Der Morris Marina (ADO28/ADO73) war ein Pkw-Modell der British Leyland Motor Corporation (BLMC). Es wurde von 1971 bis 1980 produziert. Nach einem Facelift im Jahre 1980 wurden die Fahrzeuge bis 1984 als Morris Ital verkauft. Technische Basis war bis zuletzt der Morris Minor von 1948.

Morris Ital 1.7 and 2.0 Owner's Workshop Manual

Nach dem Zusammenschluss von British Motor Holdings (BMH), Rover und Leyland Motors zur BLMC sahen sich die Verantwortlichen mit rückläufigen Verkaufszahlen konfrontiert. In der Mittelklasse erreichte vor allem der Ford Cortina enorme Verkaufszahlen, und BLMC hatte kein eigenes Modell entgegenzusetzen. Um die Entwicklung eines entsprechenden Fahrzeugs zu beschleunigen, sollte auf bereits vorhandene Komponenten zurückgegriffen werden. Deshalb bildete die technische Basis der Morris Minor von 1948, das Getriebe kam vom Triumph Dolomite. Der Marina war als eine Zwischenlösung gedacht und sollte ab ca. 1977 durch eine vollkommene Neuentwicklung abgelöst werden. Nach 18  Monaten Entwicklungszeit wurde der Wagen vorgestellt.

Obwohl die äußere Erscheinung dem Zeitgeist entsprach, war der Wagen schon bei seinem Verkaufsstart technisch veraltet. Manche Komponenten stammten aus dem Morris Minor, waren mit dem größeren Wagen überfordert und nur unzureichend aufeinander abgestimmt. Der Marina geriet darüber hinaus vor allem wegen seines stark untersteuernden Eigenlenkverhaltens in den Mittelpunkt der Kritik. Dieses Problem wurde mit Modellpflegemaßnahmen entschärft. Wegen der geplanten Neuentwicklung wurde das Modell zunächst optisch unverändert weitergebaut; ab 1977 hieß der leicht veränderte Wagen Marina II.

 

 

Die Verwendung von Teilen aus verschiedenen älteren Modellen wirkte sich zudem ungünstig auf die vorhandenen Produktionskapazitäten aus und trieb die Produktionskosten in die Höhe. Wollte man mit dem Ford Cortina ernsthaft konkurrieren, so durfte der Marina auf keinen Fall teurer werden. Eine Preisreduzierung war allerdings auch nicht gegeben, da die Produktion sonst Verlust gemacht hätte.

Die Entwicklung des Nachfolgers mit dem Codenamen ADO77 begann 1974. Doch als BLMC im Jahr darauf Konkurs anmelden musste, wurden die Arbeiten am ADO77 eingestellt. Stattdessen wurde der Marina angesichts begrenzter Finanzmittel zunächst nur mit neuen Motoren ausgestattet. Dazu erhielt er 1980 ein umfassendes Facelift durch Giorgetto Giugiaro und dazu einen neuen Namen, Morris Ital. Doch der Ital hatte angesichts der veralteten Technik weder dem Cortina IV/V von 1976/79 noch dem Vauxhall Cavalier von 1981 noch etwas entgegenzusetzen. 1984 endete schließlich die Produktion nach über 807.000 verkauften Einheiten allein in Großbritannien.

Wie kaum ein anderes Fahrzeug wurde der Morris Marina neben dem Austin Allegro in Großbritannien (und nicht nur dort, wichtige Exportmärkte hatten längst Verkaufseinbrüche zu verzeichnen) ein Synonym für schlechte bzw. stark streuende Verarbeitungsqualität, veraltete Technik, überlange Produktionszeiträume und kurzsichtige Management-Entscheidungen. All dies war verantwortlich für das große Imageproblem der britischen Automobilindustrie. Der Marina/Ital war das letzte Modell unter dem Namen Morris - das stille Ende des einst geschätzten Markennamens war besiegelt. Der Austin Montego kann als Nachfolger der Modellreihe angesehen werden.

Trivia

  • Bei der Produktion der britischen Fernsehsendung Top Gear wurden bislang vier Exemplare vorgeblich zufällig zerstört (drei davon durch „vom Himmel fallende“ Klaviere), was jedes Mal Proteste des Marina-Owners-Club nach sich zog.

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