DKW Munga (1956-1969)

Munga ist die Abkürzung für Mehrzweck-Universal-Geländewagen mit Allradantrieb.

DKW Munga, grün, Modellauto, Fertigmodell, Starline 1:43

Der DKW Munga ist ein leichter allradangetriebener Geländewagen, der bei der Auto Union in Ingolstadt zwischen Oktober 1956 und Dezember 1968 in Serie gebaut wurde. Rund 46.750 Fahrzeuge verließen in drei Karosserievarianten das Werk; daneben wurde eine große Anzahl von CKD-Fahrzeugen produziert.

Unter dem Begriff Candango wurde der Typ 4 in ähnlicher Ausführung und Ausstattung bei der Fa. Vemag in Brasilien gefertigt.

 

 

Der MUNGA war als viersitziger Wannenaufbau und als sechs- oder achtsitziger Pritschenaufbau lieferbar. Die Bezeichnung entspricht daher der Karosserievariante:

  • Wannenaufbau (MUNGA 4)
  • Pritschenaufbau (MUNGA 6)
  • verlängerte Pritsche (MUNGA 8)

Diese Bezeichnungen sind nicht mit der Typenbezeichnung F 91/ „x“ identisch. Sowohl für den Typ 6 als auch für den Typ 8 gab es von verschiedenen Karosseriebaufirmen Sonderaufbauten, die teilweise direkt über die Auto Union vertrieben wurden. Nachträglich wurden von einigen Eignern verschiedene Festaufbauten an allen 3 Fahrzeugtypen realisiert.

 

 

Während ein Großteil der Fahrzeuge ab November 1956 an die neue deutsche Bundeswehr ausgeliefert wurde, fanden weitere bei der Polizei, beim Bundesgrenzschutz, beim Technischen Hilfswerk und beim Luftschutzhilfsdienst Verwendung.

Über 2.100 Fahrzeuge kaufte allein die Niederländische Armee, fast ausnahmslos den Typ 4. Darüber hinaus fand der Geländewagen bei der britischen und der französischen Besatzungsmacht Verwendung und gehörte damit in Berlin bis zum Beginn der 1970er Jahre zum Alltag. Viele Fahrzeuge wurden in der zwölfjährigen Produktionszeit exportiert und fanden Abnehmer von Südafrika bis Nordamerika.

Nur ein kleiner Teil der produzierten Fahrzeuge fand auch private Käufer in Deutschland sowie gelegentlich Nutzer in der deutschen Land- und Forstwirtschaft. Immerhin beträgt der Anteil von zivilen Käufern im In- und Ausland rund 10 % der gefertigten Modelle.

Seit Mitte der 60er Jahre wurden die ersten Fahrzeuge aus Bundesbeständen ausgesondert und verkauft und damit dem zivilen Markt zugeführt, wo sie besonders in Land- und Forstwirtschaft Verwendung fanden. Vorrangig handelte es sich um verunfallte Fahrzeuge, die noch nicht die erste Hauptinstandsetzung durchlaufen hatten. Ab Anfang der 1970er Jahre wurden verstärkt Fahrzeuge aus Bundesbeständen ausgesondert, da diese inzwischen rund 15 Jahre im Einsatz waren. Dies galt nicht nur für die DKW-Fahrzeuge der Bundeswehr, sondern auch für die bei der Polizei im Einsatz befindlichen Fahrzeuge. Ebenfalls sonderten die Besatzungsmächte die Fahrzeuge aus.

Die Aussonderungswelle aus dem Behördenbereich endete fast ausnahmslos Mitte der 1980er Jahre. Die Depotersatzteilbestände der Bundeswehr wurden über die VEBEG GmbH ausgesondert und in den 1980er Jahren bundesweit meist in großen Einzellosen verkauft. Auch die holländische Armee veräußerte den gesamten Ersatzteilbestand nach der Aussonderung der Fahrzeuge.

Ein Großteil der erforderlichen Ersatzteile ist weiterhin noch lieferbar. Einzelne Händler haben immer noch ein Sortiment an Ersatzteilen. Bedarfsgerecht wurden bzw. werden mit Unterstützung der Audi AG, Ingolstadt, insbesondere Verschleißteile neu gefertigt.

Von ursprünglich rund 6.000 privat zugelassenen Fahrzeugen im Jahre 1986 ergab sich zum 1. Januar 2009 noch ein Bestand von rund 1.000 Fahrzeugen. Jährlich vermindert sich der Bestand zwischen ca. 5–10 %. 2007 waren noch 160 Fahrzeuge als LKW im deutschen Straßenverkehr zugelassen. Nach den amtlichen Zulassungsstatistiken werden aktuell nur noch die „rollenden“ Fahrzeuge ermittelt. Kfz, die vorübergehend stillgelegt sind, werden bei den amtlichen Zählungen nicht mehr berücksichtigt. Aktuell sind damit weniger als 1.000 Fahrzeuge in Deutschland zugelassen; die Anzahl der Fahrzeuge vom Typ 6 liegt bei knapp 30 Einheiten. Die Anzahl der mit rotem „07“-Kennzeichen betriebenen Fahrzeuge ist nicht feststellbar.

Größere Fahrzeugbestände sind in Holland und Italien mit jeweils knapp 100 zugelassenen Mungas zu finden. In Österreich sind immerhin noch rund 160 Fahrzeuge vom Typ MUNGA zugelassen.

Als Motor kam zunächst in der Serienfertigung der 40 PS leistende DKW-Dreizylinder-Zweitaktmotor mit rund 900 ccm aus der PKW-Reihe zum Einsatz; er wurde dann 1959 von der „1000er“-Maschine mit einer Leistung von 44 PS angetrieben und erreichte je nach Karosserievariante eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 98 km/h. Die geringste Dauergeschwindigkeit beträgt mit eingelegter Getriebereduzierung 3 km/h. Lediglich in den Versuchsträgern bis Sommer 1956 waren Motoren mit 36 bzw. 38 PS im Einsatz.

Das Fahrzeug hat mit Vorgelege 10 Gänge (8 Vorwärts- und 2 Rückwärtsgänge) und einen permanenten Allradantrieb. Die Steigfähigkeit beträgt bis zu 70 %, die Wattiefe liegt bei ca. 50 cm.

Je nach Zulassung als PKW oder als LKW unterscheiden sich die Leergewichtsangaben erheblich; diese variieren zwischen 1060 kg und 1315 kg, das Gesamtgewicht betrug je nach Typ zwischen 1450 kg und 1885 kg. Hieraus resultiert eine Zuladung von rund 400 bis 700 kg.

Während fast alle „Behördenfahrzeuge“ mit einer 24-Volt-Elektrik ausgestattet waren, erfolgte die Fertigung für den zivilen Markt und den Export in der Regel in der 12-Volt-Variante mit 160-Watt- oder 300-Watt-Lichtmaschine.

Die Verkaufspreise betrugen für den deutschen Markt von 1956 bis 1968 je nach Typ, Ausstattung, Zubehör und Käuferkreis von rund 7.800 DM bis zuletzt maximal 12.500 DM.

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