Der im Frühjahr 1992 vorgestellte Maserati Ghibli II war ein Sportwagen des italienischen Automobilherstellers Maserati. Es war nach dem von Ende 1966 bis Ende 1973 gebauten Ghibli das zweite Modell der Marke, das diesen Namen trug.

Das neue und nur als Coupé erhältliche Fahrzeug war ein Abkömmling der Biturbo-Familie und hatte nichts mit dem klassischen Sportwagen der 1960er-Jahre zu tun.

Vom Ghibli II gab es neben einer Straßenversion auch eine Rennsportversion, die allerdings nur geringe Verbreitung fand.

Zündkerze , Super plus für MASERATI GHIBLI

Modellgeschichte

Die von Marcello Gandini gestaltete Karosserie des neuen Ghibli basierte erkennbar auf Elementen der Biturbo-Modelle. Die Abmessungen und der Karosseriestruktur waren identisch, und Türen, Dach und Teile der Verglasung wurden von früheren Biturbo-Modellen übernommen. Stilistisch war der Ghibli in vielerlei Hinsicht eine Weiterentwicklung des kurz zuvor präsentierten Sportwagens Shamal; in einigen Veröffentlichungen wurde er als „domestizierte Version des Shamal“ bezeichnet.[2] Er übernahm die Stoßstangen des Shamal, hatte ebenso wie dieser einen auffälligen Spoiler am unteren Ende der Windschutzscheibe und trug die gleichen, stark ausgestellten Kotflügel. Auch die Scheinwerfereinheiten - je eine Paarung aus einem runden und einem viereckigen Scheinwerfer - waren identisch, allerdings befanden sie sich nunmehr hinter einer Glasabdeckung, was von vielen Beobachtern als eine stilistische Verbesserung empfunden wurde. Schließlich trug der Ghibli ebenso wie der Shamal einen erhöhten Kofferraumdeckel, der allerdings im Detail anders gestaltet war. Der Innenraum war geprägt von Connolly-Leder und Echtholzapplikationen.

Angetrieben wurde der Ghibli zunächst ausschließlich von einem Zweiliter-Biturbo-V6 mit 228 kW, der seine Kraft über ein Fünfganggetriebe an die Hinterräder weiterleitete. 1993 kam für Exportmärkte eine Version mit 284 PS leistendem 2,8-Liter-V6 ins Programm, die wahlweise mit Schaltgetriebe oder Automatik verfügbar war.

Ende 1994 erfolgte ein Facelift mit breiteren Stoßstangen, geändertem Maserati-Logo im Kühlergrill, neuen Felgen und breiteren Reifen. Zugleich wurde das Fünf- durch ein Sechsganggetriebe ersetzt.

Sportversionen

1995 erschien das Sondermodell Ghibli Cup, das auf 60 Stück mit Zweilitermotor und 15 Exemplare mit dem 2,8-Liter-Motor limitiert war. Der Zweiliter war auf 246 kW leistungsgesteigert, die Ausstattung mit Sonderfelgen, Momo-Lenkrad und Aluminiumpedalen betont sportlich gehalten.

Für den 1995 und 1996 ausgetragenen Ghibli-Markenpokal entwickelte Maserati den Ghibli Open Cup. Das im Dezember 1994 vorgestellte Rennsportmodell, das 22 mal gebaut wurde, besaß einen auf 239 kW gesteigerten Zweiliter-V6, Alufelgen mit Schnellverschluss, Slicks, Sportfahrwerk, Rennbremsen, Überrollbügel und einen abgespeckten Innenraum.

Produktionsumfang

Vom Ghibli der zweiten Generation entstanden bis Ende 1997 insgesamt 2.183 Exemplare. Auf dem deutschen Markt kostete der Ghibli bei seiner Einführung im April 1992 99.850 DM.

 

 

Technische Daten und Fahrleistungen

Maserati:

Ghibli 2,0

Ghibli 2,8

Motorbauart: 

6 Zylinder V-Frontmotor

Hubraum: 

1996 cm³

2790 cm³

Bohrung × Hub:

82,0 × 63,0 mm

94,0 × 67,0 mm

Leistung bei 1/min:

225 KW (305 PS) bei 6250

206 KW (280 PS) bei 5500

Drehmoment bei 1/min:

373 Nm bei 4250

430 bei 3750

Abmessungen Länge/Breite/Höhe:  

4223 / 1775 / 1300 mm

Radstand:  

2514 mm

Leergewicht:  

1365 kg

Fahrwerk Vorderachse:  

Querlenker, Federbein, Querstabilisator

Fahrwerk Hinterachse:  

Doppelquerlenker, Federbein, Querstabilisator

Vmax: 

265 km/h

260 km/h

0–100 km/h: 

5,7 s

6,0 s

Verbrauch: 

11,5 l/100 km

11,9 l/100 km

Tankinhalt: 

80 l

Literatur [Bearbeiten]

·                    Gianni Cancellieri et al. (Hrsg.): Maserati. Catalogue Raisonné 1926–2003. Automobilia, Mailand 2003, ISBN 88-7960-151-2.

·                    Hans-Karl Lange: Maserati. Der andere italienische Sportwagen. Zsolnay, Wien 1993, ISBN 3-552-05102-3.

·                    Maurizio Tabucchi: Maserati. Alle Grand Prix-, Sport- und GT-Fahrzeuge von 1926 bis heute. Heel, Königswinter 2004, ISBN 3-89880-211-6.