Der NSU Prinz ist ein Automodell der NSU Motorenwerke AG und wurde in verschiedenen Varianten von 1958 (NSU Prinz) bis 1973 (NSU Prinz 4) gebaut.

NSU Prinz: Fahre Prinz und du bist König

Er gilt auch als stilistisches Vorbild des ukrainischen Saporoschez, der ab 1966 gebaut wurde und der ihm in der Formgebung weitgehend entsprach, aber einen vollkommen anderen Motor hatte.

Modelle und Baureihen

NSU Prinz 1 bis 3 (1958–1962)

1958 erschien das erste Nachkriegsauto des damals weltgrößten Motorradherstellers. Er war ein kleines Auto mit einem 600 cm³ großen Zweizylindermotor, der anfangs 20, später 23 PS leistete. Aber schon von diesem Modell gab es ab 1959 eine sportliche Variante, die bei unverändertem Hubraum 30 PS leistete und den kleinen Wagen – bei beachtlichem Lärm – 120 km/h schnell machte (Prinz 30).

NSU Prinz 4 (1961–1973)

Der NSU Prinz 4 war das fünfsitzige Nachfolgemodell der Prinzen 1, 2 und 3 mit einer Karosserie im Stil des Chevrolet Corvair. Er kam 1961 auf den Markt und wurde nahezu unverändert bis 1973 gebaut, es gab nur kleinere Änderungen wie beispielsweise die Frontblechzierleiste. Der weit überwiegende Anteil der Fahrzeuge aus den letzten Produktionsjahren wurde nach Italien verkauft [1] Der Prinz 4 hat einen Paralleltwin-Motor im Heck. Er leistet 30 PS (22 kW) aus 600 cm³. Das ermöglicht ihm eine Spitzengeschwindigkeit von etwa 120 km/h. Er hat eine selbsttragende Karosserie. Der Prinz 4 wiegt nur 590 kg und hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 1000 kg. Im ägyptischen Kairo wurde der NSU Prinz IV für den lokalen Markt von der Egyptian Light Transport Manufacturing Company als Ramses II montiert.

Paralleltwin-Motor

Bei einem Paralleltwin-Viertakt-Motor bewegen sich die beiden Kolben gleichzeitig nach oben und unten. Problem bei den ersten Motoren war die Aufhängung des Motors und die Dämpfung zur Karosserie, weil sich extreme Schwingungen übertrugen. Diese Schwingungen bekam man mit speziellen Silentblöcken in den Griff. Der Motor verfügt über eine Dynastart-Anlage, d. h. eine kombinierte Anlasser-Lichtmaschine von Bosch.

 

 

NSU Sport Prinz (1958–1967) [

Der 1958 vorgestellte NSU Sportprinz (Spitzname "Schwänchen") ist ein Coupé mit 2 1/2 Sitzen. Er verfügt hinten nur über ein dünn gepolstertes Brett, den sog. Notsitz. Die Karosserie wurde von Bertone entworfen. Der Sportprinz ähnelt im Aussehen dem Wankel-Spider, hat aber ein festes Dach, das wahlweise mit einem Schiebedach ausgerüstet werden konnte. Im Gegensatz zum Spider verfügt er auch nicht über die Lufteinlassschlitze, weil das Prinz-Triebwerk nicht wassergekühlt ist wie der Wankelmotor.

Fahrwerk und Triebwerk wurden anfangs vom Prinz I/II, ab 1961 vom Prinz 4 übernommen. Ursprünglich war der leistungsgesteigerte 30 PS starke Motor exklusiv für den Sportprinz vorgesehen, doch nach wenigen Monaten wurde er auch in der Limousine angeboten (Prinz 30).

NSU Prinz 1000 (1963–1972)

1963 stellte NSU sein erstes Modell mit Vierzylindermotor vor. Er hatte einen im Heck querstehenden luftgekühlten OHC-Vierzylinder mit einem Kettenantrieb für die Nockenwelle. Aus 1000 cm³ Hubraum wurden 43 PS erreicht, womit der Wagen 135 km/h schnell war. 1967 wurde der Motor auf Normalbenzin umgestellt, von nun an leistete er nur noch 40 PS.

NSU Prinz 1000TT, 1200TT und TTS (1965–1972)

Da der Prinz 1000 sportliches Potential hatte, wurde ihm 1965 der Prinz 1000 TT an die Seite gestellt. Dieser hatte den 1100 cm³ großen Motor des NSU Typ 110 mit 55 PS Leistung und eine Höchstgeschwindigkeit von 148 km/h. 1967 wurde er zum NSU 1200 TT weiterentwickelt. Aus 1200 cm³ leistete er nun 65 PS und war 155 km/h schnell. Von professionellen Tunern wurden Motoren mit bis zu 1300 cm³ und 130 PS angeboten, es gab sogar Fahrzeuge mit mechanischer Benzineinspritzung. Die Bezeichnung „Prinz“ entfiel ab 1967 für die Vierzylindertypen.

Speziell für den Renn- und Rallyesport wurde der 1000 TTS eingeführt. Diese Fahrzeuge waren als Sportlimousinen konzipiert, die mit geringem Leistungsgewicht das spätere Konzept des VW Golf GTI vorwegnahmen. So holte der 1000 TTS aus 998 cm³ Hubraum serienmäßig 70 PS (51 kW), getunt auch über 85 PS (62 kW). Dies entsprach seinerzeit der Motorleistung von Fahrzeugen der gehobenen Mittel- und Oberklasse, das Fahrzeug wog jedoch weniger als 700 kg. Wegen ihrer Wendigkeit sind die TTS auch noch lange nach Produktionseinstellung erfolgreich bei Slalom-Wettbewerben.

Einen originalen NSU TT erkennt man zunächst an den Doppelscheinwerfern vorne und den Heck-Ausstellfenstern. Außerdem ist die Bohrung hinten im Motorraum am Ansaugschacht mit 2 Löchern, beim NSU TTS mit 3 Löchern für den Ölkühler gebohrt. Aufgrund der nur mäßigen Belüftung des Motorraums leidet der Wagen chronisch an Überhitzungsproblemen, weshalb es sich eingebürgert hat, die Motorhaube etwas aufzustellen.

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