Hyundai i30 (GD) (2011-)

Der Hyundai i30 ist ein in der Kompaktklasse angesiedeltes Pkw-Modell des koreanischen Automobilherstellers Hyundai Motor Company. Die fünftürige Serienversion wurde auf dem Genfer Auto-Salon im März 2007 vorgestellt und kam im Juli 2007 auf den deutschen Markt.

Kofferraumwanne für Hyundai i30 Fließheck 3/2012-

Mit dem i30 führt Hyundai in Europa neue Bezeichnungen für seine Modelle ein. Seit Frühjahr 2008 ist der i30 auch als Kombimodell i30cw erhältlich. Seit Herbst 2008 wird das Modell unter der Bezeichnung Elantra Touring auch in den USA angeboten.

Der Hyundai i30 wurde wie das Parallelmodell Kia cee'd speziell für Europa entwickelt und ist als Volumenmodell der Marke konzipiert. Entworfen in Hyundais europäischem Designzentrum in Rüsselsheim wird er seit 2009 im ersten europäischen Werk von Hyundai im tschechischen Nošovice produziert. Bis 2009 entstand der i30 im Werk Ulsan in Südkorea. Im Modellprogramm des Herstellers löste er in Europa die Mittelklasselimousine Elantra ab und ist innerhalb der Modellpalette zwischen dem Kleinwagen Hyundai Accent und der Mittelklasselimousine Hyundai Sonata platziert.

Seit dem Frühsommer 2010 ist der i30 mit einem Facelift verfügbar. Hierbei wurde u.a. der Frontbereich überarbeitet und mit einem Kühlergrill im Hexagonal-Design versehen, der in ähnlicher Weise schon vom ix35 bekannt ist. Von Januar bis August 2010 wurden 20.646 Fahrzeuge des Typs i30 in Deutschland verkauft.

Technik

Der unter dem internen Kürzel FD entwickelte und zunächst in Korea gebaute Wagen teilt sich mit dem im Januar 2007 erschienenen Kia cee'd die Bodengruppe sowie die technische Basis. Mittlerweile laufen beide Fahrzeuge vom gleichen Produktionsband in Nošovice (Tschechische Republik) und weisen auch die gleichen Motorisierungen auf. Das Kürzel wurde seitdem zu FDH geändert, was vor allem beim Zubehör von Bedeutung ist: Für den i30 Typ FD zugelassene Teile dürfen daher nicht automatisch für den i30 Typ FDH verwendet werden.

 

 

Motoren und Getriebe

Alle Motoren treiben die Vorderräder an, sind vorne quer eingebaut und verfügen über eine Traktionskontrolle, die das Durchdrehen der Antriebsräder verhindert. Sie ist Teil des serienmäßigen ESP. Die Vierzylindermotoren besitzen 16 Ventile und einen Zylinderkopf aus Aluminium. Alle Motoren erfüllten die Abgasnorm Euro 4, die Benziner und Diesel mit 1,6 l Hubraum seit 08/2010 Euro 5. Zu diesem Zeitpunkt wurden die 2,0 l-Motoren aus dem Angebot genommen, da sie - aus älteren Baureihen stammend - die ab Januar 2011 verpflichtende Euro 5-Norm nicht erreichen.

Ottomotoren

  • 1,4 l Reihenvierzylinder mit 1396 cm³ Hubraum und 80 kW (109 PS); seit 2007
  • 1,6 l Reihenvierzylinder mit 1591 cm³ Hubraum und 90 kW (122 PS); 2007–2008
  • 1,6 l Reihenvierzylinder mit 1591 cm³ Hubraum und 93 kW (126 PS); seit 2008
  • 2,0 l Reihenvierzylinder mit 1975 cm³ Hubraum und 105 kW (143 PS); 2007–09/2010

Die 1,4 und 1,6 l Motoren gibt es seit September 2009 außerdem mit Start-Stopp-Automatik (Idle Stopp & Go, ISG) i30 Blue, die den Kraftstoffverbrauch reduziert.

Dieselmotoren

CRDi: von Hyundai verwendete Abkürzung für Common-Rail-Diesel

  • 1,6 l CRDi Reihenvierzylinder mit 1582 cm³ Hubraum und 66 kW (90 PS); seit 2008
  • 1,6 l CRDi Reihenvierzylinder mit 1582 cm³ Hubraum und 85 kW (115 PS); seit 2007
  • 2,0 l CRDi Reihenvierzylinder mit 1991 cm³ Hubraum und 103 kW (140 PS); 2007–09/2010

Getriebe:

  • 5-Gang-Schaltgetriebe mit Einscheiben-Trockenkupplung
  • 6-Gang-Schaltgetriebe mit Einscheiben-Trockenkupplung (nur Diesel)
  • 4-Stufen-Automatikgetriebe mit Wandlerüberbrückungskupplung

Ausstattungen bis Frühsommer 2010

Der i30 wurde bis 2010 in Deutschland in vier verschiedenen Ausstattungsvarianten angeboten: Classic, Comfort, Style und Premium. Die Ausstattungsvariante Premium wurde im Rahmen der Modellpflege 2010 gestrichen und deren Ausstattungsmerkmale in die darunter angesiedelten Ausstattungen integriert. Der Listenpreise beginnen bei 15.140€ für den i30 1.4 Classic und staffeln sich bis zu 24.250€ für den i30 2.0 CRDi Premium.

Der Hyundai bietet in allen Ausstattungen serienmäßig sechs Airbags, ABS, ESP, einen Bordcomputer, ein MP3-fähiges CD-Radio mit USB- und AUX-Anschluss, elektrische Fensterheber vorne sowie Zentralverriegelung. Bei entsprechenden höheren Ausstattungsvarianten kommen weitere Extras hinzu, die nicht einzeln oder als gesondertes Paket angeboten werden. So ist z. B. eine Sitzheizung nur in Verbindung mit der Ausstattungsvariante Style oder Premium erhältlich, zusätzlich mit weiteren Extras, welche in diesen Varianten enthalten sind. Neben der Ausstattungsvariante ist nur die Lackierung vom Kunden frei wählbar. Zusätzlich bietet Hyundai Zubehör für den nachträglichen Einbau an, wie z.B. Einparkhilfen, Leichtmetallfelgen und Navigationsgeräte.

EU-Importe

Die in Deutschland erhältlichen EU-Importe weichen hinsichtlich der Serienausstattung oftmals von den in Deutschland angebotenen Fahrzeugen ab, obwohl sie teilweise die gleichen Bezeichnungen haben. Daher wird empfohlen, beim Kauf eines EU-Fahrzeuges die Ausstattung genau zu vergleichen.

Design

Hyundai
Arnejs Concept
Präsentation: Herbst 2006, Paris
Karosserieversionen: Steilheck, fünftürig
Motor: 2,0 l R4-Diesel
125 kW (170 PS)
Länge: 4335 mm
Breite: 1840 mm
Höhe: 1488 mm
Radstand: 2649 mm
Schaltung: 5-Stufen-Automatik

Studien

Grundlage für das endgültige Design der fünftürigen Limousine sowie der anderen Versionen waren die Studien Hyundai Arnejs (Präsentation auf dem Pariser Automobilsalon 2006) und Hyundai Genus, von denen die Serienversionen abgeleitet wurden.

HED-3 Arnejs

Das eisblau lackierte, kompakte Fahrzeug verfügt rundum über LED-Leuchten und 19-Zoll-Chromfelgen. Türkisfarbene Bremssättel, vier Einzelsitze aus hellem und braunem Leder und nicht vorhandene B-und C-Säulen mit komplett versenkbaren Seitenscheiben kennzeichnen die Studie. Besonderes Highlight ist ein Glasdach, welches direkt von der Frontscheibe nach hinten schmaler zulaufend bis zur Heckklappe verläuft.

HED-2 Genus

Die Studie ist vom Raumkonzept her ein Crossovermodell, welches die Vorteile eines sportlichen Kombi mit denen eines Van verbindet. Eine Besonderheit des Genus ist sein ausfahrbares Heckunterteil nach Art des FlexFix beim aktuellen Opel Corsa, welches als Fahrradträger nutzbar ist. Der Innenraum bietet beige-braunes Leder für vier Einzelsitze, Hochflorteppiche und eine großzügige Verwendung von Aluminiumdekor. Außen fällt eine Lichtkante oberhalb der Türgriffe, eine bronzefarbene Metalliclackierung und ein Doppelauspuff auf. Statt gewöhnlicher Außenspiegel sind Kameras mit LED-Blinkern versehen; die Front- und Nebelscheinwerfer sowie Heckleuchten sind ebenfalls in LED-Technik ausgeführt. Ein großes Panoramaglasdach, nicht vorhandene C-Säulen und rahmenlose Scheiben sollen für einen lichtdurchfluteten Innenraum sorgen.

Wesentliches Design-Element ist eine konkav gezeichnete D-Säule, die dem Wagen zu einem hohen Wiedererkennungswert verhilft. Mit dem Genus wurde erstmals die neue Hexagon-Frontpartie als neues Identitätsmerkmal für die kommenden Hyundai-Fahrzeuggenerationen in Europa gezeigt. Die Studie steht auf 7-Speichen-19-Zoll-Felgen aus Aluminium und Chrom. Das Fahrzeug wurde vollständig im Rüsselsheimer Designzentrum entwickelt. Lead-Designer im Team von Chefdesigner Thomas Bürkle waren der Exterieur-Designer Thomas Sälzle (http://www.formfreu.de) und der Interieur-Designer Eduardo Marchena.

Der Genus steht Pate für den für 2012 angekündigten i40 Wagon.
 

Serie

Limousine

Für die Serienversion wurden einige Elemente der beiden Studien übernommen. Mit einem moderneren und dynamischeren Aussehen und einer damit verbundenen Abkehr von einem billigen Koreaner-Image verspricht sich Hyundai eine deutliches Absatzsteigerung. Der Hyundai i30 und sein Parallelmodell Kia cee'd teilen sich nicht nur die Technik, sondern ähneln sich auch äußerlich in den Abmessungen und hinsichtlich der Optik.
 

Kombi

Seit Anfang April 2008 ist wie mit dem Kia cee'd SW ein Kombimodell erhältlich, welches bei Hyundai mit der Zusatzbezeichnung "cw" versehen ist. Dies steht für "Crossover Wagon", weist aber mehr auf Lifestyle- als auf Zuladequalitäten hin. Insgesamt kommt der i30cw auf 4,48 Meter Länge und überragt die Limousine um 23 Zentimeter. Das Kombimodell teilt sich das Frontdesign mit der Limousine, am Heck kommen ebenso hoch angesetzte Heckleuchten zur Geltung. Das Kofferraumvolumen beträgt 415–1395 Liter.

 

 

Außenlackierungen

Neben zwei aufpreisfreien Unilacken gibt es eine Reihe verschiedener, optionaler Metalliclackierungen und drei Lackierungen mit Mineraleffekt.

Shine Red
Uni
Crystal White
Uni
Continental Silver
Metallic
Champagne Silver
Metallic
Moonlight Blue
Metallic
Vivid Blue
Metallic
Steel Gray
Metallic
Ember Red
Mineraleffekt
Indigo Blue
Mineraleffekt
Stone Black
Mineraleffekt

Modellpflege

Im Frühsommer 2010 wurde der i30 einem Facelift unterzogen. Dabei wurde die Frontpartie überarbeitet und ein Kühlergrill im Hexagonal-Design verbaut. Außerdem wurde das Design der Heckschürze überarbeitet.

In Deutschland wurden zusammen mit dem Facelift die verschiedenen Ausstattungsvarianten aufgewertet und die Fahrzeuggarantie von drei auf fünf Jahre verlängert:

  • Der Classic verfügt serienmäßig über Nebelscheinwerfer, eine Schaltpunktanzeige und einen neu gestalteten Schaltknauf für das Schaltgetriebe.
  • Der Comfort besitzt zusätzlich elektrisch anklappbare Außenspiegel, eine Klimaautomatik, eine Mittelarmlehene hinten mit Getränkehaltern und eine Coming-Home Funktion.
  • Der Style verfügt über eine Geschwindigkeitsregelanlage, ein Rückfahrwarnsystem, einen Regensensor und einen Scheibenwischer-Enteiser.
  • Die Variante Premium wurde gestrichen, da deren Features jetzt Bestandteil der anderen Ausstattungsvarianten sind.

Sicherheit

Im Euro NCAP-Crashtest (2007) erhielt der Hyundai i30 mit 33 Punkten (12 im Front-, 16 im Seitencrash, zwei im Pfahltest und drei Punkte für die Gurtwarner) eine Vier-Sterne-Bewertung für den Erwachsenen-Insassenschutz, eine Drei-Sterne-Bewertung (von fünf) im Kinderschutz sowie zwei von vier Sternen für die Fußgängersicherheit. Damit verfehlte der i30 das Ergebnis des Kia cee'd knapp.

Zur Abwertung beim Insassenschutz (statt fünf nur vier Sterne) führten harte Strukturen hinter dem Armaturenbrett, die erhöhte Belastungen der Beine der vorderen Insassen zur Folge haben können. Daher erreichte der Hyundai i30 im Frontalcrash nicht die für eine Fünf-Sterne-Bewertung nötige Minimalpunktzahl von 13 Punkten.

Daraufhin überarbeitete Hyundai den i30 im unteren Bereich des Armaturenbretts, um die Belastungen für die Knie zu senken und eine bessere Bewertung beim Frontalcrash zu erreichen. Beim zweiten Crashtest im Jahr 2008 erreichte der Hyundai i30 nunmehr 34 von 37 Punkten und damit eine Fünf-Sterne-Bewertung für den Insassenschutz. Auch der Kinderschutz verbesserte sich um einen Stern auf vier von fünf Sternen. Die Bewertung des Fussgängerschutzes blieb mit zwei von vier Sternen dieselbe. Damit liegt der Hyundai i30 nun gleichauf mit dem Kia cee'd.

Das Crashtestergebnis des Hyundai i30 ist das bisher beste eines Hyundai im Euro NCAP-Crashtest.

Neuzulassungen

Neuzulassungen in Deutschland seit Markteinführung:

Jahr Neuzulassungen
2007 3.645
2008 9.487
2009 27.994
2010 22.991 (Januar bis September)

Neuzulassungen in Österreich ab Mai 2008:

Jahr Neuzulassungen
2008 1.018 (Mai bis Dezember)
2009 3.978
2010 5.112 (Januar bis August)

Immatrikulationen in der Schweiz:

Jahr Immatrikulationen
2007 708
2008 1.959
2009 1.654
2010 856 (bis 15. Juli 2010)

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