Der Saab 9-5 ist ein seit 1997 von Saab gebautes Pkw-Modell der oberen Mittelklasse. Er ersetzte den Saab 9000 und war zunächst als Stufenhecklimousine und ab 2000 auch als Kombi (SportCombi) erhältlich. Die zweite Generation des 9-5 wurde im Laufe des Jahres 2010 eingeführt. Das neue Fahrzeug war an sich schon länger fertig konstruiert, jedoch kam es aufgrund des Eigentümerwechsels von Saab zu Verzögerungen. Im Laufe des Jahres 2011 musste die Produktion wiederholt unterbrochen werden, da verschiedene Zulieferer das Unternehmen aufgrund von Zahlungsrückständen nicht mehr hinreichend mit Neuteilen versorgten.

Zündkerzensatz BCPR7ES-11 Saab 9-3 (-2003), 9-5, 900 (1994-), 9000

Erste Generation (1997–2010)

Genau wie die erste Version des Saab 9-3 verwendet der 9-5 die GM2900-Plattform von General Motors bzw. Opel, die auch zum Beispiel im Opel Vectra zum Einsatz kam. Dementsprechend ist das Fahrwerk mit McPherson-Federbeinen vorne und einer Mehrlenker-Einzelradaufhängung hinten, jeweils mit Stabilisatoren, ausgerüstet [2].

Mit dem 9-5 führte Saab die Tradition der Marke fort, diverse Sicherheitsfunktionen in ihren Fahrzeugen anzubieten. So bietet der 9-5 als erstes Serienfahrzeug Sitze mit aktiven Kopfstützen (SAHR, Saab Active Head Restraints), die sich im Falle eines Heckunfalls mit den Köpfen mitbewegen und so einem Schleudertrauma und einer Nackenwirbelverletzung vorbeugen, und als erster PKW ventilierte Sitze. Beim 9-5 wurde erstmals mit der Tradition der Fließheckkarosserie mit Heckklappe gebrochen.

Eine erste Überarbeitung erfolgte Mitte 2002. Dabei erhielt die Baureihe an der Front Klarglasscheinwerfer und hellere Blink- sowie Rückfahrleuchten am Heck und ein weiterer Dieselmotor mit 2,2 Litern Hubraum und 88 kW Leistung wurde eingeführt. Im Folgejahr wurde auch der 2,3T ersetzt, der nun 162 kW leistete.

Das zweite Facelift im September 2005 umfasste umfangreichere Modifikationen am Fahrzeug. Die Front wurde hierbei im Design der neuen, am Saab Aero-X entwickelten Designlinie angepasst, die Stoßstangen in die Karosserie integriert, sowie neue Heckleuchten und in Wagenfarbe lackierte Türgriffe eingeführt. Das Fahrwerk wurde härter abgestimmt und das Armaturenbrett in weiten Teilen ebenfalls neu entworfen (Drehregler, Einzelinstrumente). Auch wurden die bisherigen Dieselmotoren (88 und 130 kW, letzterer ein V6 von Isuzu) durch einen einzelnen Motor (110 kW, von GM-Fiat-Powertrain), der bereits auch im 9-3 verwendet wurde, ersetzt.

Der letzte 9-5 SportSedan wurde Ende Juni 2009 hergestellt,[3] der letzte SportCombi rollte im Februar 2010 vom Band. Er ist damit das letzte von insgesamt 483.593 hergestellten Exemplaren des 9-5.[4]

Motorisierungen

Neben verschiedenen Ottomotoren mit 2,0 bis 3,0 Litern Hubraum sind auch drei Dieselmotoren im Angebot gewesen, die zum Teil aus einer Kooperation mit Fiat entstammen. 2005 präsentierte Saab zudem mit dem Modell 2.0t BioPower erstmals in der Firmengeschichte ein Automobil, das für den Betrieb mit Bio-Ethanol (E85) oder Super-Benzin ausgelegt ist. Alle Motoren sind serienmäßig mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe oder optional mit einer Fünfgang-Sentronic ausgestattet.

Modell

Typ

Hubraum

Leistung

Drehmoment
(für Automatik)

Verbrauch/100 km
(für Automatik)

Bauzeit

Ottomotoren

2.0t

R4, 16V, Turbo

1985 cm³

110 kW (150 PS) bei 5500 min-1

240 Nm bei 1800–3500 min-1

8,6 (10,3) l Super

1997–2010

 

2.0t BioPower

R4, 16V, Turbo

1985 cm³

132 kW (180 PS) bei 5500 min-1

280 Nm bei 1800–3500 min-1

8,6 (10,3) l E85/Super

2006–2010

 

2.3t

R4, 16V, Turbo

2290 cm³

136 kW (185 PS) bei 5500 min-1

280 Nm bei 1800–3500 min-1

8,9 (10,0) l Super

2000–2010

 

2.3t BioPower

R4, 16V, Turbo

2290 cm³

154 kW (210 PS) bei 5500 min-1

310 (280) Nm bei 1800–3500 min-1

8,9 (10,0) l E85/Super

2006–2010

 

2.3 T

R4, 16V, Turbo

2290 cm³

125 kW (170 PS) bei 5500 min-1

280 Nm bei 1800 min-1

l Super

1997–2000

 

2.3 T

R4, 16V, Turbo

2290 cm³

162 kW (220 PS) bei 5500 min-1

310 Nm bei 1800–4500 min-1

8,9 (10,3) l Super

2003−2007

 

2.3 Turbo

R4, 16V, Turbo

2290 cm³

169 kW (230 PS) bei 5500 min-1

350 Nm bei 1900 min-1

l Super plus

1999–2001

 

2.3 Turbo

R4, 16V, Turbo

2290 cm³

184 kW (250 PS) bei 5300 min-1

350 Nm bei 1900 min-1

8,8 l Super plus

2001–2005

 

2.3 Turbo

R4, 16V, Turbo

2290 cm³

191 kW (260 PS) bei 5200 min-1

350 Nm bei 1900–4500 min-1

9,1 (10,3) l Super plus

2005–2010

 

3.0t V6

V6, 24V, Turbo

2962 cm³

147 kW (200 PS) bei 5000 min-1

310 Nm bei 2500 min-1

9,2 l Super plus

1998–2003

 

Dieselmotoren

1.9 TiD DPF

R4, 16V, Turbo

1910 cm³

110 kW (150 PS) bei 4000 min-1

320 Nm bei 2000–2750 min-1

6,4 (7,4) l Diesel

2005–2010

 

2.2 TiD

R4, 16V, Turbo

2171 cm³

88 kW (120 PS) bei 4000 min-1

280 Nm bei 1500 min-1

6,6 l Diesel

2002–2005

 

3.0 TiD

V6, 24V, Turbo

2958 cm³

130 kW (177 PS) bei 4000 min-1

350 Nm bei 1800 min-1

7,3 l Diesel

2001–2005

 

Auszeichnungen

  • 1998 bestes importiertes Auto der Oberen Mittelklasse - Auto, Motor und Sport
  • 1999 Schwedischer Designpreis - Schwedische Gesellschaft für Fahrzeuge und Design
  • 2001 Bestes Auto (Klasse von $ 30.000–35.000) - American Automobile Association
  • 2002, 2003 Sicherstes Auto in Schweden - Folksam Versicherung (Schweden)

Zweite Generation (seit 2010)

Entwicklung

Planungen für ein Nachfolgemodell des 9-5 reichen bis Anfang der 2000er Jahre zurück, als Saab mit GM und Fiat eine "Premium" genannte Plattform entwickelte. Auf dieser Plattform basiert der Alfa Romeo 159 und der inzwischen nicht mehr produzierte Alfa Romeo Brera. Bereits 2002 entschied GM, diese Plattform nicht für die zweite Generation des Saab 9-5 zu verwenden. Dadurch verzögerte sich die Neuentwicklung erheblich. Der bekannte 9-5 der ersten Generation wurde stattdessen durch zwei Facelifts (2002 und 2005) aktualisiert und erhielt erst Mitte 2010 einen Nachfolger.

Gegenwärtig wird der 9-5 als viertürige Limousine produziert. Der Produktionsbeginn des SportCombi ist für den Spätsommer 2011 angekündigt.[5]

Erste Bilder der Limousine wurden bereits im Juli 2009 veröffentlicht.[6] Saab präsentierte den neuen 9-5 zuerst (am 27. August 2009) auf der Unternehmenswebsite, bevor er auf der IAA 2009 einem breiten Publikum gezeigt wurde.

Die Preise liegen zwischen 33.700 (1.6T Linear) und circa 70.000 Euro (2.8T Aero mit allen derzeit verfügbaren Ausstattungen) (Stand: Februar 2011).[7]

Technik

Der neue Saab 9-5 basiert wie der Opel Insignia, der Buick LaCrosse und der Cadillac XTS auf der Epsilon-II-Plattform von General Motors und verwendet auch deren Ecotec-II-Vierzylinder (mit 1,6 und 2 l Hubraum, gebaut von Opel in Kaiserslautern) und High-Feature-V6-Motoren (2,8 l Hubraum, gebaut von Holden in Port Melbourne, Australien).[8] Die 2.0 Dieselmotoren stammen ursprünglich von Fiat. Die Motoren sind quer eingebaut. Der bereits offiziell angekündigte 2.0 l Dieselmotor mit zwei Turbos und 140 kW Leistung ist erst zum Modelljahr 2011 verfügbar (auch beim Opel Insignia unbestimmt verschoben); ein 3.0 l V6-Diesel mit ca. 170 kW Leistung (entwickelt von VM Motori) ist von General Motors abgesagt worden, so dass Saab erst einen Lieferanten für einen entsprechenden Motor finden muss.

Das neue Modell ist 17 cm länger als die erste Generation und misst nun 5,01 m, wobei der Radstand gegenüber dem Insignia um knapp 11 cm länger ist. Es wird im Saab-Stammwerk Trollhättan gebaut.

Beim Fahrwerk kommt bei bestimmten Versionen statt der normalerweise verbauten McPherson-Federbeinen eine "HiPerStrut" genannte Konstruktion[9] zum Einsatz, an der Hinterachse eine „Multilink“-Aufhängung.[10] HiPerStrut ist eine Variante des McPherson-Federbeins, die auch beim Opel Insignia OPC verwendet werden soll. Bei dieser hat der Radträger eine eigene, unabhängige Achse, so dass bei Lenkbewegungen der Radträger unabhängig von der Achse des Federbeins dreht. Hierdurch soll die Änderung beim Radsturz während des Lenkens reduziert werden, was zu einem verbesserten Kurvenverhalten führt. Weitere Vorteile sind laut Opel eine verbesserte Federungsqualität, eine verringerte Masse, und besseres Lenkverhalten (keine Übertragung des Motordrehmoments auf die Lenkung).[11]

 

 

Technische Daten

 

1.6T

2.0T/2.0T BioPower

2.8T V6

2.0TiD DPF

2.0TTiD DPF

Bauzeitraum:

seit 2010

seit 2010

seit 2010

Motortyp:

Vierzylinder-Ottomotor in Reihenbauart

Sechszylinder-Ottomotor in V-Bauart

Vierzylinder-Dieselmotor in Reihenbauart, Common-Rail-Einspritzung

Motoraufladung:

Turbolader

Hubraum:

1598 cm³

1998 cm³

2792 cm³

1956 cm³

max. Leistung bei min-1:

132 kW (180 PS)/5500

161 kW (220 PS)/5300

220 kW (300 PS)/5500

117 kW (160 PS)/4000

140 kW (190 PS)/4000

max. Drehmoment bei min-1:

230 Nm/2200

350 Nm/2500

400 Nm/2000

350 Nm/1750

400 Nm/1750

Antriebsart, serienmäßig:

Vorderradantrieb

Allradantrieb

Vorderradantrieb

Antriebsart, optional:

Allradantrieb XWD

Allradantrieb XWD

Getriebeart, serienmäßig:

6-Gang-Schaltgetriebe

6-Gang-Automatikgetriebe

6-Gang-Schaltgetriebe

Getriebeart, optional:

6-Gang-Automatikgetriebe

6-Gang-Automatikgetriebe

Leergewicht:

 

1725–1990 kg

1945–2065 kg

1725–1915 kg

 

maximale Zuladung:

 

370–545 kg

375–495 kg

365–445 kg

 

Beschleunigung 0–100 km/h:

9,5 s

7,9–8,8 s

6,9 s

9,9–10,1 s

8,8–9,2 s

Höchstgeschwindigkeit:

220 km/h

230–240 km/h

250 km/h (abgeregelt)

209–215 km/h

220–230 km/h

Kraftstoffverbrauch
auf 100 km (kombiniert):

7,8 l Super

8,2–9,9 l Super

10,6 l Super plus

5,3–6,8 l Diesel

6,0–6,7 l Diesel

CO2-Emission, kombiniert:

179 g/km

189–228 g/km

244 g/km

139–179 g/km

159–176 g/km

Abgasnorm nach EU-Klassifikation:

Euro 5

Ausstattungen

Es werden u. a. folgende – teils bereits aus dem Insignia bekannte – Ausstattungen verfügbar sein[12]:

  • Audio-System von Harman Kardon
  • Head-Up-Display
  • Ein Kamera-basierter Spurwechselassistent/Spurhalteassistent mit Verkehrszeichenerkennung für Geschwindigkeitbeschränkungen und Überholverbote [13] (Opel Eye)
  • Sitze nicht nur beheizt, belüftet und mit SAHR (wie im alten 9-5, aber 3. Generation), sondern auch in der Härte verstellbar
  • Ein „Cargosystem“, das mit einer Sperre ein Verrutschen von Gepäck in den tiefen Kofferraum verhindern soll
  • Drei getrennt einstellbare Klimazonen
  • Ausklappbare Bildschirme in den Rückseiten der Frontsitzen, mit Anschlussmöglichkeit für Multimediageräte wie DVD-Player und Spielekonsolen
  • Im zentralen Anzeigeinstrument ein runder LCD-Bildschirm zur Anzeige verschiedener Funktionen (z. B. erkannte Verkehrszeichen, weitere Geschwindigkeitsanzeige im Stil eines PFD)
  • adaptives Kurvenlicht, das sich bei Berg/Talfahrten auch der Fahrzeugneigung anpasst
  • Adaptiver Tempomat
  • Einparkassistent(ohne Eingriff in die Lenkradbewegung)
  • Adaptive Fahrwerkssteuerung
  • Elektrische Handbremse

Die Fahrwerksteuerung verwendet Eingaben von Sensoren für Geschwindigkeit, Bremsstärke, Geschwindigkeit der Bremspedalbetätigung, Motorleistungsabgabe und Querbeschleunigung zur Bestimmung von Fahrsituationen, denen jeweils Profile der Einstellung von Dämpferhärte, des Ansprechverhaltens des Gaspedals, der Kennlinie der Servolenkunterstüzung, der Eingreifschwelle des ESP, der Reaktionszeit des Kurvenlichts, des Schaltzeitpunkts (Automatik), und der Drehmomentverteilung (Allrad) zugeordnet sind [14].

Sicherheit

Insgesamt wurden bei Crashtests 110 Fahrzeuge in 71 verschiedenen Testsituationen eingesetzt, um das Kollisionsverhalten des 9-5 zu optimieren. Ein Gyrosensor erfasst einen Überschlag des Fahrzeugs, um auch in diesem Fall die seitlichen Kopf-Airbags auszulösen. Ebenso wurden Tests bei Kollisionen mit Elch-Simulatoren durchgeführt [15]. Im Euro-NCAP-Crashtest erhielt der neue 9-5 Ende 2009 fünf von fünf möglichen Sternen. Bei der Bewertung der Insassensicherheit von Erwachsenen erreichte das getestete Fahrzeug 94 % und bei der Insassensicherheit von Kindern 80 % der maximal möglichen Punktzahl. Im Bereich Fußgängerschutz erhielt das Fahrzeug 44 % der Punkte, die serienmäßige Sicherheitsausstattung wurde mit 86 % der möglichen Punktzahl bewertet.

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