electra Limited.

Zum Modelljahr 1989 erschien als zusätzliche Variante, die die Electra-Palette nach oben hin ergänzte, der Electra Park Avenue Ultra mit Lederausstattung, Zweifarbenlackierung, B-Säulen mit Chromeinlage, speziellen 15-Zoll-Alufelgen und ABS.

Bis Frühjahr 1990 entstanden vom Electra mit Frontantrieb insgesamt 565.000 Stück. Nachfolger war der im Frühjahr 1990 vorgestellte Buick Park Avenue. Der parallel dazu weitergebaute Kombi mit Hinterradantrieb kam im gleichen Zeitraum auf weitere 44.200 Stück; er wurde 1990 durch den Buick Roadmaster ersetzt.

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