Fiat 127 (1971-1986) / 127 Panorama (1977-1986)

Der Fiat 127 ist ein Kleinwagen des italienischen Fahrzeugherstellers Fiat, der von 1971 bis 1987 (zuletzt nur noch in Argentinien bis 1997) produziert wurde. Für Design und Technik waren italienische und polnische Designer und Konstrukteure verantwortlich.

4x Bremsbacken + 2x Radbremszylinder AUTOBIANCHI A 112; FIAT 127 + PANORAMA; CINQUECENTO 170; FIORINO 127; 147; PANDA + VAN; REGATA 138 + WEEKEND; RITMO BERTONE CABRIOLET; RITMO 1 I 138A, 2 II 138A; SEICENTO 187; UNO 146A/E; LANCIA A 112; DELTA 1 I 831AB0; PRISMA 831AB0; Y10 156; SEAT FURA 025A

Modellgeschichte

Ende März 1971 lancierte Fiat als modernen Nachfolger des Fiat 850 mit Quermotor und Frontantrieb den 127, eine Schräghecklimousine mit separatem Kofferraum; ein Jahr nach Produktionsbeginn wurde auch eine Variante mit Heckklappe angeboten. Der 127 wurde 1972 zum „Auto des Jahres“ gewählt und erreichte hohe Verkaufszahlen. Der vergrößerte Motor der 850 Sport-Baureihe mit 903 cm³ und 47 PS/34,5 kW (für Deutschland: 45 PS/33 kW) trieb ihn über ein vollsyncronisiertes Vierganggetriebe mit Knüppelschaltung an. Er hatte eine selbsttragende Karosserie, vorn eine McPherson-Achse und hinten die damals bei Fiats Frontantriebsmodellen übliche Radaufhängung an Dämpferbeinen, Trapezlenkern und einer Querblattfeder. 1973 folgte der 127 Special mit angereicherter Ausstattung.

1977 erhielt der 127 eine umfassende Modellpflege mit Facelift, überarbeiteter Innenausstattung und einer Modellstaffelung in L, C und CL, angetrieben vom bisherigen 45 PS-Motor, den es in Deutschland auch in einer Normalbenzin-Version mit 40 PS/29 kW gab, oder, im Falle des CL von einem neuen, 50 PS/37 kW starken 1049 cm³-Vierzylinder. Alle Versionen hatten nun eine große Heckklappe. 1978 erschien der 127 Sport mit 70 PS/51 kW starker Doppelvergaserversion des 1049 cm³-Motors, und die Transporterversion „Fiorino“ mit höherem Dach. Ab 1980 war das Modellangebot in die Ausführungen Special, Super und Sport gegliedert. Ab 1981 wurden in Italien unter der Bezeichnung 127 D und 127 Panorama aus Brasilien zugelieferte Diesel- und Kombiversionen des dortigen Fiat 147 verkauft.

Im Frühjahr 1982 wurde der 127 erneut einem Facelift unterzogen. Zugleich erhielt der 127 Sport einen 1301 cm³-Motor mit 75 PS/55 kW.

Nach Einführung des Nachfolgers Uno im Jahr 1983 blieb der 127 auf einigen europäischen Märkten in einer einzigen Version, als Limousine in der Ausstattung Super, bis 1987 im Angebot. Insgesamt wurden vom 127 etwa 4,5 Millionen Einheiten verkauft.

Im Jahr 2005 waren in Deutschland noch ca. 300 Exemplare dieses Modells offiziell zugelassen, wobei sich diese Zahl auf die Baujahre von 1971 bis 1987 bezieht.

 

 

Der Fiat 127 in aller Welt

Seit Herbst 1976 wurde der Fiat 127 mit veränderter Front- und Heckpartie und dem 1049-cm³-Motor als Fiat 147 in Brasilien hergestellt.

1978 folgte ein dem späteren Fiat Fiorino ähnlicher Lieferwagen mit Kastenaufbau namens 127 Moretti Midimaxi. Um mit entsprechenden Modellen des Hauptkonkurrenten Chevrolet Chevette mithalten zu können, brachte Fiat Brasilien (ebenfalls 1978) zusätzlich den 127 Rallye mit 61 PS/45 kW starkem 1,3-Liter-Vierzylinder heraus. 1979 war der 127 mit neuem 1,3-Liter-Alkoholmotor (60 PS/44 kW) das weltweit erste Auto, das mit Alkohol betrieben werden konnte. 1980 erhielt der 147 ein Facelift und war in den Versionen L, Gl, GLS und Rallye lieferbar (1050 ccm oder 1,3-Liter für Benzin- oder Alkoholbetrieb oder 1,3-Liter-Dieselmotor). Zugleich erschien eine Panorama genannte Kombiversion. 1983 kam die besser ausgestattete und mit einer überarbeiteten Frontpartie versehene Variante Spazio ins Programm, dazu der Oggi, eine zweitürige Stufenheckversion. Der in Brasilien im August 1984 eingeführte Fiat Uno löste die 147-Varianten in der Folge nach und nach ab. 1986 endete die Fertigung der letzten Versionen nach insgesamt 1.169.312 Exemplaren.

In Argentinien begann 1981 die Fertigung eigener, auf dem brasilianischen Fiat 147 basierender Versionen, die erst 1996 beendet wurde. Produziert wurden Schräghecklimousinen unter den Bezeichnungen Fiat 147, 147 TR, 147 Sorpasso (eine Sportversion mit 90 PS/66 kW starkem 1,3-Liter-Motor), Brio, Spazio und Vivace, in der Regel angetrieben vom 1049 ccm-Motor, einer Benzinversion des 1,3-Litermotors oder dem 1,3-Liter-Diesel. In Argentinien entstanden insgesamt 232.807 Einheiten dieser Modelle.

In Spanien wurde der Fiat 127 als Seat 127 verkauft und dort zum Fünftürer weiterentwickelt, nach dem Übergang Seats von Fiat zu Volkswagen änderte sich die Modellbezeichnung zu Seat Fura.

Vom Fiat 127 abgeleitet war der Kleintransporter Fiat Fiorino, welcher die Frontpartie des 127 übernahm, aber einen Kastenaufbau am Heck besaß.

In Jugoslawien wurde auf der Plattform des 127 der Yugo entwickelt, der in den USA zum Kultauto der späten achtziger Jahre wurde.

In Griechenland wurde auf Basis des Fiat 127 der Fiat 127 amico gefertigt, ein offenes Mehrzweckfahrzeug.

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