Chevrolet Camaro (2011-) / Camaro (FP_) (1981-1992) / Camaro Cabrio (2011-) / Camaro (1992-1998) / Camaro (1998-) / Camaro Cabrio (1998-)

Der Camaro ist ein Pony Car (ein kleiner Sportwagen) des US-amerikanischen Automobilherstellers Chevrolet, der zum General Motors-Konzern (GM) gehört. Laut Chevrolet leitet sich der Name „Camaro“ aus dem französischen Wort camarade ab, was sich mit „Kamerad“ oder „Freund“ übersetzen lässt.

Chevrolet Camaro, 1967-81 (Chilton's Total Car Care Repair Manuals)

Das weltbekannte sportliche Auto entstand als Konkurrenz zum Mitte der 1960er Jahre extrem erfolgreichen Ford Mustang und wurde als typischer Vertreter der Muscle-Cars schnell einer der beliebtesten Sportwagen. Ein ähnliches, nicht weniger erfolgreiches Konzept verfolgte der ebenfalls zu GM gehörende deutsche Automobilhersteller Opel mit dem Opel Manta.

Die Standardmotorisierung des Camaros waren immer großvolumige V8-Motoren jenseits der 200 PS. Ebenfalls angebotene Reihensechszylinder, später V6-Maschinen, in den 1980er Jahren auch Reihenvierzylinder, galten stets als „Sparversionen“.

Es wurden von 1966 bis 2002 vier unterschiedliche Camaro-Generationen auf den Markt gebracht. Ab 1993 wurde die vierte Generation des Camaro gebaut, sie hat aber mit dem ursprünglichen Design nicht mehr viel gemein. In Deutschland wurde ein 3,8-Liter-V6 mit 142 kW (193 PS) als Coupé und Cabrio angeboten. Der 5,7-Liter-V8 als Z28 mit 212 kW (288 PS) wurde in Deutschland ausschließlich als Coupé mit T-Tops (zwei herausnehmbaren Glasdachhälften) verkauft.

Da er auf der gleichen Plattform (F-Body) aufbaut, gilt der Pontiac Firebird als sein Schwestermodell.

Das nur in den USA angebotene Top-Modell trägt die Bezeichnung SS, abgeleitet von Super-Sport, und war als Coupé und Cabrio erhältlich. Diese Modelle wurden jedoch nicht von General Motors gefertigt, sondern von SLP, einem eigenständigen Tuner und Veredler, vergleichbar mit der M-GmbH bei BMW oder AMG bei Mercedes-Benz.

 

 

Im Jahre 2002 wurde die Produktion der vierten Generation eingestellt, erst 2009 nahm GM die Produktion mit der fünften Generation wieder auf.

Die ersten Camaros basierten auf der damals neu entwickelten Chevrolet Nova-Plattform von 1966. Diese war eine Universal-Plattform und umfasste die Bodengruppe von Windschutzscheibe/Spritzwand bis zum Heck. Die Front wurde durch einen Stahlrahmen realisiert. Von Anfang an konnte der Camaro als Coupé oder Cabrio geordert werden. Die Zubehörliste umfasste knapp 80 Optionen, 3 Hauptpakete und verschiedene Motorisierungen. Neben dem RS-Modell stieß das SS-Modell auf größeres Interesse.
Im Dezember 1966 schuf Chevrolet einen der bekanntesten Optionen-Kodes, den Z-28. Er blieb unbeworben und war daher bei den Käufern unbekannt; es wurden 1967 nur 609 Einheiten produziert. Das Paket umfasste einen speziellen 4,9-Liter-V8, Scheibenbremsen vorn, Sportfederung und ein 4-Gang-Getriebe der Firma Muncie. Er war kaum mit anderen Optionen kombinierbar. Mit diesem Auto sollte eine erfolgreiche Teilnahme an der „Club of America Trans Am“ Rennserie erreicht werden, zugelassen wurden jedoch nur frei verkäufliche Straßenfahrzeuge. Die Leistung des Motors wurde mit wenig beeindruckenden 290 PS angegeben, Messungen auf Prüfständen ergaben jedoch 360 bis 400 PS. Der Z-28 galt als schwierig in der Handhabung, der hoch drehende Motor war bei niedrigen Drehzahlen sehr träge und wurde optimal bei 7500 Umdrehungen pro Minute geschaltet. Einmal in Fahrt, war er nur schwer zu schlagen und erreichte zahlreiche Rennsiege. Der Bekanntheitsgrad des Camaro stieg rapide nach dem Einsatz als Pace Car beim Indianapolis 500-Rennen.

Neben optischen Veränderungen wurde die bemängelte Federung der Hinterachse überarbeitet. Statt einer einfachen Blattfeder wurden eine mehrschichtige Blattfeder eingesetzt und die Stoßdämpfer abgestuft. Der Bekanntheitsgrad der Z-28-Option stieg und es wurden davon 7199 Einheiten verkauft.

Es gab wiederum optische Überarbeitungen an Karosserie, Kühlergrill, Türen und Rücklichtern. Das Auto wirkte dadurch breiter und flacher. Im Innenraum gab es ein überarbeitetes Armaturenbrett und komfortablere Sitze.
Doch die große Neuigkeit war die Verfügbarkeit eines 7-l-V8-Motors mit 425,2 PS. Die ersten Autos wurden von Autohäusern umgebaut, eines der bekanntesten war der Yenko Camaro 427. Chevrolet lieferte die Autos mit dem Motor in einer Holzkiste, komplettiert wurden sie erst von den Händlern.


In den Schatten gestellt wurden diese modifizierten Camaros durch den ZL1 von Chevrolet, speziell entworfen zur Teilnahme an „NHRA Super Stock“ Rennen. Grundlage war ein SS mit 6,5-l-V8-Motor und 375 PS, der mit dem F41-Sportfahrwerk, Scheibenbremsen vorn und einem verstärkten 4-Gang-Getriebe ausgestattet wurde. Statt des normalen L72, wie er von den Händlern verbaut wurde, bekam der ZL1 den ersten von Chevrolet hergestellten Aluminium-Motor (L88). Die Leistung wurde im Zulassungsschein mit 430 PS angegeben, andere Messungen jedoch bestätigten ohne weiteres 550 PS. Einige spezielle für den Renneinsatz konzipierte Motoren erreichten sogar bis zu 580 PS. Es dürfte sich damit um den leistungsstärksten Motor handeln, der von Chevrolet im Handel angeboten wurde. Erreicht wurden solch astronomische Werte durch Maßnahmen wie der Kompressionssteigerung (von damals üblichen 8,5:1–10,5:1) auf gewaltige 12,5:1. Diese Leistung hatte ihren Preis: der ZL1 kostete für die damalige Zeit hohe 7200 US-Dollar und damit etwa doppelt soviel wie der zugrunde liegende SS Camaro. Aufgrund des Preises waren die Autos nur schwer absetzbar und der Verkauf dauerte bis Anfang der Siebziger. Für die Rennen war eine Mindestproduktion von 50 Autos vorgeschrieben, Chevrolet produzierte 69 Einheiten. Durch seine Besonderheiten und die geringe Stückzahl genießt der ZL1 einen hohen Sammlerwert.

 

Im Gegensatz zu vielen anderen Designstudien ist das Concept-Model tatsächlich zum Camaro der fünften Generation gereift. Die Konstruktion des Fahrzeugs erfolgte bei der GM-Tochter Holden in Australien, produziert wird das Auto in der Oshawa Car Assembly im kanadischen Oshawa.

Basis des Fahrzeugs ist die neue Zeta-light-Plattform, die sich der Camaro mit weiteren Hecktrieblern bei Buick, Chevrolet und Holden teilen wird. Es sind derzeit drei Motoren verfügbar:

  • V6 (LLT) mit 3564 cm³ Hubraum, 224 kW (305 PS), 370 Newtonmeter Drehmoment, Direkteinspritzung, zwei oben liegenden Nockenwellen und vier Ventilen pro Zylinder, lieferbar mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder Sechsgang-Wandlerautomatik
  • V8 (L99) mit 6162 cm³ Hubraum, 6-Gang-Automatikgetriebe, 294 kW (400 PS) und 556 Nm
  • V8 (LS3) mit 6162 cm³ Hubraum, 6-Gang-Schaltgetriebe, 313 kW (426 PS) und 569 Nm

Beide V8 besitzen eine zentrale Nockenwelle und zwei Ventile pro Zylinder.

Der aktuelle Stand der Technik hält Einzug: Alle Versionen haben Einzelradaufhängung und Scheibenbremsen rundum, sechs Airbags, geschwindigkeitsabhängige Servolenkung, ESP und Traktionskontrolle. Der L99-V8 verfügt zusätzlich über eine Zylinderabschaltung (genannt Active Fuel Management) zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs.

Je nach Motorisierung und Ausstattung beträgt der Grundpreis des Fahrzeugs 22.995 bis 34.180 US-Dollar.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Chevrolet Camaro aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Auf dieser Seite sind auch Versionen und Autorenangaben verzeichnet.