De Tomaso Deauville (1971-1988)

 

Die De Tomaso Deauville ist ein Modell des italienischen Automobilherstellers De Tomaso aus Modena. Die Bezeichnung des Autos weist auf den französischen Badeort Deauville hin, in dem sich eine bekannte Pferderennbahn befand.

 

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Konzeptionell war die Deauville als Konkurrent des 1968 erschienenen Jaguar XJ6 gedacht; gleichzeitig sollte sie aber auf dem nationalen Markt auch die Lücke füllen, die der 1970 eingestellte Maserati Quattroporte I hinterlassen sollte.

Das Fahrwerk und die Bodengruppe der Deauville wurden von Giampaolo Dallara entworfen. Der Wagen war mit doppelten Dreieckslenkern und Einzelradaufhängung rundum ausgestattet. Beim Triebwerk handelte es sich um eine ebenso schlichte wie kraftvolle und solide Konstruktion: De Tomaso verwendete einen Achtzylinder der Ford Cleveland-Baureihe, der bereits im Pantera Verwendung fand. Offiziell war seine Leistung auf 270 PS gedrosselt worden. In Wirklichkeit wurden nur die stärksten Motoren ausgewählt, um der fast zwei Tonnen schweren Limousine vernünftige Fahrleistungen zu verleihen. Das Getriebe war eine Ford-C6-Automatik. Auch ansonsten nutzte de Tomaso zahlreiche Anbauteile aus der Großserie: Die Hinterachse wurde etwa vom Jaguar Mark X übernommen, und die Lenksäule stammte aus der Lincoln-Produktion.

Die Karosserie der Deauville wurde von Tom Tjaarda entworfen, der seinerzeit für die Carrozzeria Ghia tätig war. Das Design entsprach konzeptionell sehr dem Jaguar XJ. Einige Detailfragen waren identisch gelöst, etwa die Motorhaube, die samt Kühlergrill, innerer Scheinwerfer und Frontstoßstange aufklappte, und die zwei separat zugänglichen Tanks; in anderen Bereichen war Tjaardas Entwurf dagegen eigenständig. So zeigt er eine deutlich abfallende Frontpartie und einen ebenso deutlich erkennbaren Schwung über den Hinterrädern, die die seinerzeit in den USA bevorzugte Coke-Bottle-Linie aufgreifen sollte.

Die De Tomaso Deauville wurde auf dem Turiner Autosalon 1970 vorgestellt. Die Produktion blieb gering. Den höchsten Jahresausstoß erreichte das Werk 1972, als 46 Deauvilles hergestellt wurden.

 

 

1978 wurde eine zweite Serie der Deauville vorgestellt. Sie zeichnete sich durch eine geänderte Fahrwerksgeometrie sowie durch eine andere Positionierung des Motors aus. Das Triebwerk war nun im Hinblick auf eine bessere Gewichtsverteilung zehn Zentimeter weiter nach hinten versetzt. Schließlich wurde die bisherige Lincoln-Lenkung durch eine Konstruktion von ZF ersetzt.

Optisch entsprachen die Deauvilles der zweiten Serie anfänglich denen der Serie 1. Erst 1980 erhielten sie - analog zum De Tomaso Longchamp - breitere, in Gummi eingefasste Stoßstangen, in die die vorderen Blinker integriert waren.

Die überarbeiteten Fahrwerke der Deauville Serie 2 wurden ab 1978 als Grundlage für den neuen Maserati Quattroporte III verwendet, der wesentlich erfolgreicher war als die Deauville.

Die De Tomaso Deauville war kein kommerzieller Erfolg. Die Produktion der Limousine endete 1986, der Abverkauf der letzten Fahrzeuge dauerte allerdings noch bis 1988 an. In dieser Zeit entstanden 355 Exemplare. Mehr als 46 Fahrzeuge pro Jahr (1972) wurden nie produziert.

Die Deauville wird in den meisten Publikationen als hochwertiges Fahrzeug beschrieben, das insbesondere dem Iso Fidia hinsichtlich Verarbeitung, Sportlichkeit und Komfort deutlich überlegen war und in manchen Bereichen an die Qualitäten des Jaguar XJ herankam. Der mangelnde Erfolg des Autos wird zumeist auf seine in vielen Details offensichtliche Nähe zur amerikanischen Großserie zurückgeführt, aufgrund derer es hinter dem Image eines Maserati Quattroporte oder dem des Jaguar XJ deutlich zurückblieb.

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