De Tomaso Mangusta (1967-1971)

 

Der De Tomaso Mangusta war ein Sportwagen des italienischen Herstellers De Tomaso.

 

De Tomaso Mangusta, rot, Motorhaube zum öffnen, 1969, Modellauto, Fertigmodell, Minichamps 1:43

 

Der Mangusta von De Tomaso war – wie die meisten De Tomasos der 60er-Jahre – eine schwere Geburt, was an Carroll Shelby und dem Autobauer Ghia lag. De Tomaso experimentierte mit einem Sportwagen mit Zentralrohrrahmen auf Ford-V8-Basis für Carroll Shelby. Das war der 70P mit 5,7-Liter-Motor, der Motor sollte mittig sitzen und mit einem ZF-Transaxle-Getriebe verbunden sein. Zeitgleich hatte Giorgetto Giugiaro, damals Chefdesigner bei Ghia, eine aufsehenerregende Karosserie für Piero Rivolta bei Iso entworfen. Beide Projekte wurden erstmal 1966 aufgegeben.

Allerdings brachte Konstrukteur De Tomaso die beiden Konzepte später dennoch zusammen. Das Mittelmotorcoupé, das ein verstärktes Chassis des Vallelunga bekam, erhielt eine 4,7-Liter-Version des US-Ford-Motors und die leicht veränderte Ghia-Karosserie - fertig war der Mangusta. Warum "Mangusta"? Stolz und Herausforderung spielten bei der Wahl eine große Rolle. "Mangusta" ist das italienische Wort für den Mungo – ein kleines Säugetier, das in der Lage ist, giftige Kobras zu besiegen. Der Name "Mangusta" sollte also signalisieren, dass dieses Auto eine ernstzunehmende Konkurrenz für Carroll Shelbys Cobra darstellen sollte.

Der erste Prototyp besaß 1966 eine Glasfiberkarosserie, aber als der Mangusta ein Jahr später in Serie ging, war daraus eine Ghia-Karosserie aus Stahl mit Aluminiumbeplankung geworden. Technisch und optisch wirkte er wie ein typisch italienischer Sportwagen, aber eigentlich war er ein gezähmter Renner. Die Gewichtsverteilung war alles andere als gut (68 % lagen auf der Hinterachse), er hatte eine enge Fahrgastzelle, deren Windschutzscheibe dem Fahrer sehr nahe war und die heiß wurde, wenn man den Motor stark belastete. Wie beim Vallelunga schien auch der Zentralrohrrahmen des Mangusta zu weich zu sein, außerdem war das Fahrverhalten problematisch, jedoch waren die Fahrleistungen unumstritten.

 

 

Die Karosserie ist einen Blick wert, z.B. die Heckklappe, die in der Mitte geteilt und wie Flügeltüren längs zum Auto zu öffnen war. Mit viel Liebe zum Detail konstruiert und einer guten Verarbeitung hätte der Mangusta damals eine Sensation werden können. Aber so wie er verkauft wurde, war er bei Nässe beinahe unkontrollierbar und bei hohen Geschwindigkeiten vorne unangenehm leicht.

In den vier Produktionsjahren wurden nur 400 Mangustas gebaut.

Zwischen 1996 und 2002 entstand ein weiteres Auto mit dem Namen de Tomaso Mangusta. Hierbei handelte es sich um eine Neuentwicklung de Tomasos, die 1995 unter der Bezeichnung Biguà vorgestellt worden war. De Tomaso verkaufte die Rechte an dem Fahrzeug an Kjell Qvale, der das Auto ab 1999 in einem eigenen Werk in Modena herstellte. Einem geschickten Schachzug Alejandro de Tomasos war es zu verdanken, dass der Wagen nicht als de Tomaso Mangusta verkauft werden durfte: Qvale hatte die Rechte an der Konstruktion und am Namen Mangusta erworben, nicht aber die Nutzungsrechte an dem Namen de Tomaso. In der Folgezeit wurde der Wagen daher als Qvale Mangusta verkauft, ein unbekannter, wenig attraktiver Name, der für den wirtschaftlichen Mißerfolg des Fahrzeugs in nicht unerheblichem Maße verantwortlich war.

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