Dodge Viper Cabrio (2003-) / Viper Coupe (2003-)

 Dodge Viper ist ein Sportwagen des amerikanischen Herstellers Dodge und zugleich das leistungsstärkste Modell der Marke. Nunmehr in zweiter Generation als Roadster und Coupé gebaut.

Dodge Viper, auf Leinwand, fertig gerahmt mit Keilrahmen, Kunstdruck, 100 x 70cm

Die Viper wurde als moderner Sportwagen entwickelt. Während manche behaupten, der AC Cobra 427 sei die Quelle der Inspiration gewesen, ist das letztendlich vorgestellte Fahrzeug zu groß und zu schwer, um mit den leichten und kompakten Sportwagen Carroll Shelbys verglichen zu werden.

Der erste Prototyp wurde im Dezember 1989 getestet. Das Debüt war 1991 der Einsatz als Pace-Car beim Rennen von Indianapolis, 1992 schließlich kam die Viper RT/10 als offener Roadster in die Verkaufsräume. Das geschlossene Coupé, Viper GTS genannt, folgte 1993 als Concept Car. Ein interessantes Feature war die Double Bubble-Dachkontur mit zwei Auswölbungen, die das Fahren mit Helm erleichterten. Die Fahrleistungen machten das Auto interessant für Amateure und Profi-Rennfahrer. In Amerika werden Viper gerne für Beschleunigungsrennen und Drift-Wettbewerbe verwendet.

Der Motor wurde von Chrysler mit Hilfe der damaligen Tochterfirma Lamborghini überarbeitet, der Motorblock und die Zylinderköpfe aus Aluminium gefertigt und die Leistung gesteigert. Der Motor hat zehn Zylinder, was 1992 für Pkw ungewöhnlich war. Heute gibt es z. B. von Audi, BMW, Lamborghini und Volkswagen ebenfalls Fahrzeuge mit Zehn-Zylinder-Motoren.

Der fertige Motor leistete 300 kW (408 PS), brachte ein Drehmoment von 664 Nm auf und war, dank der langen Getriebeübersetzung, überraschend sparsam: etwa 11,2 l/100 km nach US-Verbrauchsrichtlinie; der tatsächliche Verbrauch kann jedoch je nach Fahrweise zwischen 15 und 47 Litern betragen.

Die Karosserie wurde hauptsächlich aus GFK-Teilen und Aluminium gefertigt. Typisch für amerikanische Sportwagen ist die Bauweise der Viper (Motor vorne, Antrieb hinten) und der Verzicht auf elektronische Fahrhilfen, wie ABS, ESP und Traktionskontrolle. Trotzdem absolvierte die Viper die legendäre Viertelmeile in 12,9 s und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 264 km/h.

 

 

1995 erschien die Rennversion Viper GTS-R, die sich in den folgenden Jahren zu einem der erfolgreichsten Rennwagen aller Zeiten entwickelte.

Zum Modelljahr 1996 wurde die Leistung des Acht-Liter-Motors auf 421 PS erhöht; ab Mitte 1996 kam zusätzlich zum Roadster RT/10 das Coupé Viper GTS ins Programm, es war anfangs nur in Dunkelblau mit weißen Zierstreifen lieferbar.

Ab Modelljahr 1998 leistete der Zehn-Zylinder-Motor 335 kW (456 PS); damit war das strömungsgünstigere GTS-Coupé 295 km/h schnell. Ebenfalls ab 1998 entfielen die Sidepipes; bis auf das Rennmodell hatten alle Varianten eine am Heck mittig sitzende zweiflutige Abgasanlage.

1999 erschien als Basismodell für den Clubrennsport die Viper ACR (American Club Racing) mit serienmäßigem Überrollbügel und auf 467 PS gebrachtem Motor.

Ab 2001 war ABS in allen zivilen Viper-Versionen Teil der Serienausstattung.

Viele Tuningfirmen nahmen sich der Viper an und erhöhten die Leistung weiter; genannt sei hier als Beispiel das Modell Venom der US-amerikanischen Tuningfirma Hennessey.

Bis einschließlich 1998 wurden weltweit 8468 Viper verkauft, davon 1802 GTS. In Europa wurden sie unter dem Markennamen Chrysler angeboten.

Modelle in Europa

  • Chrysler Viper RT/10 290 kW (394 PS)
  • Chrysler Viper GTS 282 kW (384 PS)
  • Chrysler Viper GTS 335 kW (456 PS)

Technische Daten

  • Motor: V10
  • Bohrung × Hub: 101,6 mm x 98,6 mm
  • Hubraum: 7990 cm³
  • Leistung: 335 kW (456 PS)
  • Kraftübertragung: Sechs-Gang-Schaltgetriebe, Heckantrieb
  • Chassis: Stahlrahmen mit Rohrhaupt- und Seitenträgern
  • Aufhängung: Einzelradaufhängung vorne, mit Schraubenfedern; Hinterradaufhängung Einzelradaufhängung
  • Bremsen: Scheibenbremsen
  • Karosserie: Glasfaserverstärkter Kunststoff

2003 wurde die Viper einem Modellwechsel unterzogen. DaimlerChryslers Street and Racing Technology (SRT) stellte eine neu gestaltete Version auf die Räder, die Viper SRT10. Der Motor wurde auf 8,3 l Hubraum vergrößert, die Leistung auf 372 kW (506 PS) und das Drehmoment auf 712 Nm erhöht. Damit erreicht sie eine geschätzte Höchstgeschwindigkeit von 305 km/h. Das bedeutete aber auch einen Anstieg des Treibstoffverbrauchs. Durchschnittlich liegt der Spritverbrauch (kombiniert bei sportlicher Fahrweise) bei über 30 Litern auf 100 Kilometer.

Bei einem ungewöhnlichen Vergleichstest trat eine Viper SRT-10 im Serienzustand gegen einen F16-Kampfjet an. Auf den ersten Blick überraschend lag die Viper nach 400 Metern in Führung, und die Zieleinfahrt nach 1000 Metern war für alle Beteiligten überraschend eng. Nur 0,3 Sekunden lagen zwischen der Viper und dem F-16 Jet. Der Jet war hier schneller. Diese Vergleiche sind aufgrund der unterschiedlichen Massen der Kontrahenten allerdings sinnlos und haben ausschließlich Unterhaltungscharakter. Immerhin wiegt ein F-16-Jet mit etwa 13 bis 15 Tonnen fast das Zehnfache einer Dodge Viper.

Wieder wurde zunächst nur das Cabrio angeboten, die geschlossene Variante wurde 2005 auf der Detroit Auto Show vorgestellt; der Verkauf folgt ab 2006 als Viper SRT-10 Coupe. Das Coupé trägt wieder die berühmten „Viper-Streifen“ und erinnert daher – und durch seine Proportionen – stark an den Vorgänger GTS. Auf europäischen Märkten wird das Coupé offiziell nicht angeboten.

Seit 2008 hat die Viper in Nordamerika einen 8,4-Liter-Motor mit 441 kW (600 PS), variabler Ventilsteuerung und 760 Nm Drehmoment, sie beschleunigt in 3,9 s auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 325 km/h.

Bis 2010 blieb der 8,3-Liter-Motor mit 372 kW (506 PS) im Programm, danach wurde die Produktion eingestellt.

Dieses Rennmodell ist nicht für den Straßenverkehr zugelassen. Entgegen seinem Vorgänger aus der GT2 Klasse wurde das Fahrzeug nach Richtlinien der Gruppe GT3 entwickelt, daher ist die Motorleistung nur wenig höher als beim Serienmodell. Das Gewicht hingegen wurde durch Weglassen aller für Rennen unwichtigen Komfortausstattung auf 1315 kg verringert. Es ist ausgestattet mit Überrollkäfig, Spezial-Tank und Leichtbau-Schalensitzen. Das Viper CompCoupe wird von verschiedenen Rennteams unter anderem in der FIA GT3-Europameisterschaft eingesetzt.

Sonstiges

  • Bis zum Jahr 1995 wurden die Fahrzeuge mit seitlich angebrachten Abgasendrohren ausgeliefert. Die letzten 300 Exemplare wurden 1995 im Beifahrerfußraum und der Motorhaube als „Last Side Exhaust“ markiert.
  • In der originalen US-Version hat die Viper SRT10 seitlich angebrachte Abgasendrohre, sogenannte Sidepipes. Da Sidepipes in Europa nicht zugelassen waren, wurden alle Exemplare für den europäischen Markt einzeln in Bottrop bei Startech umgerüstet. Die neueren Modelle (ab 2006) werden nun auch mit Sidepipes ausgeliefert, da von Herstellerseite eine Sondergenehmigung erzielt werden konnte.
  • In Europa ist aktuell nur das Cabrio verfügbar.
  • Auf dem Chassis der Viper basierten auch einige andere Sportwagen von Chrysler, jedoch blieben sie bisher alle im Prototypen-Stadium. Dazu gehören der Chrysler Firepower und der Dodge Copperhead. Ersterer hatte neben einem komplett geänderten Design statt des V10-Motors den bekannten 6,1-Liter-Hemi-V8 unter der Haube. Der Copperhead (auch bekannt als Dodge Concept Car) wurde mit einem Sechszylinder ausgerüstet und war im Gegensatz zum Firepower als Cabrio vorgesehen. Eine Serienproduktion folgte jedoch nicht, beide blieben reine Showcars.
  • Wegen ihres Kultstatus wird die Viper oft in Videospielen dargestellt. U. a. taucht sie in verschiedenen Teilen der Grand-Theft-Auto-Serie (in veränderter Form und mit einem anderen Namen) und der Need-for-Speed-Serie auf.
  • In der Fernsehserie Viper steht ein Dodge Viper RT/10 im Mittelpunkt. In späteren Staffeln wurde aus der RT/10 eine Viper GTS, nachdem die RT/10 zerstört wurde.

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