Lotus Elite (1974-1982)

Die Verkaufsbezeichnung Lotus Elite wurde vom Hersteller Lotus Cars für zwei verschiedene Sportwagenmodelle benutzt.

Lotus Elite 1957-1964 (Brooklands Road Test Limited Editions)

Elite Typ 14

Der erste Lotus Elite (Typ 14) war ein sehr leichtes, zweisitziges Coupé. Das 1957 auf der London Motor Car Show vorgestellte Coupé wurde von 1957 bis 1963 hergestellt.

Als Colin Chapman beschloss, ein Modell mit geschlossener Karosserie zu bauen, war er sich wohl bewusst, dass die Kosten für die Pressen, die zur Produktion einer Stahlkarosserie nötig sind, zu hoch gewesen wären, und dass auch eine Hand geformte Karosserie aus Leichtmetall nicht viel wirtschaftlicher gewesen wäre. Es blieb also nur noch die Möglichkeit, Glasfaser einzusetzen. Chapman entwickelte mit der Elite also das erste Automobil mit selbsttragender Glasfaserkarosserie. Die Karosserie war aus drei Schalen aus GFK-Laminat aufgebaut, von denen zwei die Außenhaut bildeten und die dritte den Motor- und den Innenraum darstellte. Das Material war damals noch relativ unbekannt, und die Elite-Bauteile wurden zeitgemäß aus mit Glasvlies verstärktem Polyester laminiert. Mit der heute gebräuchlichen Technik von Carbon- und Aramid-Geweben oder -Gelegen und zumeist Epoxid-Matrices ist dieses Material kaum noch zu vergleichen.

Als sie 1957 auf der London Motor Show vorgestellt wurde, war die Elite der einzige in England hergestellte Sportwagen mit obenliegender Nockenwelle. Der von der Fa. Coventry Climax, die zu diesem Zeitpunkt führend im Bereich Rennmotoren war, ihr Geld aber mit Nutzmotoren wie etwa für Gabelstapler und Feuerspritzen verdiente, zugelieferte Voll-Aluminium-Motor war ursprünglich für eine tragbare Feuerwehrpumpe entwickelt worden und zeichnete sich daher durch ein sehr geringes Gewicht aus. Der Vierzylinder-Reihenmotor verfügte über zwei Ventile pro Zylinder und einen Hubraum von 1215 cm³. Über die gesamte Bauzeit hinweg wurde nur diese Motorversion angeboten, es gab aber verschiedene Tuningstufen bis zu 77 kW. Einige Einzelstücke wurden - auch nach der offiziellen Bauzeit der Elite - mit dem berühmten Lotus-TwinCam-Motor aufgebaut, und in den USA gab es relativ viele Umbauten auf Ford-Kent-Motoren, da die Coventry-Climax-Motoren nach der Insolvenz des Importeurs Jay Chamberlain keine funktionierende Ersatzteilversorgung mehr hatten. Die Elite, von der insgesamt nur 988 Stück hergestellt wurden, war eigentlich als Sportwagen gedacht, doch aufgrund ihrer Fahreigenschaften wurde sie unweigerlich zum Rennwagen. Der Elite erreichte den ersten und den zweiten Platz seiner Klasse in Le Mans 1961-1963.

 

 

Elite Typ 75 und 83

Die zweite Baureihe hatte außer dem Namen nichts mit dem ursprünglichen Wagen gemein und wurde von 1974 bis 1982 produziert.

Diese erste Lotus-Limousine verfügte über einen Frontmotor mit Hinterradantrieb, Einzelradaufhängung und sollte als Viersitzer Familien des gehobenen Mittelstandes ansprechen. Wie alle Seriensportwagen seit dem Elan, war auch der Elite II aus einer GFK-Karosserie über einem zentralen Stahlträgerchassis aufgebaut. Ab 1980 war dieses verzinkt. Erst mit der Elise wich man von dieser Art der Konstruktion ab. Ab 1974 war Servolenkung und eine Klimaanlage als Zusatzausstattung erhältlich. Das ursprünglich nur mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe ausgestattete Fahrzeug war ab Anfang 1976 auch mit Automatikgetriebe erhältlich. Der Elite II war die Basis für die Viersitzer Eclat und Excel.


Der Elite II war der erste Lotus mit dem 907-Motor. Der Reihenvierzylindermotor mit Aluminium-Zylinderblock verfügte über DOHC-Ventilsteuerung und 1973cc Hubraum und erzeugte daraus ca 160 PS. Der 907-Motor wurde schließlich die Basis für die Esprit-Motoren, sowohl für Saug- als auch Turbo-Varianten.

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