Der Peugeot 405 ist ein Mittelklassefahrzeug der französischen Automobilmarke Peugeot. Er wurde in Europa von Herbst 1987 bis Sommer 1995 (Break: Anfang 1988 bis Mitte 1996) hergestellt und wird als CKD-Fahrzeug bis heute in Ägypten (bei Wagih Abaza und Arab American Vehicles) und im Iran (bei Iran Khodro) produziert. Das Nachfolgemodell des Peugeot 405 ist der Peugeot 406.

Peugeot 405 Diesel Service and Repair Manual: 1988-1997(E to P Registation) (Haynes Service and Repair Manuals)

Das Fahrzeug gab es als Stufenheck und Kombi (genannt Break). Die Karosserie zeigt, wie bei vielen anderen Peugeot-Modellen, deutliche Einflüsse des italienischen Karosseriers Pininfarina. Sie wirkte zur Zeit ihrer Erscheinung Ende der 80er Jahre sehr modern. Äußerlich trug sie ihrer Zeit Rechnung durch den besonders guten Luftwiderstandsbeiwert von etwa 0,3. Ähnlich anderen nach diesen Gesichtspunkten konstruierten Fahrzeugen (wie Audi 100 oder Opel Omega) weist deshalb auch der 405 im Sommer eine hohe Innenraumaufheizung auf. Es gab ein breites Motorenspektrum, mit Hubräumen zwischen 1,4 und 2 Litern. Es gab anfangs noch Vergasermotoren. Die Konzern-Diesel (bekannt auch vom 205) waren sehr beliebt und zuverlässig, 300.000 km und mehr sind keine Seltenheit. Die Basis Ausstattung fing bei dem 405 GL mit 47 kW/64 PS an und reichte bis zum 405 SRI mit 88 kW/120 PS. Die Topausstattung im 405 war der Mi16 mit 1,9 Liter und 116 kW/158 PS bzw. ab 1988 mit Kat. 108 kW/147 PS, ab 1993 dann mit 112 kW/152 PS. Der 405 wurde in den gehobenen Ausstattungen auch mit Allrad-Antrieb angeboten, nämlich mit manueller Differenzialsperre im 405 SRI x4 und mit permanentem Allradantrieb im 405 Mi16x4. Es gab zahlreiche Sondermodelle, wie zum Beispiel die Sonderserie Chamonix.

Gesucht und selten ist besonders auch die ausschließlich als Break erhältliche Roland-Garros-Version mit grün-metallic-farbener Lackierung, Alufelgen und beigefarbener Leder-Ausstattung. Im Laufe der 1990er Jahre flossen Verbesserungen der Sicherheit in die Produktion ein. So konnte ab Herbst 1993 ein Fahrer-Airbag bestellt werden.

Etwa zur gleichen Zeit gab es auch ein kleines Facelift, bei dem die Rückleuchten der Limousine, das Armaturenbrett und die 1,9 Liter Vollalluminiummotoren auf 2,0 Liter Gussblöcke umgestellt wurden. Am Ende seiner Bauzeit war der 405 recht zuverlässig und ausgereift.

 

 

Der Peugeot 405 wird heute in Deutschland immer seltener. Viele Fahrzeuge wandern wegen ihres haltbaren Dieselmotors nach Osteuropa. In Frankreich gehört der 405 wegen der sehr hohen Verbreitung nach wie vor zum Straßenbild. Vereinzelt ist er sogar noch als Gendarmerie-Fahrzeug zu sehen. Auch im Saarland wurde der Peugeot 405 als Streifenwagen eingesetzt, sowohl als Limousine wie auch als Break.

405 Turbo 16

Die Leistungsspitze stellte 1992 der 405 Turbo 16 (405 T 16) dar, der mit einem 2-Liter-16V-Turbomotor vom Typ XU10J4TE ausgerüstet war. Dieser hat einen Garrettlader (VAT 25) mit verstellbarer Geometrie. Zudem hat er einen wassergekühlten Ladeluftkühler und eine sequenzielle Magneti-Marelli-AP-Einspritzung. Der 2,0 Liter Motor leistete 144 kW (196 PS) und kurzzeitig sogar 162 kW (220 PS). Dies geschieht durch den Turbo-Overboost, dabei wird der Ladedruck kurzzeitig auf 1,3 Bar erhöht. Neben der serienmäßigen Leder-Alcantara-Ausstattung und Wegfahrsperre besitzt er einen permanenten Allradantrieb mit hydraulisch gefederter Hinterachse mit Torsendifferenzial und ein Verteilergetriebe mit Viskosperre. Das Auto hatte einen Neupreis von 60.000,- DM. Es wurden 1046 Stück gebaut, aber lediglich 99 Exemplare wurden nach Deutschland ausgeliefert. 46 davon bekam die Gendarmerie.

Motorsport

Im Rennsport setzte man auf einen 405 Turbo 16 als Coupé, dieses Fahrzeug verfügte über Allradantrieb und einen Mittelmotor der 294 kW (400 PS) leistete. Damit nahm Peugeot von 1987 bis 1990 an der Rallye Paris-Dakar teil, außerdem 1988 am Pikes Peak mit einer Aufrüstung auf 441 kW (600 PS).

Nach dem Verbot der Gruppe B Mitte der 1980er Jahre setzte Peugeot die Rallye-Erfahrungen in der Wüstenrallye Paris–Dakar und am Pikes Peak ein. Bei diesen Veranstaltungen nahmen die Modelle 205 Turbo 16 und 405 Turbo 16 teil.

Der Peugeot 405 Turbo 16 basiert in der Rennversion auf der Allrad-Turbo-Technologie des 205 Turbo 16. Dadurch besaß er permanenten Allradantrieb und den XU8T Motor des 205ers. Dieser Motor ist speziell für den Rennsport entwickelt worden. Er ist als Mittelmotor rechts im Fahrzeug platziert und verfügt über einen Hubraum von 1775 cm³, der durch den Turbofaktor 1,4 einem virtuellen Hubraum von 2500 cm³ entspricht. Der wassergekühlte Turbolader, der damals auch in der Formel 1 in dieser Größe zum Einsatz kam, stammt von der Firma Garrett und lädt den Motor mit bis zu 2,8 bar Ladedruck auf. Dieser Motor leistet bei der Paris Dakar 294 kW (400 PS) und auf dem Pikes Peak 441 kW (600 PS). Neben dem Motor sitzt auf der linken Seite das manuelle Sechsganggetriebe. Die Radaufhängung erfolgt vorne und hinten über Dreiecks-Querlenker oben und unten. Die Federung besteht aus Schraubfedern und koaxialen Teleskop-Stoßdämpfern. Vorne und hinten kommen innenbelüftete Bremsscheiben zum Einsatz. Das Gewicht lag in der Pikes-Peak-Version bei 800 kg. Dank des guten Leistungsgewichts benötigt der 405 T16 für die Beschleunigung von 0 auf 210 km/h ca. 8 Sekunden auf Asphalt.

Die Paris-Dakar-Rallye wurde von Peugeot von 1987 bis 1990 gewonnen. Bei der ersten Teilnahme des 405 bei der Paris-Dakar wurde Ari Vatanens Wagen gestohlen. Anschließend wurde er nach Auffinden des Wagens wegen verspäteten Starts disqualifiziert. 1988 war es dann soweit, der Bahnrekord von Walter Röhrl am Pikes Peak sollte gebrochen werden. Ari Vatanen unterbot schon im Training die Zeiten des im Vorjahr dominierenden Audifahrers. Am Renntag hatte Vatanen den Rekord schon ad acta gelegt, da es auf den ersten Kilometern des Bergs stark regnete, er sollte aber dennoch die von Röhrl im Audi Sport quattro E2 aufgestellte Rundenzeit unterbieten.

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