Der Pontiac Bonneville war ein von dem US-amerikanischen Automobilhersteller Pontiac gebautes Modell, das von 1957 bis 2005 angeboten wurde.

GM Bonneville/Eighty-Eight/Lesabre 1988-98: Covers All U.S. and Canadian Models of Pontiac Bonneville, Oldsmobile Eighty-Eight, Lss and Buick Lesabre (Chilton's Total Car Care Repair Manuals)

Im einzelnen bezeichnete Bonneville

  • ein in kleinen Stückzahlen hergestelltes, leistungsstarkes Cabriolet (1957)
  • eine Baureihe der Full-Size-Modelle von Pontiac, die in den meisten Jahren die Spitze der Modellpalette bezeichnete (1958 bis 1981)
  • eine kleinere Mittelklasse-Baureihe mit Hinterradantrieb als Nachfolger des Pontiac Le Mans (1981 bis 1986)
  • eine große Limousine mit Frontantrieb (1987 bis 2005).

Bonneville (1957)

Im Januar 1957 präsentierte Pontiac als exklusives Spitzenmodell der Star-Chief-Linie das Bonneville-Cabriolet mit einer eingespritzten Version des hauseigenen 5,7-Liter-V8 und einer sehr umfangreichen Ausstattung. Jeder Pontiac-Händler erhielt ein Exemplar dieses als Imageträger gedachten Modells, das mit 5782 US-$ mehr als das Doppelte des preiswertesten Pontiac kostete; 630 Exemplare wurden davon gebaut.

 


 

Bonneville (1958–1981)

1958 verlor der Bonneville seinen exklusiven Status, war nun auch mit den regulären Vergaser-Motoren der Marke lieferbar und wurde im Preis um über 2000 Dollar reduziert. Zum Cabriolet kam ein Hardtop-Coupé hinzu.

Ab 1959 bezeichnete der Bonneville die jeweilige Spitzenbaureihe des Modellprogramms, während der Pontiac Catalina von da an das preiswerteste Fullsize-Modell von Pontiac war. Dazwischen rangierten bis 1972 eine oder zwei weitere Baureihen mit wechselnden Bezeichnungen (Star Chief (1959–1966), Ventura (1960), Executive (1967–70), zuletzt Catalina Brougham (1971/72). Von 1970 bis 1975 war oberhalb des Bonneville noch der Pontiac Grand Ville positioniert.

Lieferbar waren auch ein zweitüriges Coupé, eine viertürige Limousine, ein Cabriolet (bis 1970) und in manchen Jahren auch ein fünftüriger Kombi. Teilweise stellten die großen Pontiac-Kombis aber auch eine eigene Modellreihe dar.

Wichtige Modellwechsel fanden zu den Modelljahren 1961 (Leiterrahmen statt X-Rahmen), 1965 (längerer Radstand), 1969 (erneut gestreckter Radstand) sowie 1971 und 1977 statt. 1977 wurde der Bonneville, wie alle anderen Full-Size-Modelle von General Motors, deutlich verkleinert; seine Länge schrumpfte von 574 auf 543 Zentimeter. Ab 1980 war er erstmals auch mit einem V6-Motor lieferbar, während zuvor nur V8 von 5,7 bis 7,5 Liter Hubraum angeboten worden waren.

Mit Ende des Modelljahres 1981 entfiel der große Pontiac im Modellangebot in den USA, wurde aber in Kanada weiterproduziert und im Herbst 1982 unter der Bezeichnung Pontiac Parisienne wieder eingeführt. Die Bezeichnung Bonneville wurde ab 1982 für eine kleinere Mittelklasse-Baureihe verwendet.

Vom Bonneville entstanden von 1957 bis 1981 insgesamt etwa 1,93 Millionen Exemplare.
 

Bonneville (1981–1986)

Nach dem Ende der Produktion des großen Bonneville übertrug das Werk die Bezeichnung auf den leicht modifizierten vormaligen Pontiac Le Mans (das Parallelmodell zum Chevrolet Malibu). Zur Abgrenzung zum ursprünglichen Modell hieß das Fahrzeug im ersten Jahr offiziell Bonneville G.

Angeboten wurden eine viertürige Limousine und ein Kombi (bis 1983) sowie eine Brougham-Limousine mit gehobener Ausstattung, zwischenzeitlich ab 1984 eine LE-Limousine. Der kleinere Bonneville wurde von einem 3,8- oder einem 4,1-Liter-V6, ausschließlich 1982 auf Wunsch auch von einem 4,3-Liter-Dieselmotor und von 1983 bis 1985 von einem 5,7 Liter großen V8-Diesel, angetrieben. Ab 1983 war auch ein Fünfliter-V8 zu erhältlich.

Vom Bonneville (G) entstanden in fünf Jahren rund 332.000 Exemplare.
 

Bonneville (1987–2005)

Ab 1987 bezeichnete der Name Bonneville eine viertürige Limousine mit Frontantrieb auf Basis der H-Plattform von General Motors. In technischer Hinsicht war der Bonneville verwandt mit den damaligen GM-Modellen Oldsmobile 88 und Buick Le Sabre, besaß aber eine völlig eigenständige Karosserie.

Das erste Bonneville-Modell mit Frontantrieb blieb aber bis 1991 in Produktion und verfügte über einen 3,8 Liter großen V6 von anfangs 152 PS (111 kW), ab 1988 auch mit 167 PS (123 kW); angeboten wurden die Ausstattungsstufen Basis, LE, SE und SSE. Von dieser Fahrzeuggeneration wurden etwa 500.000 Stück produziert.

1992 erhielt der Bonneville eine neue Karosserie. Das Angebot war nun in die Ausstattungsvarianten SE, SSE und SSEi gegliedert. Der 3,8-Liter wurde beibehalten, leistete nun aber 172 PS (126 kW). Der SSEi wurde von einer Kompressor-Version dieses Motors mit 208 PS (153 kW) angetrieben. 1994 entfiel der SSEi als eigenständiges Modell, der Kompressormotor aber blieb im Rahmen eines SSEi-Pakets mit nun 228 PS (167 kW) weiterhin verfügbar. 1995 wurde die Leistung des Basis-V6 auf 208 PS (153 kW) angehoben. Ab 1996 leistete der Kompressor-V6 243 PS (179 kW). Bis 1999 wurden rund 600.000 Exemplare gebaut.

Im Februar 1999 präsentierte Pontiac ein vollständig neues Modell des Bonneville mit einem geringfügig verlängerten Radstand und einer aggressiver gestalteten Karosserie. Hinsichtlich des Motorenangebots blieb es bei den bislang verwendeten Aggregaten. 2004 ersetzte der Cadillac Northstar-V8 (279 PS/205 kW) im Bonneville GXP die bisherige Kompressor-Version. Im Mai 2005 lief der letzte Bonneville vom Band.

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