Landrover Defender Cabrio (LD) (1990-) / Defender PickUp (LD_) (1995-) / Defender Fahrgestell (1990-) / Station Wagon (LD_) (1990-)

Der Land Rover, seit 1990 Land Rover Defender, ist ein Geländewagen des Autoherstellers Land Rover.

Land Rover 90, 110 and Defender Diesel Service and Repair Ma: 1983 to 2007 (Haynes Service and Repair Manuals)

Das Unternehmen Rover, später Land Rover baut seit 1948 das gleichnamige Fahrzeug, das nicht zuletzt durch die Fernsehserie Daktari bekannt wurde. Die ersten drei Modellreihen wurden mit Land Rover Serie I, II und III bezeichnet. Die vierte Serie (seit 1983) wurde zunächst unter der Bezeichnung One Ten (110) bzw. Ninety (90) vermarktet. 1990, als der Discovery eingeführt wurde, war eine Differenzierung der Modellnamen notwendig, der ursprüngliche Land Rover erhielt die Bezeichnung „Land Rover Defender“.

2007 kam eine neue Reihe des Defender auf den Markt. Äußerlich wurden einige Details verändert (z.B. fehlen die Lüftungsklappen unter der Windschutzscheibe) und auch Cockpit und Sitze wurden verändert. Die wichtigste Änderung war jedoch ein neuer Motor und ein Sechsganggetriebe. Im aktuellen Defender kommt ein Ford-Vierzylinder-Dieselmotor zum Einsatz, der seine Standfestigkeit seit vielen Jahren z.B. im Ford Transit unter Beweis gestellt hat. Dies wurde notwendig, um die Euro-4-Abgasnorm erfüllen zu können.

Varianten

Der Defender ist modular aufgebaut. So lässt sich das Dach mit verhältnismäßig wenig Aufwand entfernen, und ein geschlossenes Fahrzeug lässt sich in eines mit Plane umwandeln. Die drei Grundmodellvarianten sind in drei Fahrzeuglängen (90, 110, 130) erhältlich. Verschiedene Dacharten (Station-Wagon = geschlossen mit Fenstern, Hardtop = geschlossen ohne Fenster, Softtop = Plane, etc.) können damit kombiniert werden:

  • Defender 90 County Station-Wagon (CSW), Hardtop (HT), Plane (Soft Top, ST), Pickup (PU)
  • Defender 110 County Station-Wagon (CSW), Hardtop (HT), Pickup (PU), High Capacity Pickup (HCPU), Crew-Cab (CC)
  • Defender 130 (von 1986–1990 auch als 127 bekannt) als Pickup mit Doppel- oder Einzelkabine
     
  • Defender 147 (gestreckte 6türige Variante von Land Rover Südafrika)

Die Zahlen in den Modellnamen geben traditionell die Radstände in Zoll an. Hiervon wurde beim Defender allerdings zugunsten runder Zahlen abgewichen. So beträgt beim Defender 90 z.B. der Achsstand 93 Zoll, beim Defender 130 127 Zoll. Der Defender 90 wird auch als „Ninety“ und der Defender 110 als „One Ten“ bezeichnet (nur bis 1990, s.o.). Die Modellreihen 90 und 110 werden mit klassischen weißlackierten Stahlfelgen oder mit Fünfspeichen-Leichtmetallfelgen ausgeliefert. Die 130er-Reihe gibt es nur mit Stahlfelgen.

Motorisierung

Anfänglich mit verschiedenen Motoren ausgestattet, gibt es den Land Rover Defender seit einigen Jahren in Deutschland nur noch als 2,5-Liter-Turbodiesel-Direkteinspritzer. Mitte der neunziger Jahre entstand aus der 200er-Reihe die Baureihe 300 Tdi, mit 83 kW (113 PS) bei 4000 1/min. Als Land Rover zu BMW gehörte, wurde die derzeitige Variante Td5 als 5-Zylinder-Diesel mit Pumpe-Düse-System, 90 kW (122 PS) bei 4200 1/min eingeführt. Das Aggregat entstammte einer von Rover komplett neuentwickelten Motorenbaureihe, die ursprünglich vom Vier- (Td4) bis zum Sechszylinder (Td6) reichen sollte, dann aber bei der Übernahme durch BMW bis auf den bekannten Td5 gekippt wurde. Das maximale Drehmoment des Motors beträgt 300 Nm bei 1.950 1/min. Die leistungsstarke V8-Version ist in Deutschland nicht direkt erhältlich (ausgenommen die 50-years-jubilee-Edition, die auch in Deutschland mit V8 – wenn auch nur in kleiner Stückzahl – verkauft wurde).

Mit der Übernahme von Land Rover durch Ford im Jahr 2000 wurde mit einer Überarbeitung des Defender begonnen. Im Frühling 2007 kam das neue Modell mit gleichem Namen auf den Markt. Die Veränderungen im Erscheinungsbild sind gering. Im Inneren fallen das moderne Armaturenbrett und die neuen Sitze auf. Diese wurden nötig, da die bisherige Längsanordnung der Rückbänke beim 90 und 110 nicht mehr zulassungsfähig ist. Äußerlich sticht vor allem die Teilerhöhung der Motorhaube ins Auge, die notwendig war, um den neuen Motor unterzubringen: ein 2,4-Liter-Vierzylinder-Dieselaggregat, das von der Konzernmutter Ford entwickelt wurde. Mit 90 kW (122 PS) kommt der Motor auf die gleiche Leistung wie der Vorgänger, erfüllt jedoch die Euro-4-Abgasnorm. Durch den Verzicht auf die Pumpe-Düse-Technik zugunsten des Common-Rail-Verfahrens kommt der neue Motor nicht nur auf bessere Leistungswerte, sondern ist zudem deutlich leiser als der Td5. Auch ein neues Sechsganggetriebe wurde dem neuen Defender mitgegeben. Die kürzere Übersetzung des ersten Gangs soll in Kombination mit dem höheren Drehmoment Geländefahrten einfacher machen. Durch die verbesserte Beschleunigung in den einzelnen Gängen ist eine über 20 Prozent längere Übersetzung des sechsten Gangs möglich. Die Folge ist mehr Laufruhe und Komfort sowie ein geringerer Verbrauch. Für Traditionalisten birgt das neue Modell allerdings einen gewaltigen Stilbruch: Durch die komplett überarbeitete Heizungs- und Lüftungsanlage fallen die klassischen Lüftungsklappen direkt unter der Frontscheibe weg.

Technische Details

Der Defender hat einen sehr stabilen Leiterrahmen; dies führt trotz der Tatsache, dass viele Teile (z. B. Karosseriebleche) aus Aluminium gefertigt sind, zu einem Leergewicht von über 1800 kg. Die Fahrleistungen auf der Straße sind eher gering: Der Defender mit 300Tdi-Motor erreicht bei hohem Geräuschpegel 129 km/h, der Td5 knapp 138 km/h (Herstellerangaben, tatsächliche Werte liegen darüber). Die Td4 Version mit 2,4 l Ford-Motor begrenzt die Höchstgeschwindigkeit elektronisch auf ca. 130 km/h. Seine Stärken spielt der Defender abseits der Straße aus: die im Geländegang sehr kurze Übersetzung, der permanente Allradantrieb mit sperrbarem Mitteldifferential und die hohe Achsverschränkung sowie eine Wattiefe (Wasserdurchfahrten) von 50 cm lassen ihn bereits in der Serienausstattung die meisten Situationen bewältigen. Eine Besonderheit des Defenders ist die Funktion der Handbremse. Diese wirkt nicht, wie bei anderen Fahrzeugen, auf die Räder, sondern (wie auch beim Nissan Patrol GR) direkt auf die Kardanwelle zur Hinterachse. Durch Sperren des Mitteldifferentiales wirkt die Handbremse auf alle Räder. Der Dieselverbrauch beträgt 10 bis 11 l/100 km. Die aktuellen Ausstattungsvarianten beinhalten auch elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, ABS usw. Trotzdem bleibt die Ausstattung und das Gesamterscheinungsbild des Defenders spartanisch und spricht somit weiterhin eher Individualisten als die breite Masse an.

Geschichte

Die ursprüngliche Entwicklung (1947) der Land-Rover-Serie geschah ausschließlich für die zivile Nutzung in der Landwirtschaft. Bald bewährte der Land Rover sich aber auch auf Expeditionen. Erst später entdeckte ebenfalls das Militär das Fahrzeug für sich, und die britischen Streitkräfte machten es 1956 zu einem ihrer Standardfahrzeuge. Auch wenn der Defender die zweifelhafte Ehre hat, in vielen aktuellen Krisengebieten dieser Erde angetroffen zu werden (Militär, aber auch humanitäre Hilfsorganisationen), so erfreut er sich doch vor allem und nach wie vor großer Beliebtheit als zuverlässiges privates Nutz- und Expeditionsfahrzeug.

Der Land Rover ist für seine hohe Robustheit bekannt. Nach Angaben des Pressesprechers von Land Rover sind 75 Prozent aller jemals gebauten Land Rover noch im Einsatz. Daher seien bis heute (2007) auch Ersatzteile für die erste Baureihe erhältlich.

 

 

Militärnutzung

Das britische Ministry of Defence (MOD) nutzt den Land Rover. Bereits seit der Series II findet er laufende Anerkennung. Aber auch andere Armeen setzen den Defender bzw. seine Vorgänger ein.

Die Baureihe IV (Ninety, OneTen, Defender) wird in vielen Varianten genutzt. So als:

  • TUL Truck Utility light (90)
  • TUM (Truck Utility Medium) (110, 130)

Military Land-Rover "Lightweight"

Mit Ausnahme von zwei Modellen hat Landrover alle Fahrzeuge für den zivilen Markt entwickelt. Lediglich der "Military Land-Rover" und das Modell "101" sind Entwicklungen für den Militär-Markt. Beim "Military Land-Rover", für den sich umgangssprachlich die Bezeichnung "Lightweight" eingebürgert hat, obwohl er nicht leichter, sondern ca. 140 kg schwerer als seine zivilen Brüder ist, hat Land-Rover während der Entwicklung mit dem Ministry of Defence (brit. Verteidigungsministerium) zusammengearbeitet. Und da aufgrund des Kundenkreises kein wohlklingender Name nötig war, wurde das Modell schlicht als "Military Land-Rover" bezeichnet. Einige Besonderheiten des Land-Rover "Lightweight" gegenüber den Zivilmodellen:

  • Motor: 2,25 l Benziner (britische Variante) oder 2,25 l Diesel (niederländische + dänische Variante)
  • Militärstoßstange mit doppelten Stoßecken vorne
  • Militärstoßecken "Bumper" hinten
  • Dixon Bate Anhängerkupplung "NATO-Kupplung"
  • Leseleuchte am Armaturenbrett
  • Militärbeleuchtung (Tarnlichtschalter)
  • Motorhaube von außen zu öffnen
  • diverse Halterungen an der Heckklappe für Spaten und Spitzhacke (britische Variante) bzw. Spaten und Axt (niederländische Variante)
  • klappbare Windschutzscheibe
  • abnehmbares Spritzwandoberteil
  • teilbare Steckscheibentüren
  • teilbare Heckklappe
  • teilbare Seitenwände der Ladewanne
  • das Fahrzeug ist mit abgenommenen Oberteilen -Türen, Heckklappe, Ladewanne- voll einsatzbereit
  • geschraubte Getriebetraverse
  • Kraftstoffbehälter: 2 x 45 Líter-Tank (unter Fahrer- und Beifahrersitz)
  • 24-Volt-Stromanlage (Ausnahme: GS-Variante mit 12 Volt)
  • zusätzliche Rückleuchten (siehe auch Tarnlicht)
  • Ersatzreifenhalterung auf Motorhaube
  • verbesserte Zugösen am Rahmen vorne und hinten (für Hubschrauberabsetzung)
  • zusätzliche Ausstattung wie Gewehrhalter, Funkvorrichtungen, Feuerlöscher, Raketenwerfer, Panzerabwehrkanone, Panzerung etc.

Wolf

Seit 1996 werden die militärischen Varianten des Defenders (Land Rover-Bezeichnung: Defender XD – Extra Duty) eingesetzt. Dabei handelt es sich um besonders überarbeitete Varianten des Defender TDi. Bekannt sind mindestens 27 Ausstattungsvarianten aus verschiedenen Kontrakten. Im Wesentlichen sind dort gegenüber der zivilen Version verändert:

  • 300 TDi Motor
  • Subframe unter der Ladefläche für erhöhte Lasten
  • Schnellwechselkühler für „battlefield conditions
  • 6,5x16-Zoll-Heavy-Duty-Felgen für Schlauchlose Reifen
  • Militärstoßstange mit Maulkupplung vorne
  • Lampenschutzgitter
  • Luftansaugung mit Schnellwechselfiltern und automatischer Umschaltung auf die Seite, die nicht im Wasser ist
  • innenliegender Überrollkäfig
  • verbesserte Starrachsen (Basis: Range Rover P38a)
  • Leseleuchte am Armaturenbrett
  • Militärbeleuchtung (Tarnlichtschalter)
  • Motorhaube von außen zu öffnen
  • diverse Halterungen auf der Motorhaube für Spaten, Tarnnetzwanne, etc.
  • klappbare Windschutzscheibe
  • Steckscheibentüren mit Klappgriffen
  • Kraftstoffbehälter-Stauräume mit eckigen Kunstoffklappen an beiden Seiten des Fahrzeugs
  • Heavy-Duty-Fahrwerk
  • 24-Volt-Stromanlage (teilweise mit zweiter 48-Volt-Funkanlagen-Lichtmaschinen)
  • zusätzliche Rückleuchten (siehe auch Tarnlicht)
  • bei der Softtop-Variante: Plane aus Kunststoff
  • bei der Hardtop-Variante: vergrößertes Hardtop aus Kunststoff
  • Reifen GoodYear G90
  • seitliche Ersatzreifenhalterung
  • verbesserte Zugösen am Rahmen vorne und hinten (für Hubschrauberabsetzung)
  • Unterfahrschutz-Platte vorne
  • Starthilfedose im Fahrerfußraum (24V = Panzer, LKW tauglich)
  • Servolenkung (im Standard-ArmyDefender nicht vorhanden)
  • teilweise sind "Schnorchel" verbaut worden
  • Kontrollleuchtenabdeckklappe zur besseren Nachttarnung durch verdunkelung
  • zusätzliche Ausstattung wie Gewehrhalter, Funkvorrichtungen, Feuerlöscher etc.

Eine besondere Variante des Wolf 110 ist das Rapid Deployment Vehicle (RDV, Land Rover-Bezeichnung), welches militärisch WMIK bezeichnet wird (Weapon mounted Installation Kit). Abweichungen zur obigen Wolf-Variante:

  • keine Plane, kein Dach
  • niedriger Überrollbügel, vorne mit integriertem Kabelschneider
  • erhöhter Beifahrersitz (Kommandant)
  • MG-Halterung außen, Beifahrerseite
  • keine Türen montiert, dafür nur Sperrbleche, alternativ eine Plane
  • anstelle der Hecktür/-klappe eine große Staukiste für z. B. Munition
  • demontierte Windschutzscheibe
  • 360 Grad drehbare MG-Halterung auf der Ladefläche
  • Schützensitz auf der Ladefläche
  • Kunststoffkühlergitter durch eins aus Blech ersetzt

Diese offene Variante ist gelegentlich in Nachrichtensendungen zu sehen, z. B. bei Berichten über den Irakkrieg (siehe Bild oben) oder bei Berichten aus Afghanistan. Der erste Einsatz des WMIK erfolgte bei den Auseinandersetzungen in Sierra Leone.

Mehr Informationen zur geschichtlichen Entwicklung der Fahrzeugserie und des Unternehmens Land Rover finden sich auf der allgemeinen Seite.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Landrover Defender aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Auf dieser Seite sind auch Versionen und Autorenangaben verzeichnet.