TVR ist ein britischer PKW-Hersteller mit Sitz in Blackpool, England. TVR steht für „Trevor“, den Vornamen des Gründers Trevor Wilkinson.

European Style with American Muscle

TVR produziert Leichtbau-Sportwagen, die aus einem Stahlrohr-Rahmen mit GFK-Karosserie aufgebaut sind. Als Antrieb werden meist selbstkonstruierte 6-Zylinder-Reihenmotoren, seltener auch V8 eingesetzt.

Geschichte

TVR unter Wilkinson

TVR wurde 1947 vom jungen Ingenieur Trevor Wilkinson gegründet, welcher sich zuvor ein extraleichtes Spezialfahrzeug auf einer „Alvis Firebird“ Basis gebaut hatte. Das erste Fahrzeug mit eigens konstruiertem TVR-Gitterrohrrahmenchassis wurde – damals noch mit einem Ford-Motor – 1949 gebaut.

Der erstmalige Verkauf in die USA erfolgte 1956, es handelte sich dabei um TVR-Modelle mit Glasfaserkarosserie und „Coventry Climax“-Motoren. In den folgenden Jahren wurde der TVR Grantura entwickelt, welcher für damalige Verhältnisse sehr schnell und agil war. Dabei entwickelte sich ein einfaches Konstruktionsschema, das bis heute fortgeführt wird: Gitterrohrrahmen mit einer Glasfaserkarosserie und einem starken Motor.

1962 nimmt TVR mit zwei Fahrzeugen am 24-Stunden-Rennen in Sebring und Le Mans teil. Im Jahr darauf präsentiert TVR den ersten TVR Griffith, der eigentlich ein Grantura ist, mit einem modifizierten Chassis und einem großen amerikanischen V8 unter der Haube. Die Leistung dieses Fahrzeug bewegte sich in der AC-Cobra-Liga, konnte also durchaus mit damaligen Jaguars und Ferraris mithalten.

Wachstum ab 1970

Unter der Führung von Martin Lilley wurde die Firma, die bis 1966 nur zwei Aktionäre hatte, standfester. Über die nächsten paar Jahre erfuhr TVR ein enormes Firmenwachstum, nicht zuletzt wegen der Ablösung des Grantura durch den Vixen und der des Griffith durch den Tuscan V8. 1970 verlegte TVR seinen Produktionssitz an die Bristol Avenue, dem heutigen Standort. 1972 wurde die M-Serie vorgestellt, welche sich in den 70er Jahren gut verkaufte. Der M wurde als Coupé, 3-Türer, Cabriolet und mit Turboaufladung verkauft, wobei der Turbo M das erste britische Serienfahrzeug mit Turbolader war. 1980 wurde der Tasmin vorgestellt, welcher im Gegensatz zu seinen Vorgängern deutlich moderner aussah. Die Kraft stammte von einem Ford-2.8-Aggregat. Es gab ihn sowohl als Coupé wie auch als Cabriolet zu kaufen.

Peter Wheeler übernahm 1982 die Firma. Er begann sofort mit der Entwicklung des ersten mit einem Rover V8 motorisierten TVR, dem 350i. Ein neues Kapitel in der TVR Geschichte begann fünf Jahre später mit der Präsentation des S. Obwohl der S oberflächlich der M-Serie ähnelte, handelte es sich um ein komplett neues Auto, das aufgrund seines günstigen Preises den TVR-Jahresausstoß binnen kurzem verdoppelte. 1988 wurde als Weiterentwicklung des Tasmin der 450 SEAC vorgestellt. Er wurde von einem 236,5 kW (324 PS) starken, von TVR modifizierten 4500 cm³-V8 angetrieben und besaß eine Kevlar-Karosserie, durch die man eine Gewichtsersparnis von 150 kg erreichte.

Die erste TVR Tuscan Challenge wurde 1989 in Donington durchgeführt. Der erste moderne Griffith wurde 1992 ausgeliefert. Er war so erfolgreich, dass bei seiner ersten Motorshow durchschnittlich alle 8 Minuten eine Bestellung einging. Im Folgejahr ging der TVR Chimaera in Produktion. Er gilt als der populärste TVR von allen, da inzwischen mehr als 10.000 Exemplare gebaut und verkauft wurden.

Der erste TVR mit einem selbst konstruierten und gebauten Motor, der Cerbera, wurde 1996 eingeführt. Dank fünfjähriger Entwicklungszeit und zwei Jahren voller intensiver Tests auf der Rennstrecke hat der „Speed Eight“-Motor die höchste Leistung und das höchste Drehmoment bei geringstem Eigengewicht von allen Saugmotoren, die je für ein Straßenfahrzeug gebaut wurden.

TVR baute 1997 mit dem „Speed Six“ (ein Sechszylinder Reihenmotor) einen zweiten Motor. Man nutzte dabei die neuesten Technologien aus dem Motorsport. Im Jahr darauf wurde der mächtige „Speed Twelve“, ein dritter Motor, gebaut, mit dem TVR in der britischen GT1 Klasse startete. Der Saugmotor mit 7,7 Liter Hubraum leistet 640 kW (880 PS).

Nachdem 2000 die Auslieferungen des neuen Tuscan begannen, wurde er schnell zum bestverkauften TVR überhaupt. Der Cerbera Speed Twelve wurde als Rennversion vorgestellt, wobei er in Silverstone bereits in seiner ersten Saison einen Sieg einfuhr. Der Tamora wurde 2001 lanciert. Er sollte mit seinem günstigeren Preis breitere Kundenkreise für TVR gewinnen. Eine neue Generation der TVR Coupés wurde 2002 auf der „British International Motorshow“ präsentiert. Der T350, wie auch der T400R und der T440R, bringen TVR in neue Marktsegmente.

Turbulenzen unter Smolenski

Peter Wheeler verkaufte 2004 TVR an den damals 24-jährigen russischen Unternehmer Nikolai Smolenski, bleibt aber als Berater im Unternehmen tätig. Der Sagaris mit 294 kW (400 PS) wird vorgestellt, ein Coupé auf der Basis des T350, dessen Rennfassung bei Langstreckenrennen eingesetzt werden soll.

Ende April 2006 wurde von der TVR Firmenleitung bekanntgegeben, dass der Produktionsstandort Blackpool möglicherweise aufgegeben wird und die Produktion nach Osteuropa, eventuell in Smolenskis Heimatland Russland verlagert wird. Mitte Juni wurde dagegen mitgeteilt, dass die Firma in Großbritannien, in erster Linie in Lancashire, bleiben wird. Im Oktober 2006 erklärte Smolenski dann jedoch die endgültige Verlagerung der gesamten Produktion ins europäische Ausland; das Unternehmen war nun in vier eigenständige Unternehmen aufgeteilt. Danach kam es zu einer Protestfahrt von TVR-Besitzern durch London.

Seit Herbst 2006 ruhte die Produktion, kurz darauf, im Dezember 2006 wurde die TVR-Fabrik Blackpool Automotive unter Zwangsverwaltung, eine Form des britischen Insolvenz-Rechts, gestellt. Im Oktober 2007 wurde angekündigt, dass die Produktion wieder aufgenommen werde, wobei die Endmontage bei Bertone in Italien erfolgen solle. Nach gescheiterten Übernahmeverhandlungen mit zwei US-Amerikanern gab Smolenski Ende 2007 auf.[1]

Im Juli 2008 wird zwar der Sagaris Mk II vorgestellt, aber ob und wo die Produktion wieder aufgenommen wird, bleibt weiter offen.

Die Grundpreise für die aktuellen Modelle bewegen sich zwischen 60.000 Euro und 155.000 Euro.

 

 

Modelle

 

Modell

Baujahr

Motor

Hubraum

Ära Trevor Wilkinson

TVR Jomar1

1957-1959

Coventry Climax
Ford Kent

1098 cm³
1172 cm³

TVR Grantura I

1958-1960

CoventryClimax
Ford Kent
BMC-B-Serie

1098 cm³
1172 cm³
1588 cm³

TVR Grantura II

1960-1961

CoventryClimax
Ford Kent
BMC B-Serie

1098 cm³
1172 cm³
1588 cm³

TVR Grantura IIa

1961-1962

CoventryClimax
Ford Kent
BMC B-Serie

1098 cm³
1172 cm³
1588 cm³

TVR Grantura III

1962-1964

CoventryClimax
Ford Kent
BMC B-Serie

1098 cm³
1172 cm³
1588 cm³

TVR Grantura 1800S

1964-1966

BMC B-Serie

1798 cm³

TVR Griffith 2001

1963-1964

Ford Windsor V8

4727 cm³

TVR Griffith 4001

1964-1967

Ford Windsor V8

4727 cm³

TVR Griffith 6001

1964-1967

Ford Windsor V8

4727 cm³

TVR Trident2

1965

Ford Windsor V8

4727 cm³

Ära Martin Lilley

TVR Grantura IV 1800S

1966-1967

BMC B-Serie

1798 cm³

TVR Tina2

1967

Hillman Imp R4

875 cm³

TVR Vixen S1

1967-1968

Ford Kent
BMC B-Serie

1599 cm³
1798 cm³

TVR Vixen S2

1968-1969

Ford Kent

1599 cm³

TVR Tuscan Se

1969

Ford Windsor V8

4727 cm³

TVR Tuscan V6

1969-1971

Ford Essex V6

2994 cm³

TVR Tuscan V8

1970

Ford Windsor V8

5300 cm³

TVR Zante SM

1970-1971

BMC B-Serie

1798 cm³

TVR Vixen S3

1970-1972

Ford Kent

1599 cm³

TVR Vixen 1300

1971-1972

Triumph R4

1296 cm³

TVR Vixen 2500

1971-1972

Triumph R6

2498 cm³

TVR Vixen S4

1972

Ford Kent

1599 cm³

TVR 1600M

1972-1973
1975-1977

Ford Kent

1599 cm³

TVR 2500M

1972-1977

Triumph R6

2498 cm³

TVR 3000M

1972-1979

Ford Essex V6

2994 cm³

TVR 3000M Turbo

1975-1979

Ford Essex V6

2994 cm³

TVR Taimar

1976-1979

Ford Essex V6

2994 cm³

TVR Taimar Turbo

1976-1979

Ford Essex V6

2994 cm³

TVR 5000M

1978

 

5000 cm³

TVR 3000S

1978-1979

Ford Essex V6

2994 cm³

TVR 3000S Turbo

1978-1979

Ford Essex V6

2994 cm³

TVR Tasmin 200i

1979-1984

Ford Pinto R4

1993 cm³

TVR Tasmin 280i

1980-1984

Ford-Köln V6

2792 cm³

Ära Peter Wheeler

TVR 280i

1984-1987

Ford-Köln V6

2792 cm³

TVR 350i

1983-1985

TVR/Rover V8

3528 cm³

TVR 350SX

1985-1989

TVR/Rover V8
+ Sprintex-Kompressor

3528 cm³

TVR 400SX

1989

TVR/Rover V8
+ Sprintex-Kompressor

3948 cm³

TVR 350SE

1990-1991

TVR/Rover V8

3947 cm³

TVR 390SE

1984-1988

TVR/Rover V8

3905 cm³

TVR 400SE

1988-1991

TVR/Rover V8

3948 cm³

TVR 420SE

1986-1987

TVR/Rover V8

4228 cm³

TVR 450SE

1989-1990

TVR/Rover V8

4441 cm³

TVR 420SEAC

1986-1988

TVR/Rover V8

4228 cm³

TVR 450SEAC

1988-1989

TVR/Rover V8

4441 cm³

TVR S

1986-1988

Ford-Köln V6

2792 cm³

TVR S2

1989-1990

Ford-Köln V6

2933 cm³

TVR S3(C)

1991-1992

Ford-Köln V6

2933 cm³

TVR S4C

1993-1993

Ford-Köln V6

2933 cm³

TVR V8S

1991-1993

TVR/Rover V8

3948 cm³

TVR Griffith

1992-2002

TVR/Rover V8

3948 cm³
4280 cm³
4988 cm³

TVR Chimaera

1992-2001

TVR/Rover V8

3948 cm³
4280 cm³
4495 cm³
4988 cm³

TVR Cerbera

1996-2003

TVR Speed Eight

4185 cm³
4475 cm³

1996-2003

TVR Speed Six

3996 cm³

TVR Tamora

2002-2006

TVR Speed Six

3605 cm³

TVR T350C
TVR T350T

2003-2006

TVR Speed Six

3605 cm³

TVR Tuscan Speed 6

1999-2006

TVR Speed Six

3996 cm³

TVR Sagaris

2004-2006

TVR Speed Six

3996 cm³

TVR Typhon

2004

TVR Speed Six

3996 cm³

Ära Nikolai Smolenski

TVR Tuscan Speed 6

1999-heute

TVR Speed Six

3996 cm³

TVR Sagaris

2004-heute

TVR Speed Six

3996 cm³

 

Rennwagen und Prototypen

TVR Cerbera Speed 122/3

1997

TVR Speed Twelve

7730 cm³

 

TVR Tuscan Speed 122/3

 

TVR Speed Twelve

7730 cm³

 

TVR Tuscan Challenge3

1989-?

Rover V8
TVR Speed Eight

4500 cm³

 

TVR T400R3

?

 

 

 

TVR Typhon GT3

2004

TVR Speed Six

4200 cm³

 

1 - Technisch kein TVR-Modell, aber mit TVR-Chassis und -Karosserie.
2 - nie in Serie gefertigt.
3 - nur für den Renneinsatz

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