Buick LeSabre (1999-) / LeSabre (1985-1991) / LeSabre (1991-1995)

 

Der Buick LeSabre war eine Serie von Personenkraftwagen, die in den Modelljahren von 1959 bis 2005 von Buick als Nachfolger des Buick Special in den USA gefertigt wurde. Für viele Jahre war der LeSabre das Einstiegsmodell bei Buick mit dem geringsten Basispreis.

Buick LeSabre: Full-size car, Buick, General Motors, Buick Special, Compact car, Turbo-Hydramatic, Buick Roadmaster, Chrysler Newport, Mercury Monterey

 

Der Nachfolger des Buick Special verfügte über ein komplett neues Styling mit einer flacheren Motorhaube und schräg gestellten Doppelscheinwerfern. Die Heckflossen besaßen eine Flügelform. Die Wagen waren mit einem V8-Motor mit 5965 cm3 Hubraum ausgestattet, der eine Leistung von 250 bhp (184 kW) bei 4400 min-1 entwickelte. Dieser aus dem Modelljahr 1958 übernommene Motor war kleiner als der 6,6 l-V8 der teureren Modelle Invicta und Electra. Sechs verschiedene zwei- bis fünftürige Karosserien waren verfügbar. Die meisten Wagen wurden mit einem zweistufigen Automatikgetriebe ausgeliefert; ein manuelles Dreiganggetriebe war auf Wunsch erhältlich.

1960 gab es wenig Änderungen, aber 1961 kam eine wesentlich entschärfte Karosserieversion auf den Markt, bei der die Doppelscheinwerfer nebeneinander innerhalb des breiten Kühlergrills angeordnet waren und die geflügelten Heckflossen einem glatten Kofferraumdeckel wichen. Auch war der LeSabre durch Wiedereinführung des Special nur mehr die zweitgünstigste Modellreihe der Marke.

In drei Jahren entstanden 430.186 Exemplare.

 

 

1962 änderte sich am Styling der Karosserie wenig. Allerdings wurden nur noch vier Karosserievarianten, Limousinen mit zwei oder vier Türen, ein zweitüriges Hardtop-Coupé und eine viertürige Hardtop-Limousine angeboten. Die Wagen waren nun mit dem V8-Motor der größeren Modelle mit 6571 cm3 ausgestattet, der 280 bhp (206 kW) leistete. Auf Wunsch war zum gleichen Preis eine leistungsgeminderte Version mit geringerer Verdichtung und mit nur 260 bhp (191 kW) Leistung erhältlich.

Im Folgejahr gab es keine technischen oder stilistischen Veränderungen, aber Kombi und Cabriolet waren wieder verfügbar. Durch Einführung des Skylark stieg der LeSabre im Modellangebot zur mittleren Modellreihe auf.

In diesen beiden Jahren wurden 298.291 Exemplare vom LeSabre gebaut.
 

1964 erschien der LeSabre Serie 4400 leicht überarbeitet und wiederum in vier Karosserievarianten: als zweitüriges Cabriolet, als zweitüriges Coupé, als viertürige Limousine mit B-Säulen und als Hardtop. Die fünftürigen Kombis bildeten die eigenständige Serie 4600. Es wurden nun kleinere Motoren mit nur noch 4916 cm3 und 210 bhp (154 kW) eingesetzt. Außerdem gab es eine 3-stufige Getriebeautomatik.

1965 gab es die technisch baugleichen Modelle in Standard- und Custom-Ausführung, wobei das Cabriolet nur als Custom-Version verfügbar war. Das Styling der Fahrzeuge war etwas eckiger gestaltet.

Im Folgejahr bildeten die Kombimodelle eine eigene Serie namens Sport Wagon, und das zweitürige Coupé war als Hardtop konstruiert. Ein deutliches Facelift sorgte für einen stark konturierten Kühlergrill und einen Hüftschwung über den hinteren Radausschnitten. Außerdem kam ein größerer Motor mit 5572 cm3 und 220 bhp (162 kW) zum Einsatz. Ohne große Veränderungen wurde diese Modellreihe auch 1967 weitergebaut.

1968 gab es nur leichte stilistische Anpassungen, so z.B. rechteckige Einfassungen für die runden Doppelscheinwerfer. Wiederum wurde die Motorleistung vergrößert, diesmal auf 5735 cm3 und 230 bhp (169 kW). 1969 wurde beim ansonsten technisch unveränderten Fahrzeug die Frontpartie leicht geglättet.

In diesen sechs Jahren entstanden 937.856 Exemplare.

1970 gab es nur ein kleines Facelift, aber der 5,7 l-V8-Motor legte deutlich an Leistung auf 260 bhp (191 kW) zu. Neu dazu kam ein 455-Ausführung, die den großen V8 mit 7.456 cm3 mit 370 bhp (272 kW) beinhaltete.

1971 wurden komplett überarbeitete, größere Karosserien vorgestellt. Technisch blieb man jedoch bei den Angeboten des Vorjahres, wobei der 5,7 l-V8 nur noch 230 bhp (169 kW) abgab. Scheibenbremsen vorne, eine 3-Stufen-Getriebeautomatik und Servolenkung wurden bei allen LeSabre-Modellen Standard.

1972 ging man bei den Leistungsangaben zu SAE-PS (nhp) über, was die nominalen Werte drastisch senkte, da die Leistungen jetzt mit allen Nebenaggregaten und an der Hinterachse gemessen wurden. So brachte es der einzig verfügbare 5,7 l-V8 nun nur noch auf 150 nhp; der 7,5 l-V8 des 455 fiel aus dem Programm. Stilistisch gab es nur geringfügige Veränderungen.

Im Folgejahr wurde der 7,5 l-V8 wieder angeboten und bot 225 nhp; die Leistung des 5,7 l-V8 stieg auf 175 nhp. Das Cabriolet wurde in diesem Jahr nicht angeboten. Sonst gab es kaum Veränderungen.

1974 gab es wieder ein deutliches Facelift. Die runden Doppelscheinwerfer in ihren rechteckigen Rahmen waren nun seitlich vom Kühlergrill angeordnet, dessen obere Hälften aus Blenden in Wagenfarbe bestanden. Auch gab es nun wieder ein Cabriolet, allerdings nur als LeSabre Luxus (der Luxus ersetzte den Custom).

1975 sanken die Motorleistungen wegen des Einsatzes von Katalysatoren auf 165 nhp, bzw. 205 nhp. Auch kam erstmals bleifreies Benzin zum Einsatz. Der Luxus trug wieder die Bezeichnung Custom. Daneben gab es nur ein leichtes Facelift.

1976 fiel das Cabriolet wegen seines nachhaltigen Misserfolgs aus dem Programm. Die anderen Modelle erhielten kleine, rechteckige Doppelscheinwerfer mit darunter angeordneten Blink- und Begrenzungsleuchten. Erstmals beim LeSabre und einmalig bei einem US-Fahrzeug der oberen Mittelklasse wurde ein V6-Motor mit 3785 cm3 Hubraum als Grundausstattung angeboten. Dieser war nur für die Standardausführung verfügbar und leistete 105 nhp.

Insgesamt entstanden in sieben Jahren 1.122.005 Exemplare des LeSabre.
 

Deutlich verkleinert, aber ohne wesentliche stilistische Änderungen ging der LeSabre ins Modelljahr 1977. Wie bei allen GM-Fahrzeuge dieser Zeit wurden Größe und Gewicht als Reaktion auf die Ölkrise deutlich reduziert, ohne jedoch den Platz im Innenraum und im Kofferraum wesentlich einzuschränken. Auch der Hinterradantrieb blieb zunächst erhalten. Hardtop-Modelle wurden nicht mehr angeboten; es gab nur noch ein zweitüriges Coupé und eine viertürige Limousine. Erweitert wurde das Motorenangebot: Neben dem aus dem Vorjahr bekannten 3,8 l-V6 mit unverändert 105 nhp gab es vier verschiedene V8-Motoren: 4.933 cm3 mit 135 nhp (99 kW), 5735 cm3 mit 155 nhp (114 kW) oder 170 nhp (125 kW) und 6604 cm3 mit 185 nhp (136 kW).

Im nächsten Jahr kam noch ein V6-Turbo-Motor für das LeSabre Sport-Coupé dazu, der aus ebenfalls 3,8 l Hubraum eine Leistung von 165 nhp (121 kW) schöpfte, und der 4,9 l-V8 wurde durch einen V8 mit 4.998 cm3 ersetzt, der 145 nhp (107 kW) leistete. Auch die Fahrzeugfront war deutlich verändert worden: es gab einen Kühlergrill im Mercedesstil, der sich bis unterhalb der Doppelscheinwerfer erstreckte (dorthin, wo bisher die Blink- und Parkleuchten angeordnet gewesen waren). Die Blinkleuchten wanderten an die Fahrzeugecken. Auch hatten die Fahrzeuge, den neuen gesetzlichen Vorschriften entsprechend, nun seitlich gelbe Begrenzungsleuchten an den vorderen Kotflügeln und entsprechende rote Leuchten an den Seiten der hinteren Kotflügel.

1979 gab es nur ein kleines Facelift, der V6-Turbo erstarkte auf 170 nhp (125 kW), und der 4,9 l-V8 ersetzte wieder den 5,0 ltr.-Motor des Vorjahres, allerdings mit 140 nhp (103 kW). Der stärkere 5,7 l-V8 leistete nur mehr 160 nhp (118 kW), und der 6,6 l-V8 entfiel.

Im Folgejahr zeigte der mercedesartige Kühlergrill eine feinmaschige Netzstruktur, der Basis-V6-Motor leistete nun 110 nhp (81 kW). Dazu kam ein größerer V6-Motor mit 4130 cm3 und 125 nhp (92 kW). Neu war auch der LeSabre Estate Wagon, ein fünftüriger Kombi auf Basis der gleichen Bodengruppe wie Coupé und Limousine, aber ausschließlich mit V8-Motor erhältlich.

1981 gab es erneut eine deutlichere Überarbeitung: der Kühlergrill war in einer gröbermaschigen Netzstruktur gegliedert und erstreckte sich, wie vordem, wieder bis unterhalb der rechteckigen Doppelscheinwerfer. Das vielfältige Motorenangebot, das auf einander ähnliche Motoraggregate unterschiedlicher GM-Hersteller (Oldsmobile, Pontiac, Chevrolet) basierte, wurde deutlich reduziert. Es gab nur noch vier Motoren: Die beiden V6 aus dem Vorjahr (der V6-Turbo war zusammen mit dem LeSabre Sport entfallen), zusätzlich einen neuen V8 mit 5031 cm3 Hubraum und einer Leistung von 140 nhp (103 kW) und erstmals auch einen V8-Diesel mit 5735 cm3 und 105 nhp (77 kW) Leistung.

Nur kosmetische Änderungen (ein noch gröberes Netzdesign am Kühlergrill) kennzeichneten die Modelle der Modelljahre 1982 und 1983. Auch in technischer Hinsicht blieben die Modelle unverändert. 1984 gab es einen neuen Grill mit mattschwarzen, vertikalen Leisten zwischen den Doppelscheinwerfern sowie neue Rückleuchten. Der Kombi entfiel in diesem Jahr.

Für 1985 war der Kühlergrill ein weiteres Mal modifiziert worden. Außerdem war dies das letzte Modelljahr des LeSabre mit Heckantrieb. Eine Kombiversion war wieder erhältlich, aber der 4,1 l-V6-Motor entfiel. Den LeSabre Limited gab es auch in einer Collector’s Edition.

Von dieser letzten LeSabre-Version mit Heckantrieb entstanden in neun Jahren 1.235.160 Exemplare.

1986 erschien ein komplett neues LeSabre-Modell, das nochmals deutlich kleiner in seinen Dimensionen und mit Frontantrieb versehen war. Allerdings gab es nur Limousine und Coupé in dieser Ausführung; der Kombi wurde ohne Veränderungen weitergebaut. Die Wagen zeigten sich in einer Keilform und besaßen einen breiten Kühlergrill mit einem grobem Netzdesign, an dessen beiden Enden sich eingesetzte rechteckige Doppelscheinwerfer befanden. Als Antrieb für die neuen Fronttriebler dienten wahlweise zwei V6-Motoren: der kleinere verfügte über 2966 cm3 Hubraum und leistete 125 nhp (92 kW), der größere war der bekannte 3,8 l-V6, mit nun 150 nhp (110 kW). Das Kombimodell wurde weiterhin durch den 5,05 l-V8-Motor angetrieben. Der Diesel war wegen Mangels an Kundeninteresse entfallen.

Nur im Modelljahr 1986 gab es als Coupé den LeSabre Grand National, das erfolgreich an NASCAR-Rennen teilnahm. Von dem immer in Schwarz gehaltenen Wagen mit grauer Innenausstattung wurden nur zwischen 112 und 117 Exemplare gebaut, was ihn zum heute meistgesuchten LeSabre-Modell überhaupt macht.

Im Modelljahr 1987 entfiel der kleine V6-Motor, als einfachste Ausführung wurde der LeSabre (ohne Zusatzbezeichnung) wieder eingeführt. Als besonderes Modell war der LeSabre T-Type erhältlich, der – nur als Coupé verfügbar – immer eine schwarze Lackierung und in Mattschwarz gehaltene Zierteile besaß. Des weiteren verfügte der T-Type über ein Lederlenkrad und Alufelgen. Auf Wunsch gab es das T-Paket auch für die anderen LeSabre-Modelle (mit Ausnahme des Kombi). Alle LeSabre erhielten Breitband- statt der bisherigen Doppelscheinwerfer. In den beiden Folgejahren gab es keine Veränderungen, lediglich die Motorleistung des einzig verfügbaren V6 stieg 1989 auf 165 nhp (121 kW). Ab 1988 wurde der LeSabre Standard nur noch als Coupé gebaut und der LeSabre Custom nur noch als Limousine. Den LeSabre Limited gab es in beiden Karosserievarianten.

1990 war der T-Type wegen schlechter Verkaufszahlen im Vorjahr aus dem Angebot gestrichen worden ebenso wie der Kombi mit Heckantrieb und V8-Motor. Die verbleibenden Modelle Custom und Limited erhielten eine leicht veränderte Frontpartie und Heckleuchten mit integrierten Rückfahrscheinwerfern.

1991 erhielt das Modell noch einmal eine neue Fahrwerkgeometrie, ansonsten unterzog man Buicks Bestseller keinen weiteren Veränderungen.

Vom ersten LeSabre-Modell mit Frontantrieb entstanden 723.297 Stück in sechs Jahren, während vom letzten Modell des LeSabre Estate Wagon auf Basis der bisherigen Plattform noch 19.700 Exemplare gebaut wurden.

Eine aerodynamische Überarbeitung erhielt der LeSabre für das Modelljahr 1992, sodass er dem Park Avenue ähnlich sah. Damit nahm er auch in der Länge bei gleichbleibendem Radstand etwas zu. Es gab nur noch eine viertürige Limousine mit dem 3,8 l-V6-Motor, dessen Leistung auf 170 nhp (125 kW) gesteigert worden war. Nur noch die beiden besseren Ausstattungsvarianten Custom und Limited waren lieferbar. 1993 wurde ABS Standardausstattung für alle LeSabre-Modelle, und es gab ein besonderes Modell zum 90.Geburtstag der Firma Buick. Bis einschließlich 1995 gab es nur geringfügige technische Änderungen.

Im Modelljahr 1996 erhielt der LeSabre einen neuen Motor. Der 3,8 l-V6 der Serie II leistete 205 nhp (151 kW). 1997 erfolgte ein leichtes Facelift, bei dem die Blinkleuchten aus den vorderen Scheinwerfern in die Stoßfänger wanderten. Auch gab es jetzt serienmäßig ein Drehzahlmesser, das aber nicht so recht zum immer noch Verwendung findenden Breitbandtachometer passen wollte. In dieser Ausführung wurden die Wagen noch bis 1999 weitergebaut.

Insgesamt entstanden in acht Jahren ca. 1,2 Mio. Exemplare vom LeSabre der zweiten Modellgeneration mit Frontantrieb.

Für das Modelljahr 2000 erhielt der LeSabre nochmals eine grundlegende Überarbeitung. Die Motorhaube wurde konturiert, der ovale Kühlergrill öffnete nicht mehr zusammen mit der Motorhaube, und das Heck war höher gestaltet. Die Blinkleuchen wanderten wieder an die Fahrzeugecken neben die Breitbandscheinwerfer.

Zum 100. Geburtstag von Buick 2003 erschien ein besonders gut ausgestattetes Sondermodell LeSabre Centennial in den Lackierungen Weiß und Perlfarben mit schwarzen Zierteilen.

Am 22. Juni 2005 wurde der letzte LeSabre gefertigt. Im Modelljahr 2006 beerbte ihn der Buick Lucerne.

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