Der Trabant 1.1 ist das letzte Fahrzeug der Trabant-Baureihe aus dem VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau, ab 1990 der Sachsenring Automobilwerke GmbH.

Revell 07256 - Modellbausatz Trabant 601 Limousine im Maßstab 1:24

Entwicklung

Nach mehreren von der DDR-Regierung (Günter Mittag) abgebrochenen Entwicklungsprojekten in Zwickau zeichnete sich Mitte der 1980er-Jahre schließlich die Entwicklung eines neuen Trabant-Modells ab. 1984 erwarb IFA von Volkswagen die Lizenz zum Bau von 1,1- und 1,3-l-Viertaktmotoren (EA 111). Während Wartburg 1.3 und Barkas B1000-1 den 1,3-l-Motor erhielten, wurde in den Trabant der 1,1-Liter eingebaut, der unter anderem im VW Polo verwendet wurde.

Nach den großen finanziellen Investitionen in die Motorenstraße blieb nur noch wenig Geld zur Erneuerung des Modells. Die zunächst favorisierte Karosserie eines Prototyps wurde abgelehnt. Stattdessen verbarg sich die modernisierte Technik unter dem nur im Detail veränderten Äußeren desTrabant 601, so erhielt der Trabant 1.1 eine neue Blech-Motorhaube, einen neuen Grill, Kunststoffstoßstangen, neue Heckleuchten und einen Tankeinfüllstutzen hinten rechts. Auf den ersten Blick nicht zu sehen sind der verstärkte Vorderwagen zur Aufnahme des schweren Motors und dieScheibenbremsen.

In der Fachpresse ergab sich 1990 ein geradezu schizophrenes Bild der Bewertung des Trabant 1.1. Einerseits wurde er als ein unzumutbares Auto dargestellt, dessen Serienstart man am besten verhindern sollte. Gleichzeitig wurde dessen offizielle Werksvorstellung und ein Kommentar des IFA-Generaldirektors abgedruckt, in dem sich dieser über die nicht-verkaufsfördernde Berichterstattung über den Trabant 1.1 brüskierte. [1] Im Testbericht der KFT kommt man zu folgender Einschätzung: "Schon 1973 [...] haben wir die große Zeit der kleinen Schritte eingeklagt. Nun ist sie vorbei, und doch kann man sich mit dem Ergebnis nicht anfreunden. Bleibt als Trost, dass sich der Kleinwagen mit der Plastkarosserie aus dem Jahre 1964 und dem Motor aus der Jetztzeit [...] wirklich viel besser fährt als er aussieht."

 

 

Am Markt

Das neue Modell wurde im Herbst 1989 vorgestellt und sollte 18.900 Mark kosten. Der Wagen wurde allerdings nicht freudig angenommen. Nach 26 Jahren und bei einer Preissteigerung um 6.000 Mark wollte man ein Auto, das Weststandards so sehr hinterherhing, nicht mehr akzeptieren.

Als im Mai 1990 die Produktion des als „IFA Trabant 1.1“ bezeichneten Wagens in Serie ging, war der Vertrag zur Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion mit der Bundesrepublik bereits unterzeichnet. Mit Einführung der DM in der DDR am 1. Juli 1990 waren Westautos für jedermann kurzfristig erhältlich. Dem Image und der Technik westeuropäischer Autohersteller hatte der Trabant nichts entgegenzusetzen. Die Nachfrage war entsprechend gering. Auch die Vermarktungsversuche als „Fun Car“ für unter 6.000 DM schlugen fehl. Nach nur zwölf Monaten verließ der letzte von 39.474 „1.1“ das Werk. Am 30. April 1991 endete damit nach 33 Jahren die Produktion des Trabants.

Modelle

Der Trabant 1.1 wurde in vier verschiedenen Modellen angeboten:

·                    Limousine, klassischer 2-Türer

·                    Universal, klassischer 3-Türer-Kombi

·                    Tramp, ein offenes Cabrio mit Faltdach ähnlich dem Trabant-Kübelwagen

·                    Pick-up, kleiner zweitüriger Pritschenwagen mit freier Ladefläche