Der Škoda 1000 MB war ein Mittelklassewagen von AZNP (Škoda), der ab dem 2. April 1964 den Octavia ablöste. MB steht dabei für den Produktionsstandort Mladá Boleslav. Die vierstellige Zahl für den auf- oder abgerundeten Hubraum.

Encyclopedia of Classic Cars: Sports Cars 1945-1975

Modellgeschichte

Interne Schreiben von Škoda thematisierten, dass ein neues Fahrzeug im Betrieb wirtschaftlich sein, aber gute Gebrauchseigenschaften haben müsste. So setzte man sich das Ziel, einen Motor mit einem niedrigen Hubraum und eine leichte Karosserie zu entwickeln, um einen geringen Verbrauch zu erreichen. Geplant war eine Produktion von 600 Fahrzeugen am Tag, was für damalige Verhältnisse eine Verfünffachung der Produktion darstellte. Die Entwicklung des Fahrzeugs begann bereits 1956, erste Prototypen entstanden im Jahr 1957:

  • Škoda 976: Das Fahrzeug hatte einen wassergekühlten Vierzylindermotor mit Frontantrieb.
  • Škoda 977: Der Prototyp besaß einen Heckmotor mit Heckantrieb. Die Version 977/I hatte einen luftgekühlten Boxermotor, 977/II einen wassergekühlten Reihenmotor mit vier Zylindern.
  • Škoda 978: Ein Prototyp mit einem wassergekühlten Frontmotor mit vier Zylindern und Heckantrieb. Das Fahrzeug scheiterte, weil die Produktion 15 % mehr gekostet hätte als die zwei anderen Varianten.

Die Konstrukteure entschieden sich für eine viertürige Limousine mit Heckmotor und einer selbsttragenden Vollstahlkarosserie. Der Motor bestand aus Aluminium, wurde durch ein Druckgussverfahren hergestellt und beschleunigte das Fahrzeug auf 120 km/h in den früheren, auf 125 km/h in den späteren Modellen. Im Jahr 1964 wurde durch die Autmobilmesse in Brno die Serienproduktion in dem speziell für den 1000 MB neu erbauten und automatisierten Werk in Mladá Boleslav eingeleitet. Bis 1967 gab es Probleme mit Rissen im Motorblock. Bei der Motorenfertigung sparte man am Material, das Problem wurde erst kurz vor Produktionseinstellung für das Nachfolgemodell behoben. Es gab auch Überlegungen zu einem Wankelmotor und kleinere Versuchsmotoren auf diese Motorbauart.

Im Laufe der Zeit gab es dem Zeitgeist entsprechend mehrere Änderungen. So besaßen die ersten Fahrzeuge viel Chrom und geschwungene Linien, sowie eine Panoramaheckscheibe. Später wurde das Chrom durch damals modernes Plastik und einfache Linien ersetzt. Die geschwungenen Lufteinlässe („Elefantenohren“) zum Motor wichen rechteckigen. Die ersten Versionen besaßen Positionsleuchten auf der C-Säule, die baugleich mit denen des Tatra 603 waren. Unter dem Škoda-Logo auf den vorderen Kotflügeln befanden sich Tankeinfüllstützen, die man bei Bedarf wegklappen konnte. Der Tank befand sich vorne. Fronthaube, Dach und Heckklappe besaßen bis auf spätere Baujahre eine Bügelfalte.

Zur Ausstattung gehörten eine 12-Volt-Lichtanlage und Schlafsitze. Einfaches Gepäck konnte hinter den Rücksitzen verstaut werden, die Batterie befand sich ebenfalls in einer Vertiefung dort. Das Ersatzrad befand sich unterhalb des Kofferraums, welcher sich unter der Fronthaube befand. Diese musste erst geöffnet werden, um einen kleinen Hebel zur Öffnung der Ersatzradluke betätigen zu können. Zwischen den Vordersitzen befanden sich Hebel für Choke und Heizung. Die Scheibenwaschanlage wurde durch Druck betätigt. Das Fahrzeug bekam eine ähnliche Innenausstattung und Heckleuchten wie der Škoda 1203. Nachfolger der MB-Serie war seit 1969 die Škoda 100-Serie. In der BRD kostete das Fahrzeug 4.750 DM.

 

 

Versionen

Varianten

Die Variante 1000 MB hatte den schwächsten Motor und die einfachste Ausstattung. Den gleichen Hubraum, aber mehr Leistung hatte der 1000 MB de Luxe, eine Version mit besserer Ausstattung.

Bei der Version 1000 MBG de Luxe handelte es sich um einen Motor mit 988 cm³ Hubraum und zwei Jikov-Vergasern. Das Fahrzeug wurde vor allem exportiert und hatte eine höhere Motorleistung.

Der 1100 MB de Luxe hatte im Unterschied zum 1000 einen größeren Hubraum und eine höhere Motorleistung. Es wurde 1968 bis 1969 hergestellt und war nur in der de Luxe, also in der besseren Ausstattung, erhältlich.

MBXwar die Bezeichnung für das niedrigere Coupé mit zwei Türen. Durch den Verzicht auf die B-Säule konnte man die Türen verlängern. Das Coupé mit Stufenheck wog 765 kg.

Prototypen

Neben den normalen Stufenheckvarianten wurden auch andere Karosserieformen erstellt und geplant. So befindet sich im Škoda-Museum ein Kombi. Das Projekt wurde wegen thermischer Probleme bei der Kühlung aufgegeben. Neben dem Kombi entstand auch ein Cabrio.[1]

Motoren

Bezeichnung

Typ

Bauzeit

Produzierte
Fahrzeuge

Karosserie

Motor

1000 MB

Typ 990
(ab 1966 721)

1964–1969

349.348

4-türige Limousine

988 cm³, 27 kW (35 DIN-PS)

1000 MB de Luxe

Typ 721

1966–1969

65.502

4-türige Limousine

988 cm³, 29 kW (37 DIN-PS)

1000 MBG de Luxe

Typ 710

1966–1968

3287

4-türige Limousine

988 cm³, 35 kW (45 DIN-PS)

1000 MBX de Luxe

Typ 990T

1966–1968

1403

2-türiges Coupé

988 cm³, 35 kW (45 DIN-PS)

1100 MB de Luxe

Typ 715

1968–1969

22.487

4-türige Limousine

1107 cm³, 35 kW (45 DIN-PS)

1100 MBX de Luxe

Typ 723

1968–1969

1114

2-türiges Coupé

1107 cm³, 35 kW (45 DIN-PS)

Probleme

Alle Škoda 1000 MB hatten Korrosionsprobleme, besonders betroffen waren Schweller und Achsaufhängungen. Die Fahrzeuge rosteten selbst bei regelmäßiger Hohlraumkonservierung schnell. Ein weiteres gravierendes Problem waren durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen durch Motorüberhitzung. Zeitweise wurden die Wagen serienmäßig mit einem Ersatzkanister für Kühlwasser ausgeliefert, der Plastikkanister befand sich im rechten hinteren Kotflügel. Die Kühlprobleme waren so schlimm, dass man oftmals im Sommer mit eingeschalteter Heizung fahren musste, um eine Überhitzung zu verhindern.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Skoda 1000 MB aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Auf dieser Seite sind auch Versionen und Autorenangaben verzeichnet.