Chevrolet Biscayne (1958-1972)

Der Chevrolet Biscayne war ein PKW der oberen Mittelklasse, der in den Modelljahren 1958 bis 1972 von Chevrolet in den USA als Nachfolger des Modells Two-Ten gebaut wurde. 1958 stellte er die mittlere Ausstattungsvariante dar, ab 1959, nach dem Wegfall des Del Ray war er Chevrolets günstigstes Angebot in seiner Klasse.

Chevrolet Biscayne

Nachfolger des Two-Ten wurde 1958 der Biscayne. Die Sechszylindermodelle hießen dabei Serie 1500 und hatten den vom Vorgänger bekannten Reihenmotor mit 3.859 cm3, der 145 bhp (107 kW) bei 4.200 min-1 abgab. In der Serie 1600 waren sechs verschiedene V8-Motoren lieferbar; Basis war ein Motor mit 4.638 cm3, der bei 4.600 min-1 eine Leistung von 185 bhp (136 kW) abgab.

Es gab nur zwei Aufbauten für den Biscayne: Limousinen mit sechs Sitzplätzen und 2 oder 4 Türen. Die sechs- oder neunsitzigen Kombis mit 5 Türen hießen Brookwood. Anstatt der einzelnen Scheinwerfer des Vorgängermodells befanden sich unter den Schuten nun Doppelscheinwerfer.

Komplett überarbeitet präsentierten sich die Chevrolets des Modelljahres 1959. Die deutlich flacheren Karossen mit längerem Radstand hatten einen Kühlergrill über die gesamte Fahrzeugbreite mit integrierten Doppelscheinwerfern und am Heck charakteristische, als Flügel ausgebildete Heckflossen, unter denen linsenförmige Rückleuchten angeordnet waren. Der Del Ray war verschwunden, und so war der Biscayne der Serien 1100 (Sechszylinder) und 1200 (V8) das Einstiegsmodell. Zu den beiden Limousinen des Vorjahres gab es nun einen 2-türigen „Utility Sedan“, eine Limousine ohne Rückbank, die als Lieferwagen diente. Den Brookwood gab es nur noch mit sechs Sitzplätzen, aber mit wahlweise 3 oder 5 Türen.

Das Motorenangebot des Vorjahres wurde im Wesentlichen übernommen.

1960 gab es wenig stilistische und technische Veränderungen. Neu waren die Fleetmaster-Serien 1300 (Sechszylinder) und 1400 (V8), 2- oder 4-türige Limousinen die eine etwas einfachere Ausstattung hatten als die Standardmodelle und für Fahrzeugflotten gedacht waren. So war die Polsterung einfacher gehalten, Zigarettenanzünder, Armlehnen in den Türen und Sonnenblende auf der Beifahrerseite – sonst zur Serienausstattung gehörig – fehlten bei diesen Modellen. Viele ansonsten verchromte Teile waren beim Fleetmaster nur lackiert. Der 3-türige Brookwood war wieder entfallen, dafür gab es wieder einen Neunsitzer.

1961 folgte ein Facelift, das von den Heckflügeln nur noch Andeutungen übrig ließ. Die Motorenpalette wurde um einen V8 mit 6.702 cm3 Hubraum und 360 bhp (265 kW) Leistung erweitert. Auch die anderen Aggregate legten an Leistung zu.

1962 wurde in der unteren Mittelklasse der Chevy II eingeführt, sodass der Biscayne nicht mehr der kleinste Chevrolet war. Die Fleetmaster-Modelle waren wieder entfallen, ebenso der „Utility Sedan“. Die Karosserien waren gestrafft und die linsenförmigen Rückleuchten wichen drei runden Exemplaren auf jeder Seite. Der 6,7 l-V8 erreichte mit 409 bhp (301 kW) einen neuen Spitzenwert. Der Kombi war nur noch als Sechssitzer erhältlich und hieß nicht mehr Brookwood, sondern, wie die anderen Modelle, Biscayne.

1963 gab es fast keine stilistischen Veränderungen, aber die Motorleistung des 6,7 l-V8 legt auf 425 bhp (313 kW) zu und zusätzlich war ein V8 mit 6.997 cm3 Hubraum und 430 bhp (316 kW) erhältlich. 1964 wurde nur die Frontmaske leicht überarbeitet und zeigte einen etwas niederigeren Kühlergrill.

 


 

Komplett überarbeitet wurde der Biscayne im Modelljahr 1965 präsentiert. Die Wagen waren flacher, breiter und länger. Die Nase mit dem niedrigen Kühlergrill, der sich auch unterhalb des Stoßfängers erstreckte, formte ein flaches V, dessen Spritze nach vorne und oben wies. Über den hinteren Radausschnitten zeigte sich ein leichter Hüftknick. Neben dem altbekannten Sechszylinder-Reihenmotor gab es ein neues Aggregat mit 4.097 cm3 Hubraum, das bei 4.200 min-1 eine Leistung von 155 bhp (114 kW) entwickelte. Die Sechszylindermodelle hießen nun Serie 153, während die V8-Modelle als Serie 154 bezeichnet wurden. Bei ihnen gab es einen neuen V8 mit 6.489 cm3, der 325-425 bhp (239-313 kW) leistete. Im Folgejahr gab es nur kleine Retuschen, wie zusätzliche Chromleisten an den Scheinwerfern.

1967 wanderten die vorderen Blinkleuchten an die Fahrzeugecken und bildeten mit der V-förmigen Nase eine deutliche Konturierung der Fahrzeugfront. Die Hüftknicke über den hinteren Radausschnitten wurden deutlicher. 1968 wurden die vorderen Blinkleuchten wieder kleiner und machten einem deutlich nach oben gezogenen Frontstoßfänger Platz. Die Doppelscheinwerfer erhielten rechteckige, verchromte Rahmen. Technisch änderte sich in diesen beiden Jahren wenig.

Erneut komplett überarbeitet präsentierte sich die Serie 1969. Bei gleichem Radstand waren die Wagen in Länge und Breite nochmals gewachsen. Die noch stärker konturierte Front zeigte allseitig einen massiven Chromrahmen und die hinteren Radausschnitte waren so weit verkleinert worden, das die oberen Hälften der Räder fast abgedeckt waren. Die untere Hälfte des Heckabschlusses wurde vom verchromten, hinteren Stoßfänger eingenommen, der auch die drei schmalen Rückleuchten pro Seite aufnahm. Der Kombi hieß wieder Brookwood.

1970 gab es wenig Veränderungen. Die 2-türige Limousine wurde eingestellt und das Motorenprogramm gestrafft: Neben dem bekannten 4,1 l-Sechszylindermotor kam ein neuer V8 mit 5.735 cm3 Hubraum und 250 bhp (184 kW).

1971 kam ein komplett neuer Biscayne heraus. Das Kombimodell hieß weiterhin Brookwood. Der Radstand war bei der Limousine um 2 ½“ gewachsen, beim Kombi gar um 6“. Die wuchtige, stark konturierte Front zeigte einen niedrigen Kühlergrill und Blinkleuchten wieder an den Fahrzeugecken. Alle großen Chevrolets bekamen Scheibenbremsen an allen vier Rädern. Die Motorleistungen sanken um je 5 bhp.

Eine leichte Überarbeitung der Fahrzeugfront ließ 1972 den Kühlergrill in der Höhe schrumpfen. Der Radstand der Limousine legte nochmals um ½“ zu. Ab diesem Jahr wurden die Motorleistungen in Netto-PS (nhp) angegeben. Der stärkste V8-Motor besaß 7.440 cm3 Hubraum und leistete 270 nhp (199 kW). Die neue Modellbezeichnung war in diesem letzten Jahr einheitlich für Sechs- und Achtzylinder Serie 1K

Im Folgejahr wurde der Biscayne nicht mehr angeboten und der Bel Air übernahm die Rolle des günstigsten Chevrolets in der oberen Mittelklasse. In Kanada wurde noch bis 1975 ein Biscayne mit 5,7 l-V8 angeboten.

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