Vauxhall Motors

Vauxhall ist eine Automarke des US-amerikanischen Automobilkonzerns General Motors mit Unternehmenssitz in Großbritannien. Das Unternehmen wurde 1857 in London als Maschinenfabrik gegründet und gehört seit 1925 zu General Motors.

Geschichte

Als Alex Wilson & Company (Steam Engineers) in London im Jahre 1857 gegründet, firmierte die Firma 1894, nach dem Stadtviertel, in dem sie ansässig war, in Vauxhall Iron Works um. Der Umzug von Vauxhall Motors nach Luton in Bedfordshire erfolgte 1905. Bereits 1903 entstand das erste Vauxhall-Fahrzeug, ein leichter Runabout mit einem 5-PS-Einzylindermotor. Als Steuerung diente eine ruderpinnenähnliche Vorrichtung. 40 Exemplare wurden von diesem Fahrzeug verkauft, bevor der Wagen durch die Modellserien 9, 12 und 14 HP ersetzt wurde. Diese Modelle waren bereits mit der für Vauxhall charakteristischen bogenförmigen Sicke auf der Motorhaube ausgestattet.

Der Aufstieg von Vauxhall begann mit der fortschrittlichen Konstruktion eines 3-Liter-Vierzylindermotors durch den jungen Konstrukteur Laurence H. Pomeroy. Mit diesem Motor entstand einer der berühmtesten britischen Sportwagen der 1920er Jahre, der 30/98 HP. Dieser Wagen erhielt nach dem guten Abschneiden bei der großen deutschen „Prinz-Heinrich-Fahrt“ (30/98 HP Type C) im Jahr 1910 die Zusatzbezeichnung „Prinz Heinrich“, ein Seitenhieb in Richtung Leistungsfähigkeit der deutschen Fahrzeugindustrie.

Für sportlich ambitionierte, wohlhabende Herrenfahrer stellte ein Vauxhall in England die erste Wahl dar. Erfolge bei Langstreckentrials, Rekordfahrten und Grand-Prix-Teilnahmen festigten das sportliche Image der Marke. In den 1920er Jahren warb Vauxhall selbstbewusst und ohne Übertreibung mit „The Car Superexcellent“. Fahrzeuge von Vauxhall standen mit denen von Herstellern wie Daimler-Benz, Alfa Romeo und Delage auf einer Stufe. Durch nachhaltige technische Verbesserungen konnte die Leistung des 30/98 in der OE-Version bis auf 120 PS gesteigert werden. Der 30/98 HP wurde von 1911 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges produziert. Während des Krieges wurde ein 25 HP-Tourer gebaut, der nach den Anforderungen des Militärs konzipiert war. Trotz der geringen Verkäufe nach dem Ersten Weltkrieg baute Vauxhall weiterhin auf Sportversionen der Basismodelle. Vauxhall war nie in der Lage, hohe Stückzahlen zu produzieren. Langfristig führte die schlechte finanzielle Situation 1925 zu einer Übernahme durch den amerikanischen Konzern General Motors. Die rückläufigen Verkäufe bedingten 1927 das Produktionsende des „Prince-Henry“-Wagens und damit des wichtigsten Vertreters der ursprünglichen Marke Vauxhall.

Der vom amerikanischen Management ungeliebte großvolumige Vierzylindermotor wurde 1928 durch einen Sechszylindermotor ersetzt. Diesem Motor mit der Bezeichnung R-Type 20/60 HP ist die Herkunft unschwer anzusehen, es ist ein echter Vertreter des amerikanischen „Big Six“-Motorenbaus.

In den 1930er Jahren konzentrierte sich Vauxhall auf den Bereich kleinerer Wagen. 1930 mit dem 17 HP Cadet und dem A-Type 1934. Der Typ 10 HP von 1938 war das erste britische Massenfahrzeug mit einer selbsttragenden Karosserie.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Fahrzeugbau mit den Typen 10, 12 und 14 HP fortgesetzt. Diese wurden 1948 durch die Wyvern- und Velox-Modelle ersetzt. Beide hatten den gleichen Fahrzeugaufbau, der Wyvern hatte die 12-HP-Maschine und der Velox einen neuen 2,3-Liter-Sechszylindermotor.

1957 ersetzte das Modell Victor den Wyvern mit einer im amerikanischen Stil gestalteten Karosserie.

Die Produktion von Vauxhall war über viele Jahrzehnte eigenständig, bis das GM-Mutterhaus die Fertigung umstrukturierte. Eine eigene Entwicklungsabteilung betreibt Vauxhall seit Mitte der 1970er Jahre nicht mehr, vielmehr übernahm man im Wesentlichen die Modellpalette von Opel. Beim so genannten Badge-Engineering werden jedoch die Fahrzeuge mit eigenem Logo und zum Teil eigener Modellnomenklatur vertrieben. Fahrzeuge mit dem Namen Vauxhall werden inzwischen nur noch in Großbritannien und Nordirland vertrieben, während sie dort als Opel seit Ende der 70er Jahre nicht mehr angeboten werden.

Einige der Modelle werden in England produziert (z. B. Astra, Vectra). Zahlreiche Vauxhall-Modelle wurden aber in den Opel-Werken in Antwerpen, Bochum, Rüsselsheim und Eisenach hergestellt. Einen Sonderfall stellte der Monaro VXR dar, der von Holden(Australien, gehört ebenfalls zu GM) als europäisierte Variante des Holden Monaro produziert und zwischen 2001 und 2006 in England – vor allem aus Imagegründen – als Vauxhall Monaro verkauft wurde. Es ist damit das derzeit einzige australische Fahrzeug, das in Europa angeboten wird. Seit 2007 wird der Vauxhall VXR8 angeboten, der ebenfalls aus Australien kommt und dort als Holden HSV Clubsport R8 auf den Markt kam. Dieses Fahrzeug ist abgeleitet vom Holden Commodore, wurde aber mit einem V8-Motor ausgestattet, der aus 6 Litern Hubraum 420 PS schöpft.

Zu Vauxhall gehörte ferner der Nutzfahrzeughersteller Bedford. Die Transporter und Lieferwagen wurden unter der Marke Bedford verkauft.

Das Werk in Luton wurde 2002 geschlossen, das Werk in Ellesmere Port soll nach der Schließung des Opel-Werkes in Bochum 2014 die Astra-Produktion komplett übernehmen.

2009 wollte Vauxhall zusammen mit ihrer Schwester Opel eine eigenständige europäische Gesellschaft gründen, an der General Motors nur noch eine Minderheitsbeteiligung hält. Durch die Entscheidung von GM, Vauxhall und Opel im eigenen Konzern zu behalten und selbst zu sanieren, anstelle sie zu verkaufen oder eigenständig werden zu lassen, wurde diesem Ansinnen jedoch ein Riegel vorgeschoben. Nach der Auflösung von GM Europe Zürich soll Vauxhall jedoch aus Rüsselsheim geführt werden.

Modelle

Personenwagen vor dem Ersten Weltkrieg

Typ

Bauzeitraum

Vauxhall 5 h.p

1903+1904

12/14

1904–1908

12/16

1906–1910

AO9 „20“

1908–1911

BO9 16

1908–1911

B10 „27“

1910

A11 „20“

1910–1912

B11 „30“

1910–1912

C10 „Prince Henry“

1911+1912

S

1912

A12 „20“

1912+1913

E „30/98“

1913–1922

C „Prince Henry“

1914+1915

A „16/20“

1914+1915

B12 „35“

1914–1916

D „25“

1914–1922

Staff Car (Armeeversion)

1914–1918

Personenwagen vor dem Zweiten Weltkrieg

Typ

Bauzeitraum

M „14/40“

1922–1927

OD „23/60“

1922–1926

OE „30/98“

1922–1926

LM

1924–1927

25/70

1925–1927

R „20/60“

1927–1929

T

1930+1931

VX, VY Cadet

1920–1931

Silent 80

1931–1933

ASX, ASY Light Six

1933–1935

BX, BY Big Six

1934–1936

DX „14“, DY „12“

1935–1938

GL, GY

1935–1938

H „10“, I

1937–1940

Personenwagen nach dem Zweiten Weltkrieg

Typ

Bauzeitraum

Agila

seit 2000

Albany

 

Astra

seit 1979, verschiedene Serien

Belmont

1984–1991, verschiedene Serien

Calibra

1989–1997

Carlton

1978–1994

Cavalier

1976–1994, verschiedene Serien

Chevette

1975–1983

Combo

 

Corsa

seit 1993, verschiedene Serien

Cresta

1954–1972, verschiedene Serien

Envoy

1963–1970

Epic

1963–1970

Equus

1978

Firenza

1970–1975

Frontera

1991–2004

Magnum

1973–1978

Manta

1970–1987, verschiedene Serien

Meriva

seit 2002

Monaro

2001–2006

Mokka

seit 2012

Monterey

1994–1999

Monza

1983–1993

Nova

1983–1993

Omega

1990–2003, verschiedene Serien

Royale

 

Signum

2004–2008

Silver Aero

1983

Silver Bullet

1976

Sintra

1996–1999

SRV

1970

Tigra

seit 1994

Vectra

1995–2008

Velox

1948–1965

Ventora

1968–1975

Victor

1957–1972, verschiedene Serien

Viceroy

 

Viscount

1966–1972

Viva

1963–1979, verschiedene Serien

VX 220 & VXR 220

2001–2005

VX4/90

1961–1972

VX Lightning

 

VXR8

seit 2007

Wyvern

1948–1957

Zafira

seit 1999

Lieferwagen

Typ

Bauzeitraum

Bedford Astramax

 

Bedford Beagle

1964–1973

Bedford CA Van

1952–1969

Bedford CF Van

 

Bedford Dormobile

 

Bedford Midi

 

Bedford Rascal

1986–1993

Vauxhall Brava

 

Vauxhall Movano

seit 1999

Vauxhall Vivaro

seit 2001

Vauxhall Corsavan

 

Vauxhall Astravan

 

Vauxhall Combo

 

 

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