Der Oldsmobile F-85 war ein PKW der Mittelklasse, der von 1961 bis 1972 von Oldsmobile, einer Marke von General Motors, gebaut wurde. Er war stets das Einstiegsmodell von Oldsmobile. 1964 legte er deutlich an Größe zu und bildete die Basis für die späteren Modelle Cutlass und 4-4-2.

Oldsmobile 1948-1963: Rocket 88. Super 88. Dynamic 88. 98. Futuramic 98. F-85. Jetfire. Starfire (Limited Edition Premier)

Von Jahr zu Jahr

1961–1963

Im Modelljahr 1961 bot Oldsmobile einen „Kompaktwagen“ an, der nach Preis und Größe deutlich unter dem bisherigen Einstiegsmodell Dynamic 88 rangierte. Der Wagen war ähnlich den zeitgenössischen größeren Modellen geschnitten und besaß Doppelscheinwerfer, die in einem breiten, flachen Kühlergrill saßen. Die Wagen waren in Stardard- und Deluxe-Version als 2-türiges Coupé, 4-türige Limousine und 5-türiger Kombi mit fünf oder sieben Sitzplätzen erhältlich. Das Deluxe-Sportcoupé trug den Beinamen Cutlass. Alle Modelle der Baureihe waren mit einem V8-Motor mit 3.523 cm³ Hubraum ausgestattet, der 155 bhp (114 kW) bei 3.800 min-1 abgab. Dieser Motor ging ab 1964 zu Rover und trieb ab 1967 den P5B an. Die größte Ausbaustufe war der 4554 cm³ große Motor des Range Rover P38 4.6 HSE.

Im Folgejahr gab es stilistisch keine Änderungen, aber als weitere Karosserieform kam ein 2-türiges Cabriolet dazu. Die Kombis waren in als Standard mit sechs oder neun Sitzplätzen verfügbar, als Deluxe nur mit fünf Sitzplätzen. Alle Modelle gab es mit dem bisher bekannten Motor und zusätzlich als Baureihe Cutlass mit einem auf 185 bhp (136 kW) verstärkten Version. Eine Sonderstellung nahm das Hardtop-Coupé Jetfire ein, das mit einer aufgeladenen Version des V8-Motors bestückt war, die 215 bhp (158 kW) leistete.

1963 stand ein kleines Facelift an, das den Wagen einen leicht geänderten Kühlergrill verschaffte, auf dessen horizontalen Mittelstreifen das Wort „Oldsmobile“ zu lesen war. An Karosserieauswahl und Technik änderte sich wenig, der 9-sitzige Kombi fiel weg und das Cabriolet war nur noch als Deluxe verfügbar.

 


 

1964–1972

1964 erschien der F-85 komplett überarbeitet. Sein Radstand hatte um 3“ auf 2.921 mm zugelegt und er war damit auch für US-amerikanische Verhältnisse kein Kompaktwagen mehr sondern gehörte eindeutig zur Mittelklasse. Der Jetfire mit seinem Turbomotor war verschwunden und es gab drei Unterserien: Vom Standard und den Deluxe waren jeweils ein 2-türiges Coupé, eine 4-türige Limousine und ein 5-türiger Kombi mit sechs Sitzplätzen verfügbar. Vom Cutlass gab es ein Coupé, ein Hardtop-Coupé (namens Holiday) und ein Cabriolet, jeweils mit 2 Türen. Für alle Versionen gab es zwei Motoren zur Auswahl: ein V6-Motor mit 3.687 cm³ Hubraum, der 155 bhp (114 kW) bei 4.400 min-1 abgab und einen V8-Motor mit 5.408 cm³ Hubraum (den gleichen wie beim Modell Jetstar 88 und 210 bhp (154 kW) bei 4.400 min-1. Neu war auch ein 4-4-2-Paket, das für 136,-- US-$ extra einen Vierfachvergaser, vier Gänge und zwei Auspuffrohre (so die Erklärung für 4-4-2) bot.

Eine neuerliche, leichte Überarbeitung des Stylings verschaffte allen Oldsmobile 1965 einen Kühlergrill in „Knochenform“. Der V8-Motor hatte auf 250 bhp (184 kW) bei 4.800 min-1 zugelegt. Neu war auch der Hochleistungs-V8-Motor für den 4-4-2 mit 6.555 cm³ Hubraum und 345 bhp (254 kW). Die erste „4“ bedeutete also nun „400 cu.in“ (= 6,6 Liter Hubraum). Das Coupé gab es nicht mehr in der Deluxe-Serie.

1966 gab es zusätzlich zu den bisherigen Modellen eine 4-türige Hardtop-Limousine als Deluxe oder Cutlass. Der V6-Motor wurde durch eine Reihensechszylinder von Chevrolet – der erste bei Oldsmobile seit 1950 – ersetzt. Der neue Motor schöpfte gewohnte 155 bhp (114 kW) bei 4.200 min-1 aus 4.097 cm³ Hubraum. Eine leichte Überarbeitung der Karosserien ließ einen modischen „Hüftschwung“ über den hinteren Radausschnitten auftauchen.

1967 war die Namen „Cutlass“ und „4-4-2“ verschwunden. Der Cutlass bildete in diesem Jahr eine separate Modellreihe, der 4-4-2 tauchte erst 1968 als eigene Modellreihe wieder auf. Ebenso verschwunden waren das Cabriolet und die beiden Hardtop-Modelle. Es gab nur noch den Basis-F-85 als Coupé, Limousine oder Kombi mit R6- oder V8-Motor.

1968 wurde auch der Kombi aufgegeben; die neue Cutlass-Baureihe war attraktiver und nahm dem F-85 immer mehr Käufer weg. Wurden 1961 noch 75.821 F-85 verkauft, so waren es 1967 noch 24.007 und 1968 gar nur noch 15.309. Der Radstand der verbleibenden Modelle wuchs um 1“ auf 2.946 mm. Der V8-Motor wurde auf 5.735 cm³ aufgebohrt und leistete wie sein Vorgänger 250 bhp (184 kW), allerdings schon bei 4.400 min-1.

1969 führte man die Demontage des F-85 weiter fort. Auch die Limousine wurde aufgegeben, sodass nur noch das Coupé übrig blieb, von dem sich noch 8.440 Stück absetzen ließen. Der Radstand war, wie bei ersten F-85, wieder auf 2.845 mm geschrumpft und die Fahrzeugfront zeigte, wie bei Cutlass, einen breiten, lackierten Streifen als Nase in der Fahrzeugmitte. Im Folgejahr gab es keine Änderungen, der Absatz stieg wieder auf 11.110 Wagen.

1971 gab man beim F-85 das Coupé auf und stellte dafür eine 4-türige Limousine als einziges Modell her. Der Radstand wuchs wieder auf die alten 2.946 mm. Der Reihensechszylinder lieferte nur noch 145 bhp (107 kW), der V8 begnügte sich mit 240 bhp (176 kW). Von diesem Modell ließen sich nur noch 4.419 Stück verkaufen.

Im letzten Produktionsjahr 1972 verschwand auch der Sechszylindermotor. Die Leistung des 5,7 l-V8 sank auf 160 bhp (118 kW), die schon bei 4.000 min-1 anlagen. Dafür konnte man auf Wunsch auch den großen Rocket-V8 aus dem Spitzenmodell 98 mit 7.456 cm³ Hubraum und 225 bhp (165 kW) bei 4.000 min-1 einbauen lassen. Es entschieden sich in diesem Jahr noch 3.792 Käufer für einen F-85.

Im Folgejahr übernahm der Oldsmobile Omega die Rolle des Einstiegsmodells.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Oldsmobile F-85 aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Auf dieser Seite sind auch Versionen und Autorenangaben verzeichnet.