Der Peugeot 104 war ein Kleinwagen von Peugeot, der von Anfang 1972 bis Herbst 1988 hergestellt wurde. Ursprünglich nur als Viertürer mit kleiner Kofferraumklappe erhältlich, kam im Folgejahr ein Dreitürer (offiziell: Coupé) mit verkürztem Radstand als Peugeot 104 Z hinzu.

Rta 733.1 Peugeot 104 Tous Modeles

Im Zuge der Modellpflege im Herbst 1976 (größere Scheinwerfer und Heckleuchten) war der Viertürer gegen Aufpreis auch mit einer großen Heckklappe erhältlich, durch die er zu einem sogenannten Fünftürer wurde.

Im 104 hatte ein neu entwickelter Vierzylinder-Aluminiummotor Premiere, bei dem sich Motor und Getriebe das Öl teilten und die Zylinder um 72 Grad nach hinten geneigt waren. Der Motor mit 954 cm³ entwickelte 45 PS, der Motor mit 1124 cm³ 50 PS. Motoren mit 1360 cm³ gab es mit 60, 72 und 79 PS.

Weitere Varianten

1975 entwickelte Peugeot zur Ergänzung der Baureihe eine viertürige Stufenhecklimousine und einen viertürigen Kombi, die allerdings nicht über den Prototyp-Status hinaus kamen.

Die Rückansicht des 104 Stufenheck ähnelte der späterer Talbot-Modelle wie dem Solara und Tagora.
 

Schwestermodelle

Der 104 war das erste Auto, bei dem Peugeot ein umfangreiches Badge-Engineering betrieb:

Citroën LN und LNA

Im Herbst 1976 stellte PSA den Citroën LN vor, der die Karosserie des 104 Z nutzte, in dem aber ein nur wenig abgeänderter Zweizylinder-Boxermotor der Dyane Verwendung fand - ein Aggregat, das vom ursprünglichen Citroën 2CV-Motor abgeleitet war, aber über drei statt zwei Kurbelwellenlager und eine elektronische Zündung verfügte.

 

 

Statt der eckigen Scheinwerfer im Peugeot-Stil kamen runden Scheinwerfer ähnlich der bei der Dyane zum Einsatz. Im Innenraum versuchte man durch ein Einspeichenlenkrad Citroën-Ambiente zu vermitteln. Viele Citroën-Kunden waren jedoch enttäuscht, da das Badge-Engineering zu offensichtlich war und die gewohnte Extravaganz der Marke einer nüchternen Gleichteilestrategie eines Großkonzern gewichen war.

Ende 1978 kam der LN - nun als Citroën LNA - in den Genuss des Peugeot-Vierzylindermotors, allerdings nur in den Versionen mit 45 und 50 PS (Peugeot 104 bis 79 PS, später sogar 93 PS). Der LN(A) wurde nur als dreitürige Version mit kurzem Radstand angeboten. Für Citroën-Kunden, die einen Fünftürer erwerben wollten, stand der auf der 104-Plattform basierende Citroën Visa zur Verfügung.

Citroën-typisch war "LN" eine lautmalerische Anspielung an Hélène, bzw. Héléna. Wegen seiner ungewöhnlich kurzen Karosserie erhielt er denselben Beinamen wie die Sängerin Édith Piaf: "Spatz von Paris".

Talbot Samba

1982 erschien der Talbot Samba, ebenfalls nur als Dreitürer, allerdings seit Verkaufsstart mit der gesamten Motorenpalette der Vierzylinder Motoren. Der Talbot Samba war das einzige der drei Fahrzeuge, das bis 1984 auch als bei Pininfarina gefertigtes Cabrio erhältlich war.

Die Limousine wurde bis zur Einstellung der Marke Talbot Anfang 1986 verkauft.

Produktionsende und Nachfolger

Nachfolger waren der Citroen AX ab 1986 und der Peugeot 205 ab 1983. Mit der Einführung des Peugeot 205 stellte Peugeot den Verkauf des 104 auf nahezu allen Märkten außer auf dem Heimatmarkt ein. 1988 endete auch der Verkauf in Frankreich, die 1er-Modellreihe wurde erst mit dem 1991 erschienenen Peugeot 106 wieder weitergeführt.

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