Landrover Range Rover (2013-)

Der Range Rover ist ein Geländewagen der Oberklasse von Land Rover. Er ist Ende der 1960er-Jahre entwickelt und am 17. Juni 1970 offiziell vorgestellt worden.

Sein permanenter Allradantrieb, Schraubenfederung und nicht zuletzt der 3,5-l-V8-Motor haben damals den Geländewagenmarkt revolutioniert. Aus heutiger Sicht war der Range Rover ein Wegbereiter für die so genannten Sports Utility Vehicles. Im Gegensatz zu jenen war und ist allerdings die überdurchschnittliche Geländetauglichkeit eines der hervorstechendsten Merkmale des Range-Rover-Konzepts.

Der Range Rover galt bereits in den 1970er-Jahren als Vorbild für eine Reihe anderer luxuriöser Geländewagen, darunter den Monteverdi Safari und den Felber Oasis.

USB Mouse Range Rover Evoque (Weiss)

Modell oder Marke

Genau wie der Land Rover und der Freight Rover war auch der Range Rover zunächst eher ein Modell von Rover als eine eigene Marke. Mit der Abspaltung und Umstrukturierung innerhalb von British Leyland war der Grundstein für die Trennung von Rover (Teil der Austin Rover Group) und Land Rover und Range Rover (Teil der Land Rover Leyland Group) gelegt. Seitdem ist der Range Rover als Modell neben dem Land Rover Series III unter der Marke Land Rover anzusehen.

Unter dem jetzigen Eigentümer Tata Motors zeichnete sich kurzzeitig eine Etablierung der Marke "Range Rover" ab. Anzeichen dafür waren die zwei Bereiche der gemeinsamen Internetpräsenz: Range Rover, Range Rover Sport und Range Rover Evoque auf der einen und Land Rover Defender, Land Rover Freelander 2 und dem Land Rover Discovery 4 auf der anderen Seite. Die Unternehmenspolitik hat sich aber im Jahr 2013 wieder geändert, da beim Range Rover Evoque das Land Rover Logo erstmals im Kühlergrill aufgenommen wurde und auch der Range Rover (MK IV) mit deutlich sichtbaren Land Rover Logos im Kühlergrill, auf den Nabenabdeckungen der Felgen sowie auf dem Kofferraumdeckel versehen ist. Die korrekte Modellbezeichnung beispielsweise eines Range Rover Sport ist also "Land Rover Range Rover Sport".

Modelle

Range Rover «Classic»

Die erste Generation, heute meist Range Rover «Classic» genannt, wurde in seiner ursprünglichen Form von Juli 1970 bis Februar 1996 hergestellt und verkauft, dabei jedoch technisch ständig weiterentwickelt.

Im Herbst 1985 wurde der Motor mit einer Einspritzanlage versehen und Ende 1988 der Hubraum des Aluminium-Motorblocks von 3,5 Liter auf 3,9 Liter erhöht.

1992 wurde der LSE, eine um 203 mm verlängerte, mit auf 4,2 Litern vergrößertem Hubraum und Luftfederung ausgestattete Variante eingeführt.

Geschichte [Bearbeiten]

Wie die damaligen Land Rover Series III basierte der Range Rover auf einem Leiterrahmen mit zwei Starrachsen im Abstand von 2,54 Metern (100 Zoll), eine bewährte und robuste Konstruktion.

Trotz seiner komfortablen, auf Wunsch auch luxuriösen Innenausstattung und seines straßentauglichen Erscheinungsbildes ist der Range Rover «Classic» auch ohne Modifikationen ein tauglicher Geländewagen. Der lange Federweg der Achsen und die relativ hohe Bodenfreiheit sorgen auch unter schwierigen Bedingungen für Bodenhaftung. Der 3,9-Liter-Rover-V8 leistet 127 kW (173 PS) bei 4.500 min-1 und sorgt zusammen mit der Sperre des Längsdifferenzials und der Untersetzungfür viel Drehmoment.

Varianten [Bearbeiten]

Das Fahrzeug war anfänglich als reiner Dreitürer konzipiert. Rover sah sich in den 1970er-Jahren finanziell nicht in der Lage, selbst eine fünftürige Variante zu entwickeln, obwohl entsprechende Nachfragen der Kunden zu verzeichnen waren.

Zwischen 1980 und 1982 entwickelte und baute der Schweizer Sportwagenhersteller Monteverdi im Auftrag von British Leyland eine fünftürige Version, die in einigen Ländern offiziell über Rover-Händler unter dem Namen Range Rover Monteverdi vertrieben wurde. Insgesamt wurden 167 Exemplare hergestellt, die meisten davon blieben in der Schweiz.

Eine Reihe von Monteverdi-Umbauten gelangten aber auch nach Großbritannien und das britische Königshaus übernahm zwei Fahrzeuge in den eigenen Fuhrpark. Nicht geklärt ist die Frage, ob die Range Rover in Monteverdis Werkstätten in Basel umgebaut wurden oder ob - wie seinerzeit bei Monteverdi üblich - auch in diesem Fall die Carrozzeria Fissore oder eine andere oberitalienische Karosseriewerkstatt die Arbeiten durchführte. In den Monteverdi-Unterlagen finden sich hierzu keine Angaben.

Ab August 1982 stellte Range Rover die fünftürige Version selbst her. Wesentliche Elemente der Monteverdi-Konstruktion wurden dabei übernommen.

 

Range Rover P38A (MK II/LP)

Bereits im Jahr 1988 begann man bei Land Rover mit der Entwicklung des Nachfolgers für den Range Rover Classic. Dieser hatte sich seit seiner Einführung im Sommer 1970 zunehmend in Richtung Luxussegment bewegt, gleichzeitig war der neue Discovery fast fertig gestellt und es war absehbar, dass das ursprüngliche Fahrzeugkonzept des Classic früher oder später modernisiert werden musste. Das Projekt wurde intern zuerst unter der Bezeichnung Pegasus geführt (ein Hinweis auf die Luftfederung), später dann als Projekt 38A (so hieß das Gebäude in dem die Projektbeteiligten arbeiteten).

George Thomson war zu dieser Zeit Styling Director bei Land Rover, und ihm oblag die Aufgabe, das Ursprungsdesign in eine aktuelle Formensprache umzusetzen, die sowohl bestehende als auch neue Kunden ansprechen sollte. Verschiedene Entwürfe wurden angefertigt, am Prozess beteiligt waren die renommierten Büros Pininfarina, ItalDesign, Bertone, Hefferman und Greenley. In die finale Auswahlrunde kamen der Entwurf von Bertone sowie der Vorschlag der LR Designabteilung, von denen jeweils 1:1-Modelle gefertigt wurden. Intensive Marktforschung und Akzeptanztests mit Teilnehmern aus mehreren Ländern führte zu der Erkenntnis, dass der Bertone Entwurf nicht klar genug als Range Rover zu erkennen sei, so dass das Design von Thomsons Team zum Zuge kam.

Am 29. September 1994 wurde der „New Range Rover“ der Öffentlichkeit präsentiert. Es war das erste neu vorgestellte Modell der Rover Group nach der Übernahme durch BMW, und es sollte auch in den folgenden Jahren zusammen mit dem Mini das Modell bleiben, an dem Wolfgang Reitzle das größte Interesse zeigte.

Von diversen Sondermodellen abgesehen, gab es hauptsächlich folgende drei Motor- und zwei Ausstattungsvarianten:

·                    4,0-Liter-V8-Benziner (SE), 136–140 kW (185–190 PS)

·                    4,6-Liter-V8-Benziner (HSE), 160–165 kW (218–224 PS)

·                    2,5-Liter-R6-Diesel (DSE), 100 kW (136 PS)

Die V8-Varianten waren Weiterentwicklungen auf Basis des bewährten Rover-V8-Blocks, der 1960 im Buick Special debütierte, während in den Dieselmodellen eine speziell angepasste Version des 2,5-Liter-Turbodieselmotors von BMW verwendet wurde.

Auch der P38A basiert auf einem Leiterrahmen, in diesem Fall mit jeweils von Längslenkern und einem Panhardstab geführten Starrachsen. Alle Modelle verfügen über eine elektronisch gesteuerte Luftfederung, die es erlaubt die Bodenfreiheit an die jeweiligen Einsatzbedingungen anzupassen.

Der P38A wurde von Mitte 1994 bis Anfang 2002 gebaut, wobei die letzten Fahrzeuge als Modelljahr '02 deklariert waren.

Das erste Fahrzeug aus der Serienfertigung im Juni 1994 hatte die Seriennummer MA300190.

 

 

Range Rover (MK III/LM/L322)

Die dritte Generation des Range Rover (Code: L322) wurde am 11. Januar 2002 lanciert. Die Hauptänderungen waren die selbsttragende Karosserie sowie die Einzelradaufhängung. Bei der optischen Erscheinung wurde darauf geachtet, das „typische“ Aussehen des Range Rover wiederherzustellen. Als problematisch erwies sich, dass der Range Rover L322 von BMW entwickelt wurde (BMW Entwicklungscode L30), die Firma Land Rover allerdings beim Verkauf von Rover an Ford fiel. BMW verpflichtete sich zwar, bis auf weiteres Motoren und essentielle Komponenten zu liefern, doch an der technischen Weiterentwicklung nahmen die Aggregate nicht mehr teil.

Aus diesem Grund wurden bereits knapp zwei Jahre nach der Markteinführung technische Neuerungen (teilweise aus dem neuen Discovery 3) eingeführt. Der BMW-V8 wurde durch ein Jaguar-Aggregat (wahlweise mit Kompressor = Supercharged), das Fünf- durch ein Sechsgang-Automatikgetriebe und die Torsen-Sperre im Zentraldifferenzial durch eine elektronisch geregelte Lamellenkupplung ersetzt.

Zwischen Frühjahr 2007 und Ende 2010 wurde der Range Rover auch mit einem 3,6-Liter-V8-Biturbo-Dieselmotor mit 200 kW (272 PS) sowie 640 Nm Drehmoment angeboten, welcher einer gemeinsamen Entwicklung mit PSA Peugeot Citroënentstammt.

Ende 2007 entfiel zudem der V8-Saugmotor, sodass seitdem nur noch der V8 Supercharged und der TDV8 angeboten werden.

Modellpflege

Im September 2009 erfuhr der Range Rover eine Modellpflege. Dabei wurde neben dem Interieur und der Technik auch das Außendesign leicht überarbeitet. So ist das überarbeitete Modell an neuen Scheinwerfern und neuen Heckleuchten in LED-Technik sowie einem neuen Kühlergrill und Stoßfänger zu erkennen.

Im Herbst 2012 wurde die Produktion des dritten Range Rover beendet. Der Nachfolger wurde auf der Mondial de l´Automobile in Paris vorgestellt.

Technische Daten

Kenngrößen

V8

V81

V8 Supercharged

TD6

TDV8

Bauzeitraum

2002–2005

2005–2007

2009–2012

2005–2009

2009–2012

2002–2006

2006–2010

2010–2012

Motorkenndaten

Motortyp

V8-Ottomotor

R6-Dieselmotor

V8-Dieselmotor

Gemischaufbereitung

Saugrohreinspritzung

Common-Rail-Direkteinspritzung

Motoraufladung

Kompressor

Turbolader

Biturbo

Hubraum

4398 cm³

4394 cm³

5000 cm³

4197 cm³

5000 cm³

2926 cm³

3628 cm³

4367 cm³

max. Leistung

210 kW (286 PS)
bei 5400/min

220 kW (306 PS)
bei 5750/min

276 kW (375 PS)
bei 6500/min

287 kW (390 PS)
bei 5750/min

375 kW (510 PS)
bei 6000–6500/min

130 kW (177 PS)
bei 4000/min

200 kW (272 PS)
bei 4000/min

230 kW (313 PS)
bei 4000/min

max. Drehmoment

440 Nm
bei 3600/min

440 Nm
bei 4000/min

510 Nm
bei 3500/min

550 Nm
bei 3500/min

625 Nm
bei 2500–5500/min

390 Nm
bei 2000/min

640 Nm
bei 2000/min

700 Nm
bei 1500/min

Kraftübertragung

Antrieb, serienmäßig

Allradantrieb

Getriebe, serienmäßig

5-Gang-Automatikgetriebe

6-Gang-Automatikgetriebe

5-Gang-Automatikgetriebe

6-Gang-Automatikgetriebe

8-Gang-Automatikgetriebe

Messwerte

Höchstgeschwindigkeit

208 km/h

205 km/h

210 km/h

225 km/h

179 km/h

200 km/h

210 km/h

Beschleunigung,
0–100 km/h

9,2 s

8,7 s

7,5 s

7,7 s

6,2 s

13,6 s

9,2 s

7,8 s

Kraftstoffverbrauch
auf 100 km (kombiniert)

16,2 l Super

14,9 l Super

16,8 l Super

16,0 l Super

14,9 l Super

11,3 l Diesel

11,1 l Diesel

9,4 l Diesel

CO2-Emission
(kombiniert)

389 g/km

352 g/km

396 g/km

376 g/km

348 g/km

299 g/km

294 g/km

253 g/km

Abgasnorm nach
EU-Klassifikation

Euro 3

Euro 4

Euro 4

Euro 5

Euro 3

Euro 4

Euro 5

1 Nur außerhalb Europas erhältlich

Range Rover (MK IV)

Die vierte Generation des Range Rovers wurde am 6. September 2012 vorgestellt.[2]

Das Fahrzeug wurde komplett neu entwickelt. Als Besonderheit besitzt der Range Rover jetzt eine aus Aluminium hergestellte Monocoque-Karosserie, die 150 kg leichter als die Stahlblech-Karosserie des Vorgängermodells ist. Diese und weitere Leichtbaumaßnahmen unter anderem am Fahrwerk führen zu einem um bis zu 420 Kilogramm geringeren Leergewicht des Basismodelles. Weiterhin wurde beim Design der Scheinwerfer erstmals in diesem Fahrzeug durch die Kombination von LED und Lichtleitern eine Scheinwerfer-„Signatur“ erzeugt die dem Range Rover eine einzigartige und individuelle Optik verleiht. Diese ist im normalen Betrieb als Tagfahrlicht in Betrieb und wird bei Nacht bzw. eingeschaltetem Abblendlicht etwas gedimmt und übernimmt die Funktion des Standlichts. Erstmalig kann der Range Rover auch mit einer 2-sitzigen Rückbank geordert werden, die durch eine Mittelkonsole geteilt wird. Diese stellt einer Verlängerung der vorderen Mittelkonsole dar und bietet den Insassen im Fond Möglichkeiten zur Bedienung der hinteren Klimazonen, der Massagefunktion, der Sitzheizung und Sitzklimatisierung sowie wahlweise ein gekühltes Staufach unter der Armlehne und eine Fernbedienung und Anschlüsse für das optionale Fond-Entertainment-System.

Durch diese Gewichtsreduzierung wird auch erstmals seit 2006 wieder ein Sechszylinder-Dieselmotor eingesetzt, dessen Fahrleistungen denen des bisherigen Range Rover TDV8 entsprechen.[3]

Geländeeigenschaften

Mit der Einführung des vierten Range Rover wurden seine Fähigkeiten sich durch schweres Gelände fort zu bewegen weiter massiv verbessert. Dazu trägt nicht nur das geringere Gewicht bei, sondern auch eine geänderte Ansaugluftführung und eine völlig neu entwickelte Luftfederung. Diese Maßnahmen ermöglichen eine Wattiefe von 90 cm (Vorgänger: 70 cm) und 30 cm Bodenfreiheit. Außerdem ist erstmals ein vollautomatisches Allradsystem (Terrain Response 2 Auto) verfügbar, das im Gegensatz zum bisherigen Antriebskonzept, beim dem man durch die Wahl eines speziellen Fahr-Programms selbst festlegte auf welchem Untergrund man sich befindet, durch die Überwachung des Schlupfes an einzelnen Rädern und die Verarbeitung weiterer Signale entsprechender Sensoren das passende Programm selbst wählt. Obwohl man sich erstmals beim Range Rover von der ursprünglichen Leiterrahmenkonstruktion getrennt hat besitzt die neue selbsttragende Karosserie genug Stabilität um selbst bei maximaler Achsverschränkung alle Türen und die Heckklappe zu öffnen und wieder zu schließen. Als Option ist ein elektronisches Hinterachssperrdifferential verfügbar das zusammen mit dem serienmäßigen, zweistufigen Untersetzungsgetriebe für Vortrieb bei Situationen sorgt, in den ein Hinterrad keinen Bodenkontakt mehr hat.

Ausstattungslinien

Beim Range Rover sind für den deutschen Markt die Ausstattungslinien HSEVogue und Autobiography verfügbar die aufeinander aufbauen und je nach Wahl der Linie eine Fülle diverser Optionen bereits serienmäßig beinhalten, wobei HSE die Basis bildet und Autobiography eine Vielzahl an zusätzlichen Individualisierungsmöglichkeiten über besondere Lacke und Lederfarben beinhaltet.

 

 

Technische Daten

Kenngrößen

V8 Supercharged

TDV6

SDV8

Bauzeitraum

seit 2012

seit 2012

seit 2012

Motorkenndaten

Motortyp

V8-Ottomotor

V6-Dieselmotor

V8-Dieselmotor

Gemischaufbereitung

Saugrohreinspritzung

Common-Rail-Direkteinspritzung

Motoraufladung

Kompressor

Turbolader

Biturbo

Hubraum

5000 cm³

2993 cm³

4367 cm³

max. Leistung

375 kW (510 PS)
bei 6000–6500/min

190 kW (258 PS)
bei 4000/min

250 kW (339 PS)
bei 3500/min

max. Drehmoment

625 Nm
bei 2500–5500/min

600 Nm
bei 2000/min

700 Nm
bei 1750–3500/min

Kraftübertragung

Antrieb, serienmäßig

Allradantrieb

Getriebe, serienmäßig

8-Gang-Automatikgetriebe

Messwerte

Höchstgeschwindigkeit

225 km/h

209 km/h

217 km/h

Beschleunigung,
0–100 km/h

5,4 s

7,9 s

6,9 s

Kraftstoffverbrauch
auf 100 km (kombiniert)

13,8 l Super

7,5 l Diesel

8,7 l Diesel

CO2-Emission
(kombiniert)

322 g/km

196 g/km

229 g/km

Abgasnorm nach
EU-Klassifikation

Euro 5

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