Ape (ital. Biene, auch als Vespacar bezeichnet) ist ein Kleintransporter und ein dreirädiges Rollermobil des italienischen Herstellers Piaggio. Die Ape wurde seit 1947 in Italien und seit der Einführung der limitierten Auflagen 2007 in Indien hergestellt.

PIAGGIO APE 50 ROT 1/18 NEW RAY MODELLMOTORRAD MODELL MOTORRAD

Geschichte

Die Dreirad-Transporterserie kam ein Jahr nach ihrer „Schwester“, der Vespa (ital. Wespe), auf den Markt. Der Urtyp der Ape von 1947 ist eigentlich eine Vespa mit Ladefläche mit einer Nutzlast von 200 Kilogramm. Die Ape A hat einen Vespa-Motor mit 125 cm³ Hubraum, der sich unter dem Sitz befindet. Sie hat aber im Gegensatz zur Vespa eine 4-Gang-Schaltung.

Die Ape B mit 150 cm³ kam 1953 auf den Markt. Dieses Modell wurde mit kleinen Änderungen bis 1956 gebaut.

1956 kam die Ape C auf den Markt, das erste Ape-Modell mit Kabine. Der Pentaro von 1960 ist eine modifizierte Version der Ape C, besitzt aber eine höhere Tragfähigkeit.

Auch die Ape MP, die 1967 vorgestellt wurde, besitzt noch Elemente der Ape C, nämlich die Kabine. Ansonsten ist sie aber grundlegend überarbeitet worden. Ihr Hubraum beträgt 190 cm³, sie kann 500 kg transportieren. Die Ape MP wurde in mehreren Versionen hergestellt, 1969 wurde die Tragfähigkeit noch um 100 kg verbessert.

1969 wurde die Ape 50 vorgestellt. Sie war die erste Ape, die in die Kategorie Kleinkrafträder fällt. Sie wurde für den leichten Transport gebaut, kann nur 200 Kilogramm transportieren und ist mit einer Kabine ausgestattet.

1972 wird das Ape Car vorgestellt. Es hat eine einigermaßen komfortable Kabine, einen 216-cm³-Motor und 550 kg Traglast.

1982 entwickelte Piaggio ein völlig neues Fahrzeug mit einem 220-cm³-Motor und einer Tragkraft von 700 Kilogramm, die Ape TM. 1984 kam eine Ape mit einem 1-Zylinder-4-Takt-Dieselmotor auf den Markt, das Ape Car Diesel. Auch dieses hat 700 Kilogramm Nutzlast und wird noch bis heute leicht modifiziert angeboten.

1986 wurde die bisher größte Ape vorgestellt: die Ape Car Max. Sie ist 1,5 × 2,3 Meter groß und trägt 900 Kilogramm.

1990 baute Piaggio die erste Ape mit vier Rädern, die Ape Porter mit 420 cm³ und 835 kg Nutzlast.

1994 brachte Piaggio die Ape 50 Cross Country auf den Markt. Die 45 km/h schnelle Maschine verfügt über Überrollbügel, Allwetterreifen, Stoßbügel und Radio.

2006 stellte Piaggio auf der Intermot das Sondermodell APE „Classic“ vor. Das Dreirad gibt es europaweit nur in celeste (mintgrün), es hat eine Lenkstange. Der Antrieb ist ein wassergekühlter Lombardini-Dieselmotor mit 422 cm³ Hubraum. Die „Dreikantfeile“ wird in Indien hergestellt.

 

 

Ape Calessino

Die 2007 aufgelegte Reproduktion der "Calessino" aus den 1960er Jahren hat eine Stückzahl von 999 weltweit; davon wurden für Deutschland 200 Stück reserviert. Sie wurde durch die Firma Lombardini in Indien produziert und verfügt über einen 422 cm³ großen, indirekt einspritzenden, Einzylinder Viertakt-Dieselmotor. Bei 3.800 Umdrehungen/Minute erreicht sie 6,2 kW und eine Höchstgeschwindigkeit von 56 Km/h. Bei einem Eigengewicht von 530 kg und einem Höchstgewicht von 860 kg verfügt sie über einen tieferen Schwerpunkt als die Ape 50, hat einen Wendekreis von drei Metern und kann Steigungen bis 22% überwinden. Das Fahrzeug verfügt über ein hydraulisches Zweikreisbremssystem die auf die Trommelbremsen vorne und hinten wirken. Das Faltdach besteht aus imprägnierten, weißen Segeltuch und wird durch Reißverschlüsse und Klettverschlüsse miteinander verbunden. Die Türen sind mit dem gleichen Material durch Klettverschluss verkleidet. Das Armaturenbrett besteht aus weißem Kunststoff und hat zwei schwarze und geschwungene Ablageschalen. Weiterhin sind in dem Armaturenbrett - in runder Chromausführung - ein Ampèremeter, eine Tankanzeige und ein Tachometer verbaut. Die gleichzeitig angeordneten Kunststoffkippschalter dienen der Bedienung der Beleuchtung, Scheibenwaschanlage und des Warnblinkers. Die 12-Volt-Batterie mit 32 Ampère befindet sich rechts unter dem Beifahrersitz, während die Behältnisse für das Wischwasser und für die Bremsflüssigkeit jeweils links und rechts vom Lenker unterhalb des Armaturenbretts befinden. Die mit weißem Leder ausgestatteten Sitzflächen sind im hinteren Teil durch das Bedienen von zwei Arretierungen umklappbar, so dass sich die in der Grundstellung hinter dem Rücksitz befindliche Ladefläche beträchtlich vergrößert. Wird danach die auf der Ladefläche befindliche Gummimatte angehoben, kann das den Motor abschließende Blech herausgenommen und der Motor gewartet werden. Der Antrieb erfolgt auf die beiden Hinterräder.

Ape Calessino Electric Lithium

Seit Mitte 2009 wird die "Calessino" mit Elektromotor angeboten die durch eine Lithium-Ionen-Batterie angetrieben wird und eine Reichweite von ca 75 km erreicht. Nach Herstellerangabe soll eine Aufladung der Akkus innerhalb von ca. 4 Stunden über einen 220-Volt-Anschluss erfolgen, wobei bis jetzt nicht der "Anschluss" dokumentiert ist. Es wird seitens der Firma unterstellt, dass bei einem bis zu 800 mal wiederholten Aufladeverfahren der Akkus bis zu 60.000 km Laufleistung erreicht werden können. Die optische Grundausführung zeichnet sich durch eine weiße Karosserie, ein blaues Segeltuchverdeck und einen entsprechenden Schriftzug auf den vorderen Einstiegstüren aus. Es soll sich auf eine limitierte Einführungsversion von 100 Stück handeln.

Neues Designkonzept 2008

Im Frühjahr 2008 wurde ein neues Designkonzept der Piaggio Ape auf Basis der zugstarken TM präsentiert und war fortan als Piaggio Apelino in Umlauf, da die Ape in ihren Ursprungsjahren liebevoll vom Volksmund den Begriff „Apelino“ bekommen hatte. Das Konzept war eine Reaktion des Herstellers auf den Kultstatus der Ape. Umweltfreundliche und sparsame Elektro- und Hybridversionen, aber auch der Antrieb auf Basis der TM mit einer Maximalgeschwindigkeit von 55 km/h und einer Zuladung von 600 kg wurden weiterentwickelt. Kooperationen mit Firmen, die den reinen Luftdruckantrieb entwickeln, sind ebenfalls angestrebt. Neu war hierbei auch, dass die Ladepritsche vom Kunden selbst modular umgerüstet werden kann als Stadttaxi, Promotion- oder Cateringmobil oder wie gewohnt als Transportfahrzeug.

Trivia

Szene

In Italien dürfen Jugendliche dieses Fahrzeug mit 50 cm³ schon mit 14 Jahren fahren. Es besteht ein großes Interesse, die Ape 50 cm³ aufzustylen und den Motor illegal zu tunen. Oft wird dazu der gesamte Motorblock ausgetauscht und ein Rennmotor mit 100 oder 130 cm³ eingesetzt. Der italienische Tuningbetrieb Polini stellt dazu viele Motorteile sowie Zylinder her. In einigen Bergregionen Italiens gilt unter Jugendlichen der Besitz einer mit Spoilern, Sportauspuff und ähnlichem auffrisierten Ape als besonders imageträchtig. 2007 waren junge Ape-Tuner – deren Fahrzeuge mitunter an kleine Pickups erinnern – im Ultental (Val d'Ultimo) Gegenstand einer Reportage des TV-Magazins Galileo.

Dreirädiger Polizeitransporter als Dienstwagen in Deutschland

Im Kreis Mettmann hat die Polizei eine 7 kW starke Ape TM - als Kastenwagen (mit hinterem Aufbau) - und einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h in Dienst gestellt. Die Lackierung und das äußere Erscheinungsbild entspricht dem aktuellen neuesten Standard der NRW-Polizei. Das Fahrzeug hat eine Zuladung von 700 kg und einem Wendekreis von rund 6 Metern und kann als ein universelles Einsatzfahrzeug in engen Gassen und abgepollerten Bereichen verwendet werden. Hauptsächlich wird sie allerdings zu PR-Zwecken genutzt.

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