Wartburg (Automarke)

Wartburg war der Handelsname der von 1956 bis zum 14. April 1991 im VEB Automobilwerk Eisenach gefertigten Personenkraftwagen-Baureihe des Herstellers IFA. Der Name leitet sich von der gleichnamigen Burg am Produktionsstandort Eisenach ab. Von den über 1.600.000 produzierten Fahrzeugen waren am 1. Januar 2013 in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt noch 7.195 zugelassen. wartburg tourist

Baureihen im Überblick

Von 1956 bis 1988 wurde der Wartburg von einem Dreizylinder-Zweitaktmotor angetrieben, der Mitte Oktober 1988 (Wartburg 1.3) durch einen von der Volkswagen AG entwickelten Vierzylinder-Viertaktmotor abgelöst wurde.

Wartburg 355 (Prototyp)

Im Jahr 1968 arbeitete man an einer Weiterentwicklung des Wartburg 353. Es entstand ein Coupé mit einer Karosserie aus GFP-Elementen (glasfaserverstärktes Polyesterharz). Eingebaut wurde ein Renaultmotor mit 1397 cm3Hubraum und 54 kW. Der Prototyp hatte ein Fließheck und Frontmotor.

Die Entwicklung, die Stilelemente des einige Jahre später gebauten VW Passat vorwegnahm, kam auf Grund politischer Entscheidung aber über das Prototypstadium nicht hinaus.

Der Prototyp befindet sich im Verkehrsmuseum Dresden.

Bestand in Deutschland

Aufgeführt ist der Bestand an Wartburg in Deutschland zum 1. Januar ausgewählter Jahre laut Kraftfahrt-Bundesamt. Vor dem 1. März 2007 beinhaltete der Fahrzeugbestand neben der Anzahl der angemeldeten Fahrzeuge auch die Anzahl der vorübergehenden Stilllegungen. Seit dem 1. März 2007 enthält der Fahrzeugbestand lediglich den „fließenden Verkehr“ einschließlich der Saisonkennzeichen.[2]

Stichtag
1. Januar

2001[3]

2002[4]

2003[5]

2004[6]

2005[6]

2006[7]

2008[8]

2009[8]

2010[8]

2011[9]

2012[10]

2013[1]

Anzahl

52.181

38.135

27.523

21.037

17.225

14.106

8.727

8.222

7.769

7.485

7.349

7.195

Nach dem Abschlussbericht des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wurden 248 Wartburg zugunsten der Umweltprämie zwischen dem 27. Januar 2009 und dem 31. Juli 2010 verschrottet.[11]

Produktionsstandorte

Im Laufe der Jahre (ab 1966) wurden neben dem AWE Eisenach vier weitere Betriebe in die Produktion einbezogen:

·                    Karosseriewerk Halle (KWH, ehemals Kathe & Sohn) - Tourist

·                    Karosseriewerk Dresden/Radeberg (KWD, ehem. VEB Karosseriewerk Dresden – KWD) - Tourist-Karosserie

·                    Lastwagenwerk Ludwigsfelde - Trans (als Nebenprodukt im VEB Automobilwerke Ludwigsfelde, dem Werk, in dem der W50- und L60-LKW hergestellt wurde).

·                    VEB Waggonbau Gotha - Fahrgestelle für den Wartburg 353 W und 1.3

Die Rahmen wurden ohne Fahrgestellnummer in die einzelnen Werke geliefert. Dort wurden dann zu der Nummer SNE353 die Kennziffern für Tourist oder Trans hinzugefügt, beim Tourist war dies für die Normalversion die Nummer 209. Zu der nun karossenabhängigen Rahmennummer kam noch die spezifische Fahrgestellnummer/Rahmennummer.

das Nummernschema zwischen 1986 und April 1988

SNE 353 00x G2y zzzzz

x: 0 = Limousine, 4 = Trans, 9 = Tourist

y: 1 = 1986, 2 = 1987, 3 = 1988

z: lfd. Nummer, wobei erste Stelle: 0–6 = Limousine, 7 = Trans, 8+9 = Tourist

ab April 1988

SNE 353 x0y zzz aaaaa

x: 0 = 2-Takter, 2 = 4-Takter

y: 0 = Limo, 4 = Trans, 9 = Tourist

zzz: J8 = 1988, K9 = 1989, L0 = 1990, M0 = 1991

aaaaa: lfd. Nummer

Für die Produktion des Tourist in Halle und Dresden wurden Teile (Mechanik, Rahmen und Karosserieteile, die denen der Limousine glichen) zugeliefert, die Wagen dann mit der vor Ort gefertigten Kombi-Karosserie endmontiert.

Export

Ein erheblicher Anteil der Wartburg-Fertigung wurde exportiert. 1975 verteilte sich die Wartburg-Produktion von 54.050 Fahrzeugen wie folgt:

34.250 in den Export, 8.941 für die eigene Bevölkerung, 7.300 für Genex, 556 für Investträger, 3.003 für staatliche Organe.[12]

Zu den größten Abnehmern zählten Ungarn und Polen. Der Wartburg 311 verkaufte sich auch im nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet gut. Das änderte sich im Laufe der 1960er-Jahre, und Anfang der 1970er-Jahre war der Wartburg aufgrund seines Zweitaktmotors im Westen fast unverkäuflich geworden, nur wenige westliche Länder wie Finnland importierten ihn damals noch. Bekannt geworden ist der Export von bis zu 1215 Stück des Typs 311 in die USA im Jahr 1960, für den es auch Inserate im Playboy gab. Über den Händler Witkin in Los Angeles wurden diese Fahrzeuge zum Einstiegspreis von 1799 US$ (Cabrio: 2155 US$, Camping: 2195 US$) angeboten.[13]

Technische Informationen

Details zum Bremskraftregler

Die Kombis/Camping und später Tourist/Trans hatten im Vergleich zu den Limousinen eine verstärkte hintere Federung. Die lastabhängigen Druckübersetzer : (LAD) für die Hinterradbremsen wurde 1975 mit dem modernisierten Fahrwerk des 353W eingeführt. Sie hatten je nach Aufbau (Limousine, Tourist, Trans) eine andere Kennlinie. In der Bauform ähnelten sie aber denen der Limousine und sind daher bedingt austauschbar.

LAD-Typen

Limousine: 17 kp ≡ 11,7 kg, farbliche Kennzeichnung: Blau

Tourist: 31 kp ≡ 30,6 kg, farbliche Kennzeichnung: Gelb

Trans: 15 kp ≡ 11,8 kg, farbliche Kennzeichnung: Grün

Auf Autoteile-Meile.de:
Umfangreiches Sortiment an Passform Automatten in den Ausführungen Gummi und Velours zum fairen Preis