Jeep Grand Cherokee (WH) (2005-2010)

Der Jeep Grand Cherokee ist ein Geländewagen der Oberen Mittelklasse, der von der Jeep-Division von Chrysler hergestellt wird. Der Grand Cherokee für Europa entsteht bei Magna Steyr in Österreich.

Carrera RC 370160004 - Jeep Grand Cherokee

Entwicklung

Der Grand Cherokee wurde eigentlich aus dem kleineren Jeep Cherokee entwickelt. Seine Ursprünge gehen auf das Jahr 1983 zurück, als die Ingenieure von AMC einen Nachfolger für den Cherokee konstruierten. Der Prototyp "Jeep Concept 1" von 1989 nahm die grundsätzliche Konstruktion bereits vorweg. Der Grand Cherokee war der erste Jeep mit Chrysler-Emblem, da das Konzept ja von AMC stammte; die AMC-Ingenieure, die an diesem Projekt beteiligt waren, - später Chrysler-Angestellte (nach dem Kauf von AMC durch Chrysler 1987) - wollten den Wagen in den späten 1980er-Jahren präsentieren, aber der damalige Konzernchef Lee Iacocca räumte überarbeiteten Chrysler-Minivans Priorität ein; dadurch verzögerte sich die Vorstellung des Ford Explorer-Konkurrenten Grand Cherokee bis 1992.

Der Grand Cherokee wurde 1992 in großem Stil auf der North American International Autoshow in Detroit vorgestellt. Der damalige Chrysler-Präsident Robert Lutz fuhr den Bürgermeister von Detroit, Coleman Young, die Stufen der Cobo Hall hinauf und durch ein Glasfenster, um das neue Produkt entsprechend zu präsentieren. Die Produktion des Grand Cherokee begann wenig später in dem eigens dafür gebauten "Jefferson North Assembly"-Werk in Detroit und blieb auch dort.

ZJ (1993–1998)

Die ZJ-Modelle wurden von 1993 bis 1998 gebaut und waren ursprünglich in den drei Ausstattungsvarianten Base, Laredo und Limited verfügbar. Das Base-Modell bot als Grundausstattung eine komplette Instrumentierung, Stoffsitzbezüge und 5-Gang-Getriebe und wurde 1994 in SE umbenannt. Elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung gehörten nicht zur Grundausstattung des SE, wurden aber ab 1995 serienmäßig angeboten; der hohe Preis aber führte zu geringen Stückzahlen wegen mangelnden Kundeninteresses, was letztendlich zur Einstellung des heute selten zu sehenden Grundmodells führte. Das mittlere Modell hieß Laredo (und wurde 1997 zum Grundmodell); seine Ausstattung umfasste zusätzliche Kunststoffplanken an der Karosserie, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung und Tempomat sowie graue Kunststoffschürzen und Fünfspeichen-Alufelgen. Der Limited war das Spitzenmodell; seine Kunststoffschürzen waren in Wagenfarbe gehalten. Serienmäßig war zudem eine Lederausstattung, auf Wunsch waren ein Schiebedach, beheizbare Spiegel, elektrisch verstellbare und beheizbare Sitze, eine Schlüsselkarte (Keyless Entry), Bordcomputer und Alufelgen in speziellem Design erhältlich.

1995 stieg das Drehmoment des V8-Motors von 386 auf 408 Nm. Das Modelljahr 1996 brachte kosmetische Änderungen, wie modifizierten Kühlergrill, geänderte Stoßfänger und integrierte Nebelleuchten; innen gab es doppelte Airbags und bessere Bezugsstoffe. Zur gleichen Zeit wurden die noch von AMC stammenden „Grand Cherokee“-Embleme auf den vorderen Kotflügeln durch bei anderen Chrysler-Fahrzeugen übliche ersetzt. Der AMC-Reihensechszylindermotor mit 4,0 Liter Hubraum, mit dem sich Anhängelasten bis 2265 kg ziehen ließen, wurde ebenfalls überarbeitet, verlor dabei zwar etwas an Leistung, konnte aber mit etwas höherem Drehmoment aufwarten und lief leiser. Die Limited-Modelle hatten ab diesem Jahr noch mehr Luxusausstattung, wie einen Memory-Fahrersitz, Fernbedienung des Radios vom Lenkrad aus und eine progressiv arbeitende Servolenkung.

Laut The Story of Jeep gab es für den Grand Cherokee Laredo auf dem japanischen Markt 1996–1998 auf Wunsch ein Aspen-Paket.

ZJ-Sondermodelle

Während des gesamten Modellzyklusses gab es verschiedene Sonderanfertigungen und Sondermodelle des ZJ.

Der ZJ Limited 5.9 (1998)

Der Grand Cherokee Limited mit 5,9-Liter-Motor wurde in begrenzter Stückzahl nur im Modelljahr 1998 gefertigt, hatte eine bessere Ausstattung und mehr Leistung als der normale Limited und trug das Emblem „5.9 Limited“. In Europa gab es eine ähnliche Ausstattung unter der Bezeichnung Limited LX. Er wurde weltweit 15.000 Mal ausgeliefert. Er hatte eine Magnum-5,9-l-V8-Maschine, die 177 kW (241 PS) leistete und den Wagen in 7,3 s von 0 auf 100 km/h beschleunigte (Motor Trend maß sogar 6,8 s), was ihn zum schnellsten SUV des Jahres machte. Die Beschleunigung des 1998er Grand Cherokee 5.9 wurde von Jeep erst mit der Einführung des Grand Cherokee SRT8 mit 6,1 Liter großem Hemi-V8 im Jahr 2006 übertroffen. Der 1998er Grand Cherokee wurde von Motor Trend zum „Allradler des Jahres“ gewählt. Seine Seltenheit und seine Leistung sorgen dafür, dass er sehr gesucht ist.

 

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Weitere Ausstattungsdetails unterscheiden den 5.9 vom normalen Limited:

  • funktionstüchtige Luftaustritte auf der Motorhaube
  • Kühlergrill mit feinmaschigen Gittereinsätzen
  • spezielle Alufelgen mit 5 Speichen
  • Reifen ohne weiße Aufschrift
  • ein höherwertiges Premium-Audio-Stereo-System mit 180 W und 10 Lautsprechern
  • Lautsprecherkonsole hinten mit vier Lautsprechern
  • Sitzbezüge aus weicherem Kalbsleder
  • Türverkleidungen aus Leder
  • Automatikhebel, Hebel für die Handbremse und Vorgelegehebel mit Lederknauf
  • Holzimitatverkleidung um den Sockel Automatikwählhebels
  • eine Reserveradabdeckung aus Leder mit verschiedenen Taschen
  • eine Mittelarmlehne hinten
  • einen niedrigeren Dachgepäckträger, der die Quietschgeräusche des Trägers am Limited 5.2 beseitigte
  • Kunststoffbeplankungen außen in Wagenfarbe
  • Schwellerschürzen

Der Grand Cherokee 5.9 hatte einige zusätzliche leistungssteigernde Ausstattungsdetails:

  • stärkeres Getriebe als der 5,2 l mit verstärkter Abtriebswelle
  • ein serienmäßiges Dana-44A-Differential (Aluminiumgehäuse) mit Sperre
  • elektrischer Ventilator
  • Lichtmaschine mit erhöhter Leistung
  • Hochleistungs-Auspuffanlage mit dreizölligen Rohren (7,6 cm Durchmesser) und einem großen polierten Endstück aus Edelstahl

Den 5.9 Limited gab es nicht in allen Farben des normalen Limited. Es gab nur Deep Slate (Schwarz Metallic), Forest Green PG 8 und Bright Platinum Metallic (Platinsilber); für Kanada waren auch deep amthyst (violett-blaumetallic)und weiß lieferbar.

Jeep Grand Wagoneer (1993)

Nur im Modelljahr 1993 gab es eine besonders gut ausgestattete Version des Grand Cherokee mit 5,2-l-V8-Motor, der als letzter Jeep den Namen Grand Wagoneer trug. Er hatte die Ausstattung des Limited und dazu Seitendekors aus Wurzelholzimitat und besondere „Grand Wagoneer“-Embleme. Diese Jeeps waren die teuersten der Modellpalette und wurden nur in begrenzter Stückzahl gebaut.

Der Orvis Edition (1995-1997)

Der Orvis – erhältlich 1995–1997 – war ein Ausstattungspaket für den Grand Cherokee Limited, das in den Außenfarben Deep Hunter Green (dunkelgrün) oder – seltener – Light Driftwood mit roten und goldenen Seitenzierstreifen (1995) erhältlich war. Grüne Lackakzente auf den Rädern (passend zur grünen Wagenfarbe) und besondere „Orvis“-Embleme waren die einzigen äußerlichen Erkennungsmerkmale, nebst des Up-Country-Suspension-Pakets, dass eine Höherlegung des Fahrzeugs um einen Inch, zwei spezielle Abschlepphaken vorne und hinten, Schutzplatten für Getriebe, Benzintank und die Unterseite, sowie stärkere Gasdruckstossdämpfer und Geländereifen umfasste. Bis auf Windschutzscheibe und die vorderen Seitenfenster, waren die restlichen dunkel getönt. Die Inneneinrichtung unterschied sich stark vom Ausgangsmodell und umfasste zweifarbig grün-braune Ledersitze mit roten Kedern und „Orvis“-Emblemen. Da die Orvis-Edition ein zusätzliches Ausstattungspaket für den Limited war, war es – wenn in vollem Umfang geordert – bis 1997 die teuerste aller Grand Cherokee – Versionen.

TSi (1997-1998)

Das sportliche TSi-Modell (1997-1998) besaß in Wagenfarbe gehaltene Kunststoffplanken mit indigoblauen Streifen im unteren Karosseriebereich, ähnlich wie beim Eagle Talon. Das TSi-Paket beinhaltete 16"-Alufelgen mit 5 Speichen, Reifen der Dimension 225/70 R 16, Sportfahrwerk und direktere Lenkung, Sitzbezüge aus perforiertem Leder und ein erstklassiges Sound-System. Den 5,2-Liter-V8-Motor gab es gegen Aufpreis. Der TSi lag im Preis zwischen Laredo und Limited.

4x4

Den Allradantrieb gab es anfangs in Command-Trac-Ausführung, (automatisch zuschaltend); gemeinsam mit dem SE fiel Command-Trac nach dem Modelljahr 1996 aus dem Angebot. „Selec-Trac“ hingegen bot die Möglichkeit, entweder zeitweise oder dauernd mit Allradantrieb zu fahren. Beide Systeme gab es schon im Cherokee. Nur beim Grand Cherokee gab es mit „Quadra-Trac“ einen permanenten Allradantrieb. Dieses System gab es serienmäßig bei allen Limited und den meisten Sondermodellen und auf Wunsch auch beim Laredo. Reihensechszylinderausführungen mit Hinterradantrieb gab es bis Ende 1993 nur für den Laredo und ab 1994 auch für den Limited. Ab 1997 gab es die 5,2-Liter-V8–Versionen auch mit Hinterradantrieb.

Fahrwerk

Es gab auf Wunsch ein Up-Country-Paket mit stärkeren Gasdruckstoßdämpfern und etlichen anderen verstärkten Fahrwerkskomponenten.

Auszeichnungen

Der Grand Cherokee V8 stand 1993 auf der Liste der „10 Besten Autos“ der Zeitschrift „Car and Driver“ und war Truck of the Year der Zeitschrift Motor Trend.

Zudem war er Petersen’s 4x4 des Jahres in den Jahren 1993, 1996(nach Einführung des neuen Vorgeleges) und 1998 (als Version Limited 5.9).

Modelle

  • 1993–1995 — Base/SE
  • 1993–1998 — Laredo
  • 1993–1998 — Limited
  • 1995–1997 — Orvis Limited Edition
  • 1997–1998 — TSi
  • 1993 — Grand Wagoneer
  • 1998 — 5.9 Limited LX

Motoren

Modelljahr Hubraum Motor Leistung Drehmoment Bemerkungen
1993–1998 2,5-l-Diesel VM Motori 425 OHV – R4 85 kW (115 PS) 300 Nm Export
1993–1995 4,0-l AMC – R6 142 kW (193 PS) 225 Nm  
1996–1998 4,0-l AMC Power Tech – R6 138 kW (188 PS) 225 Nm  
1993–1998 5,2-l Chrysler Magnum - VR8 164 kW (223 PS) 407 Nm  
1998 5,9-l Chrysler Magnum - VR8 177 kW (240 PS) 468 Nm Limited

WJ (1999–2004)

Der überarbeitete Grand Cherokee WJ ab Modelljahr 1999 hatte nur 127 Teile mit seinem Vorgänger gemeinsam. Der Aufbau wurde von Porsche Engineering versteift, um geringeres Gewicht und bessere Lenkeigenschaften zu erreichen. Das Reserverad wanderte von der Seite des Laderaums unter den Laderaumboden, was die Käufer sehr schätzten. Die beiden schweren VR8-Motoren mit oben liegenden Ventilen (ohv) wurden durch einen einzigen Motor aus Aluminium mit oben liegenden Nockenwellen (ohc), Chryslers damals neuen Power Tech- Motor, ersetzt. Obwohl diese Maschine weniger Drehmoment als die beiden VR8-Vorgängermaschinen lieferte, war sie leichter, verbrauchte deutlich weniger Benzin und lieferte die gleiche effektive Leistung ab.

Der WJ war der erste Jeep nach der Übernahme durch Chrysler 1987, der anstatt des sonst bei Jeep üblichen 4,5"–Fünfer-Lochkreises einen breiteren 5"–Fünferlochkreis aufwies. 5"-Lochkreis mit fünf Radschrauben (Durchmesser 127 mm), der sich zunächst an hinterradgetriebenen PKW und leichten Trucks und Vans von GM fand, breitete sich auch auf Ford-Fahrzeuge aus, namentlich den Ford LTD (1973 – 1978) und die Lincoln-Modelle. Chrysler setzte diesen Lochkreis erstmals im Modelljahr 1986 beim Dodge Ram als großem Halbtonner-Pickup und beim SUV Dodge Ramcharger ein.

Ein bemerkenswertes Detail dieser Generation war der auf Wunsch erhältliche automatische Vierradantrieb "Quadra-Drive". Er hatte drei Flüssigkeitskupplungen und als einer von wenigen Allradantriebssystemen damals drei Sperrdifferentiale. Unter diesen Allradantriebssystemen war es das einzige vollautomatische, (gemeinsam mit den damaligen Mercedes-Benz G-Modellen, Mercedes-Benz Unimog und Steyr Pinzgauer, die alle zu 100 % sperrbare Differentiale an Achsen und Kardanwelle hatten.

Das Chrysler-Automatikgetriebe 45RFE im WJ war bemerkenswert. Es hat drei anstatt der sonst bei 4-Stufen-Automatikgetrieben üblichen zwei Planetensätze. Dies ermöglichte theoretisch 6 Gänge, womit das Getriebe die erste in Serie produzierte 6-Gang-Automatik gewesen wäre, es war aber so programmiert, dass nur 5 Gänge nutzbar waren. Vier Gänge dienten der normalen Fahrt, ein zusätzlicher 2. Gang trat beim Herunterschalten in Aktion. Obwohl fünf der sechs möglichen Übersetzungen benutzt wurden, entschied sich Chrysler, das Getriebe als "4-Stufen-Automatik" zu bezeichnen. Im Mercedes-Diesel wurde die bekannte Mercedes-Benz-Fünfgangautomatik eingesetzt, die ab 2002 auch in den Achtzylinder-Benzinern zum Einsatz kam.

2004 erhielt der Grand Cherokee ein Jahr vor seiner Ablösung nochmal ein leichtes Facelift.

Modelle

Die Ausstattungsvarianten Laredo (mit Sportsitzen und einfacher Ausstattung) und der luxuriösere Limited waren keine Sondermodelle, sondern zählten zum regulären Lieferprogramm. Ab 2002 stellte der Overland (benannt nach dem früheren Jeep-Eigner Willys-Overland) das Spitzenmodell dar. Zu der umfangreichen Serienausstattung mit üppigerem Interieur samt "Overland"-Emblemen kamen ab Mitte 2003 eine zweifarbig-schwarze Innenausstattung und Navigationssystem hinzu. Ebenfalls zur Serienausstattung gehörten Front- und Seiten-Airbags, ein Infinity-Soundsystem mit Wechsler für 10 CDs, beheizte, elektrisch verstellbare Vordersitze, ein elektrisch betätigtes Schiebedach, ein Lenkrad in Leder-Holz-Finish und 17’’-Alufelgen. Serienmäßig in der 4,7-Liter-Hochleistungsmaschine, konnte der Overland auch mit dem Mercedes-Diesel geliefert werden.

Sondermodelle:

  • 2002–2003 — Sport
  • 2002–2004 — Special Edition
  • 2003–2004 — Columbia Edition
  • 2004-2005 — Vision
  • 2004-2005 — Final Edition

Diese Sondermodelle waren jeweils nur kurze Zeit verfügbar. Der Sport war etwas besser ausgestattet als der Laredo und hatte eine ganz spezielle zweifarbig-schwarze Innenausstattung. Der Special Edition lag anfangs auf dem Ausstattungsniveau des Limited, wurde aber von einem 4,7 l-V8-Motor angetrieben. Die leicht überarbeitete Version hatte eine reichhaltigere Innenausstattung mit z.B. Ledersitzen, MW/UKW-Radio mit Kassettenrekorder, CD-Spieler und einem Wechsler für 10 CDs, der im Laderaum untergebracht war. Der Special Edition besaß zudem durchgehend glatte Kunststoffplanken außen. Die Columbia Edition hatte die üblichen Ausstattungsdetails der anderen Sondermodelle und darüber hinaus eine zweifarbige Innenausstattung mit Columbia Sportswear-Emblemen. Die 4,7 l–Hochleistungsmaschine und das Navigationssystem konnten auf Wunsch geordert werden.

Gegen Ende der Laufzeit des WJ-Modells wurden ab 2004 bis zum Start des Nachfolgers die beiden Sondermodelle Vision und Final Edition angeboten. Beide basierten auf der schon üppigen Overland-Ausstattung. Der Vision wurde mit Aluminiumzierleisten außen und innen, sowie einem Navigationssystem und Parkassistenten geliefert, außerdem war eine Plakette im Innenraum angebracht, auf der die Produktionsnummer des auf 333 Stück limitierten Modells eingraviert ist. Im Final Edition mit in Wagenfarbe lackierten Außenzierleisten und Holzzierleisten innen war zusätzlich noch eine Standheizung von Webasto im Lieferumfang.

Produktion in China

Die Beijing Jeep Corporation stellte den alten Cherokee XJ seit 1984 her und erwarb 2004 (nach der US-Einführung des Grand Cherokee WK für das Modelljahr 2005) die Produktionsanlagen des Grand Cherokee WJ. Nach Errichtung der Anlagen wurde 2006 der WJ für den chinesischen Markt als Jeep 4000 und Jeep 4700 (mit 4,0 l–R6–Motor und 4,7 l–V8–Motor einschl. Hochleistungs-Sondermodelle) vorgestellt.

Dies war das Spitzenmodell von Beijing und in Aussehen und Ausstattung praktisch mit dem Grand Cherokee Limited von 2004 identisch, einschließlich Fahrwerk, den verschiedenen Allradantriebssystemen, Kunststoffplanken in Wagenfarbe, Alufelgen, Chrysler-Soundsystemen und Chrysler-Klimaautomatik. Damit war man in diesem Falle anders verfahren als beim Cherokee XJ, der von Beijing Jeep für den chinesischen Markt wesentlich verändert wurde.

Motoren

Baujahr Hubraum Motor Leistung Drehmoment Bemerkungen
1998–2004 4,0 l AMC – R6 - Power Tech 145 kW (197 PS) 312 Nm bei
3.000 U/min.
 
1999–2004 4,7 l Chrysler – V8 - PowerTech 175 kW (238 PS) 400 Nm  
2002–2004 4,7 l High Output Chrysler – V8 - PowerTech 190 kW (258 PS) 425 Nm  
1999-2001 3,1 l Diesel VM Motori – R5 - 531 OHV Diesel 103 kW (140 PS) 384 Nm nur für Europa
2002-2004 2,7 l Diesel Mercedes-Benz - R5 - OM647 Diesel 120 kW (163 PS) 400 Nm nur für Europa und Australien

Dieselmotoren

Der 3,1-Liter-Turbodiesel für den 1999er Grand Cherokee wurde zusammen mit Detroit Diesel/VM Motori entwickelt. Er hat eine elektronische Einspritzpumpe, eine elektronisch gesteuerte, vakuumbetriebene Abgasrückführung und einen speziellen Katalysator zur NOx-Reduzierung. In Cento in Italien werden jährlich 13.000 Stück gefertigt. Der Motor war für die Europamodelle verfügbar und entspricht im Abgasverhalten EURO I. Ausgerüstet wurde er mit einer elektronisch gesteuerte 4-Stufen-Automatik.

Ab 2002 wurde er durch den aus den Mercedes 270 CDI bekannten 2,7-Liter-Fünfzylinder ersetzt. Der 120 kW (163 PS) starke Common-Rail-Diesel leistet 400 Nm und lässt sich mit etwa 10 l/100km bewegen. Die Kraftübertragung erfolgt hier mit einer Fünfgangautomatik von Mercedes-Benz.

WH (2005–2010

Der ganz neue Grand Cherokee WH wurde 2004 als Modell 2005 eingeführt. Jeep-Neuheiten, die zum ersten Mal im Programm standen, waren das Allradantriebssystem Quadra-Drive II, ein DVD-Spieler für den Fond und auf Wunsch ein 5,7 l–Hemi–V8–Motor.

Die Konstruktion betont weiterhin Leistung und Luxus, man hatte aber kräftig an der Reduktion von Lärm und Vibrationen gearbeitet. Zum ersten Mal jedoch legte Jeep eben soviel Wert auf gute Straßeneigenschaften wie auf die markentypische ausgezeichnete Geländetauglichkeit.

Diese neue Konzentration auf die Fahreigenschaften auf geteerten Straßen veranlasste Jeep, die Starrachse vorne mit Längslenkern (wie im ZJ und WJ) durch eine Konstruktion mit doppelten Querlenkern wie im 2002 vorgestellten Jeep Liberty zu ersetzen. Der neue Jeep präsentiert sich mit einer neuen Philosophie, die dem Rechnung trägt, was man als verstärkte Nachfrage auf dem SUV-Markt nach Fahrbarkeit auf Teerstraßen in Verbindung mit einer geringeren Nachfrage nach Geländetauglichkeit nennt. Obwohl die neue Konstruktion auf Waschbrettpisten als weicher wahrgenommen wird, wurde die Vorderradaufhängung von der Klientel, die den Jeep im Gelände nutzt, aufgrund der geringeren Achsverschränkung insbesondere bei langsamen Fahrmanövern auf unebenem Terrain kritisiert.

Zur Markteinführung standen in Deutschland drei Motoren in zwei Ausstattungsvarianten zur Verfügung. Der Mercedes-Benz-Diesel war genau wie der kleine V8-Motor sowohl im Laredo als auch im Limited zu haben, der 5,7-Liter-Hemi nur in der gehobenen Limited-Variante. Als Sonderausstattung standen u. a. ein DVD-Navigationssystem mit integriertem CD-Wechsler zur Wahl, außerdem war im Limited ein sogenanntes Exclusive-Paket lieferbar, das Leder- und Chromapplikationen im Innenraum beinhaltet.

Das Topmodell SRT8 mit dem großen 6,1-Liter-V8 stand ab 2006 in den Preislisten. Eine Vollaustattung inkl. Navigationssystem und Leder-Sportsitzen ist bei ihm serienmäßig.

Der Jeep Grand Cherokee Modelljahr 2007 wurde in Europa auf dem Euro Camp Jeep im Ardèche, Frankreich, vorgestellt. In diesem Jahr kam die Luxusaustattung Overland für den Diesel und den Hemi dazu. Das Limited-Exclusive-Paket und ein Navigationssystem waren hier serienmäßig an Bord, ebenso wie die Metallic-Lackierung und ein Schiebedach.

Auch 2008 erhielt der Jeep Grand Cherokee ein kleines Facelift. Neu waren u. a. die im Overland serienmäßigen Xenon-Scheinwerfer und eine überarbeitete Innenausstattung inkl. einem neuen Touchscreen-Navigationssystem. In Europa werden außerdem seit Modelljahr 2008 nur noch der SRT8 und der Mercedes-Benz-Diesel angeboten.

Mit dem Modelljahr 2009 rückt auch der überarbeitete 5,7-Liter-Hemi wieder in das Europa-Programm. Er leistet nun 259 kW (352 PS) und ist nur in der hochwertigen Overland-Ausstattung verfügbar. Ansonsten bleibt das Modellprogramm mit dem SRT8 und dem Diesel bis auf die großeren Außenspiegel und dem überarbeiteten Navigationssystem in drei Ausstattungsvarianten unverändert.

Motoren

Motorenname Hubraum Zylinderzahl/
-anordnung
Leistung
Chrysler Power Tech 3,7 l V6 156 kW
Chrysler Power Tech 4,7 l V8 198 kW (2005–2007)/227 kW (ab 2008)
Chrysler HEMI 5,7 l V8 259 kW (Europa)
Chrysler HEMI (SRT-8) 6,1 l V8 313 kW
Mercedes-Benz OM 642 3,0 l V6-Diesel 160 kW

Die offiziellen Leistungsangaben differieren auf verschiedenen Märkten

Modelle

Ähnlich dem Vorgänger bildet der seit 2005 angebotene Laredo die Basisvariante mit Stoffsitzen. Darauf folgen der mit Leder und Sitzheizung bestückte Limited und der seit 2007 angebotene, vollausgestattete Overland. Der ebenfalls seit 2006 angebotenen SRT8 besitzt eine andere hochwertigere Lederausstattung und ein Navigationssystem serienmäßig.

Zum Modelljahr 2007 bot Jeep das Sondermodell S-Limited an. Es verfügt über eine geänderte Frontschürze, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen und über ein Lederlenkrad und Aluminium-Optik im Innenraum. Auch das Navigationssystem ist serienmäßig an Bord und der Frontgrill komplett schwarz lackiert.

Motoren

Nicht alle hier aufgeführten Motoren werden überall angeboten. In Deutschland waren zur Einführung nur der Diesel, der 4,7-Liter und der Hemi-V8 verfügbar. Später kam der SRT8 dazu, den es zwischenzeitlich als einzigen Benzinmotor im Grand Cherokee in Deutschland gab. Die beiden kleineren Achtzylinder wurden hier zum Modelljahr 2008 mangels Nachfrage aus dem Programm gestrichen. Mit dem Modelljahr 2009 wurde der leistungsgesteigerte 5,7-Hemi jedoch auch wieder in Deutschland eingeführt.

Modell Motor Leistung Drehmoment Ausstattungsvarianten Baujahr
3.7 3,7 l Chrysler – V6 - PowerTech 154 kW (209 PS) 319 Nm Laredo seit 2005
4.7 4,7 l Chrysler – V8 - PowerTech 170 kW (231 PS) 410 Nm Laredo, Limited seit 2005
4.7 4,7 l Chrysler – V8 - PowerTech 202 kW (275 PS) 414 Nm Laredo, Limited 2005–2007
4.7 4,7 l Chrysler – V8 - PowerTech 224 kW (305 PS) 453 Nm Limited seit 2008
5.7 5,7 l Chrysler – V8 - HEMI 240 kW (326 PS) 500 Nm Limited, Overland 2005-2008
5.7 5,7 l Chrysler – V8 - HEMI 259 kW (352 PS) 520 Nm Overland seit 2009
SRT8 6,1 l Chrysler – V8 - HEMI 313 kW (426 PS) 580 Nm SRT-8 seit 2006
3.0 CRD 3,0 l Mercedes-Benz - V6 - OM 642 160 kW (218 PS) 510 Nm Laredo, Limited, Overland seit 2005

Bemerkungen

Die 4,7 Liter-Hochleistungsmaschine, die zuerst im Grand Cherokee Overland WJ erschien, entfiel für die aktuelle Jeep-Modellpalette. Sie wird nun ausschließlich im Dodge Dakota verwendet. Der Standard-4,7-Liter ist in Amerika als FlexFuel-Triebwerk im Angebot und kann mit Ethanol betankt werden.

SRT-8

Eine SRT-8-Version des Grand Cherokee wurde auf der New York International Auto Show 2005 vorgestellt. Sie wird von einer 426 bhp (313 kW) – Version des 6,1-Liter-Chrysler-V8-Hemi angetrieben und hat stärkere Brembo-Bremsen, große Auspuffrohre mit verchromten Enden (die in der Mitte des Hecks münden), verstärkte Gasdruckstoßdämpfer, geänderte Radaufhängungen, ein spezielles Vorgelegegetriebe, ein elektronisches Allradantriebssystem und Ausstattungsverbesserungen innen und außen.

Diesel

Seit der Einführung bietet Jeep einen V6-Common-Rail-Diesel von Mercedes-Benz an. Er basiert auf dem in vielen Mercedes-Modellen eingesetzten OM 642 und leistet als 3.0 CRD 160 kW (218 PS) und 510 Nm. Der Dieselpartikelfilter ist serienmäßig. Die Kraft überträgt eine Mercedes-Fünfgangautomatik.

Allradantrieb

Im aktuellen Grand Cherokee werden drei verschiedene Allradsysteme angeboten. Standard in den Laredo-Modellen (und seit 2008 auch im Limited) ist das Quadra-Trac II-Allradsystem, ein vollautomatisch geregelter Vierradantrieb mit Geländeuntersetzung. Anfangs in allen Modellen (außer dem Benziner im Laredo) angeboten, ist der Quadra-Drive II-Antrieb seit 2008 dem Overland vorbehalten. Zusätzlich zum Quadra-Trac besitzt er drei hydraulische Differenzialsperren mit elektronischer Steuerung. Nur im SRT-8 wird der Quadra-Trac Active on Demand-Allradantrieb angeboten. Es handelt sich um einen bedarfsgesteuerten Allradantrieb ohne Geländeuntersetzung.

WL (ab 2010)

Ab dem Spätsommer 2010 wird das neue Modell des Grand Cherokee in den USA bei den Händlern stehen. Der Verkaufsstart in Deutschland ist für den Winter 2010/2011 vorgesehen. Highlights des Jeep Grand Cherokee 2011 sind ein neuer 3,6 -l-Pentastar-V6-Motor mit etwa 11 % weniger Benzinverbrauch gegenüber dem Vorgängermodell bei mehr Leistung und höherem Drehmoment, ein überarbeiteter Innenraum mit hochwertigen Materialien, das Selec-Terrain System, das es dem Fahrer ermöglicht, die Fahrleistungen des Jeep an die jeweilige Umgebung anzupassen, eine neue Quadra Lift Luftfederung, mit der sich das Fahrzeug auf bis zu 292 mm Bodenfreiheit anheben lässt. Darüber hinaus wird der WL aerodynamischer sein als jeder seiner Vorgänger, um den Verbrauch zu optimieren.

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