Der Reliant Robin ist ein dreirädriger Kleinwagen, der von der Reliant Motor Company in Tamworth (England) von 1973 bis 1981 als Nachfolger des Modells Regal gebaut wurde. Nach einem „Zwischenspiel“ durch den Nachfolger Rialto erschien 1989 wieder ein Robin Mk. II der bis zur Einstellung der PKW-Produktion bei Reliant im Jahre 2001 produziert wurde.

Reliant Regal and Robin

Modelle

Robin (1973-1981)

Anfang der 1970er-Jahre dachte Reliant an einen Nachfolger für den erfolgreichen Regal. Da man bei der Konstruktion des Scimitar gute Erfahrungen mit Ogle Design gemacht hatte, beauftragte man sie auch mit der Neukonstruktion des kleinsten Reliant-Modells. Anstatt der bisherigen, zweitürigen Limousine gab es eine moderne, dreitürige Kombi-Limousine mit Heckklappe. Kombi und Lieferwagen entsprachen den Modellen des Vorgängers. Neu war auch der Vierzylinder-Reihenmotor, eine aufgebohrte Version des im Regal 3/30 eingesetzten ohv-Aggregates mit 748 cm³ Hubraum und einer Leistung von 32 bhp (23,5 kW) bei 5.500 min-1. Das einzelne Vorderrad wurde gelenkt, während der vorne eingebaute Motor die Hinterräder antrieb

Da der Robin, wie sein Vorgänger, nur drei Räder hatte und offiziell unter 450 kg wog, durfte er in Großbritannien mit einem Motorradführerschein gefahren werden und wurde auch wie ein Motorrad besteuert, was eine erhebliche Einsparung gegenüber den Steuersätzen eines normalen Autos bedeutete.

1975 bekam der Robin einen größeren Motor mit 850 cm³ Hubraum und einer Leistung von 40 bhp (29 kW), was auch die Stimmen der Kritiker, die in ihm ein ständiges Verkehrshindernis sahen, leiser werden ließ

Der Wagen wurde 1974 bis 1978 auch in Lizenz beim griechischen Automobilhersteller MEBEA gefertigt. Ebenfalls in Lizenz wurde der Robin in Indien von der Firma Sipani Automotive Industries Ltd. als Badal hergestellt.

1981 wurde der erste Robin nach etwa 32.600 Exemplaren durch seinen optisch modernisierten Nachfolger Rialto ersetzt.

Robin Mark II (1989-2001)

1989 stellte Reliant einen neuen, komplett überarbeiteten Robin mit neuer GFK-Karosserie und wiederum 40 bhp (29 kW) Motorleistung vor. Er trug die Scheinwerfer des zeitgenössischen Ford Fiesta und auch eine aerodynamische Front, die dem Ford ähnlich sah.

Bekannte Kunden waren die britische Prinzessin Anne, die schon einen Scimitar von Reliant besaß, und die US-amerikanische Botschaft in London, die 1990 drei dieser Fahrzeuge kaufte.

Unter dem neuen Geschäftsführer Jonathan Heynes sollten 1996 kleine Pickups des Robin mit dem Namen Reliant 850 Pickup gebaut werden. Prototypen entstanden und Prospekte wurden gedruckt, es kam aber nie zu einer Serienfertigung.

Der Wagen erhielt 1999 nochmals ein Facelift mit komplett neuer Karosserie und den Scheinwerfern des Opel Corsa. Dieser Wagen wurde von Andy Plumb konstruiert, war nur als Kombilimousine lieferbar und wurde bis 2001 gebaut, als Reliant seine gesamte PKW-Produktion einstellte. Die letzten fünfundsechzig Robin, die im Jahre 1999 hergestellt wurden, wurden als Sondermodell Robin 65 mit Lederausstattung, Innenverkleidungen aus Walnussimitat und Nummerierung für etwa 10.000 £ verkauft.

Vom Robin Mk. II entstanden 7.218 Stück. Nach seiner Produktionseinstellung bei Reliant wurde der Robin in Lizenz bei B&N Plastics von April bis Oktober 2002 weitergefertigt.

 

 

Im Renneinsatz

Der Robin wird auch in Rundstreckenrennen eingesetzt. Während dieser Rennen kippen üblicherweise einige Autos um, können aber von ihren Fahrern ohne fremde Hilfe durch Gewichtsverlagerung und Abstoßen aus dem geöffneten Fenster wieder aufgerichtet werden
 

Als Fernsehstar

In der Episode vom 18. Februar 2007 des Fernseh-Automagazins Top Gear versuchten Richard Hammond und James May, einen normalen Reliant Robin in ein Space Shuttle zu verwandeln[2]. Steve Holland, ein professioneller Modellflugzeug-Pilot, half Hammond, zu erarbeiten, wie er einen Reliant Robin sicher landen könnte. Das „Flugzeug“ startete erfolgreich, flog für einige Sekunden in der Luft und schaffte es, die Feststoffraketen rechtzeitig abzuwerfen. Dies war die größte Rakete, die in Europa jemals von einer privaten Organisation gestartet wurde. Sie hatte sechs 40960-NS-O-Hybridraketen-Motoren, die der Rakete 8 to. Schub verliehen. Aber das Auto trennte sich nicht vom großen externen Treibstofftank und schlug auf der Erde auf.

In der ersten Folge der 15. Staffel von Top Gear hatte der Robin erneut einen Auftritt. Hier wurde starker Bezug auf die Kippneigung genommen.

In der Episode vom 1. Juli 2010 unternimmt Clarkson eine 14 Meilen Reise in Yorkshire. Ein Versuch, die Kippneigung zu überwinden, scheitert schließlich.

In der Episode vom 18. Juni 2007 des Fernseh-Automagazins Fifth Gear traten Tom Ford und Johnny Smith mit modifizierten Reliant Robin gegeneinander in einem Geschwindigkeitsrennen und einem Stock-Car-Rennen an.

In Großbritannien wird der Robin wegen seiner speziellen Form und der GFK-Karosserie oft als “Plastikschwein” bezeichnet.

Ein Reliant Robin taucht im Radar Love -Video von Golden Earring auf.

Öfters tauchen auch Reliant Robin in der Fernsehshow Scrapheap Challenge auf, häufig bis auf das Fahrgestell gestrippt. Ein Team baute den Wagen zu einem Wheelie-Renner um[3].

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Reliant Robin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Auf dieser Seite sind auch Versionen und Autorenangaben verzeichnet.