Lotus Esprit S2 (1975-1988)

Der Lotus Esprit ist ein von 1976 bis 2003 gefertigter Mittelmotor-Sportwagen des britischen Kleinserienherstellers Lotus. Im Laufe seiner fast dreißigjährigen Modellgeschichte wurde er in mehreren Versionen mit verschiedenen Saug- und Turbomotoren angeboten. Der für 2009 angekündigte Nachfolger mit dem Namen Evora (Projekt Eagle) kommt wohl erst 2012 auf den Markt.

Lotus Esprit V8 schwarz AutoArt 1:18

Modellgeschichte

Die ersten stilistischen Entwürfe für den Esprit beruhten auf Vorschlägen von Giorgetto Giugiaro. Sie sahen die Verwendung eines dem Lotus Europa sehr ähnlichen, wenn auch etwas größeren Rahmens vor. Der Esprit wurde 1972 in Turin vorgestellt, doch während der drei Jahre zwischen der Vorstellung des Prototyps und dem Produktionsbeginn wurde der Originalentwurf entscheidend verbessert (Lagerung der Hinterradaufhängung mit Dreiecks-Versteifungen, Verkleidungen der Karosserie in anderer Form, Lotus-907-Motor aus Leichtmetall mit zwei oben liegenden Nockenwellen). Bei dem Motor handelte es sich um den gleichen, der bereits ab 1972 im Jensen-Healey verwendet wurde. Das Getriebe der endgültigen Ausführung, ein Citroën-Fünfgang-Schaltgetriebe, war identisch mit dem Getriebe des Maserati Merak. Der Esprit war während seiner gesamten Produktionszeit ausschließlich mit Klappscheinwerfern erhältlich.

Anfangs hatte der Esprit nicht den erhofften Erfolg, u.a. auch wegen der schwachen Leistungsdaten (die werksseitig angegebenen Werte (0-100 km/h in 6,8 s und 222 km/h Höchstgeschwindigkeit) beruhten wohl eher auf Wunschdenken). Dennoch wurde 1978 eine zweite Serie (S2) vorgestellt. Anlässlich des Genfer Auto-Salons 1980 stellte Lotus eine Ausführung mit Ladermotor vor, den Turbo Esprit, der mit der 2,2-l-Ausführung des Sechzehnventilers Lotus 907 ausgerüstet war. Dieser Motor, der für den Sunbeam Lotus entwickelt worden war, konnte dank seines Turboladers Garett AIResearch eine Höchstleistung von 154 kW erreichen. Im gleichen Jahr wurde ein weiterer Esprit, auch dieser mit 2,2-l-Motor, jedoch ohne Turbolader, vorgestellt. Er hieß S 2,2. Dieses Modell konnte von 0 auf 96 km/h in 6,7 Sekunden beschleunigen, die sportlichere Ausführung Turbo Esprit in 5,6 Sekunden. Ab 1996 gab es auch eine Ausführung mit 32 Ventilen und 260 kW, die aus dem neuentwickelten 3,5-l-Biturbo-V8 (Lotus-918-Motor) 400 Nm schöpfte und in 4,9 s von 0 auf 100 km/h beschleunigte, sowie eine kleinere Version mit dem bisher verbauten Vierzylinder. Letztere besaß jetzt nur noch 2,0 l Hubraum und war als Einstiegsmodell GT3 bis 1999 im Programm.

 

 

Die Modelle mit Achtzylindermotor wurden bis 1998 als V8 bezeichnet, danach mit einem Facelift des Armaturenbretts als GT und SE, wobei die SE-Ausstattung die höherwertige war (Serie: Leder, Klima, Radio, Heckspoiler u. a.). Ein auf 50 Exemplare limitiertes 350-Sport-Sondermodell ergänzte 1999 das Programm. Dieses war nur in silber erhältlich, der Motor war blau lackiert und die Instrumententafel war mit Karbon verziert. Der Wagen wog durch den Einsatz leichterer Komponenten gegenüber den GT/SE-Serienmodellen 25/80 kg weniger. Der Motor blieb unverändert, die Fahrleistungen waren marginal besser. Die SE-Esprit erhielten mit dem Erscheinen des 350-Sport-Modells und die GT-Esprits ab Modelljahr 2000 die stärkere 330 mm AP-Bremsanlage des 350-Sport-Modells, welche an den gelochten Bremsscheiben erkennbar ist. Zum finalen Modelljahr 2002/03 hielten außen runde Heckleuchten sowie die Frontspoilerlippe wiederum aus dem 350-Sport-Modell Einzug. Innen wurde die Lederausstattung leicht verändert.

Der Lotus Esprit wurde für den europäischen Markt bis 2002, für die USA bis 2003 gebaut. Letztere sind äußerlich an dem mittig liegenden Doppelauspuff erkennbar. Danach war der Lotus Elise/Exige das letzte verbliebene Modell, bis 2006 der Europa S auf den Markt kam.

Modelle und Motorisierungen

Modell Bauzeit Motor Hubraum Leistung Drehmoment Vmax 0-100 km/h Leergewicht
Esprit 1976–1977 R4 1973 cm³ 118 kW/162 PS 190 Nm 221 km/h 6,8 s 900 kg
Esprit S2 1978–1981 R4 1973 cm³ 118 kW/162 PS 190 Nm 200 km/h    
Esprit S2.2 1980–1981 R4 2174 cm³ 118 kW/162 PS 216 Nm 200 km/h    
Esprit S3 1981–1987 R4 2174 cm³ 118 kW/162 PS 216 Nm 217 km/h    
Esprit Turbo 1981–1986 R4 Turbo 2174 cm³ 156 kW/212 PS 271 Nm 241 km/h   1389 kg
Esprit Turbo HC 1987 R4 Turbo 2174 cm³ 158 kW/215 PS 300 Nm 250 km/h    
Esprit Turbo 1987–1990 R4 Turbo 2174 cm³ 158 kW/215 PS 300 Nm 250 km/h    
Esprit 1987–1990 R4 2174 cm³ 126 kW/171 PS 216 Nm 222 km/h    
Esprit SE 1989–1991 R4 Turbo 2174 cm³ 197 kW/268 PS 354 Nm 256 km/h 5,0 s 1329 kg
Esprit S 1991 R4 Turbo 2174 cm³ 168 kW/228 PS 295 Nm 255 km/h    
Esprit SE HW 1992–1993 R4 Turbo 2174 cm³ 194 kW/264 PS 354 Nm 265 km/h    
Esprit S4 1993–1996 R4 Turbo 2174 cm³ 194 kW/264 PS 354 Nm 265 km/h 5,00 s 1340 kg
Esprit 300 Sport 1993 R4 Turbo 2174 cm³ 225 kW/306 PS 393 Nm 261 km/h 4,80 s 1305 kg
Esprit S4S 1995–1996 R4 Turbo 2174 cm³ 221 kW/288 PS 393 Nm 270 km/h 4,90 s 1305 kg
Esprit GT3 1996–1999 R4 Turbo 1973 cm³ 179 kW/244 PS 294 Nm 263 km/h 4,80 s 1380 kg
Esprit V8 1996–1998 V8 BiTurbo 3506 cm³ 260 kW/354 PS 400 Nm 274 km/h    
Esprit V8 GT 1998–2001 V8 BiTurbo 3506 cm³ 260 kW/354 PS 400 Nm 274 km/h    
Esprit V8 SE 1998–2001 V8 BiTurbo 3506 cm³ 260 kW/354 PS 400 Nm 282 km/h    
Esprit 350 Sport 1999 V8 BiTurbo 3506 cm³ 260 kW/354 PS 400 Nm 282 km/h    
Esprit 2002–2003 V8 BiTurbo 3506 cm³ 260 kW/354 PS 400 Nm 282 km/h    

Der Esprit in den Medien (Auswahl)

Bekannt wurde der Lotus Esprit vor allem durch seine Rolle als James-Bond-Auto in den Filmen Der Spion, der mich liebte (1977), In tödlicher Mission (1981) und durch seine Auftritte in den Filmen Pretty Woman (1990), Filofax – Ich bin du und du bist nichts (1990), Teen Agent - Wenn Blicke töten könnten (1991) sowie Basic Instinct (1992). Außerdem gab es in den frühen 90er Jahren eine sehr erfolgreiche Computerspiel-Serie (Lotus Esprit Turbo Challenge), die sich hauptsächlich um den Esprit (im zweiten Teil - "Lotus Turbo Challenge 2" - auch den Elan SE und im dritten Teil - "Lotus III: The Ultimate Challenge" - zusätzlich noch den Prototypen M200) drehte, wodurch der Lotus Esprit noch einmal an Bekanntheitsgrad gewann.

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