Fiat 130 (1969-1978)

Der Fiat 130 wurde von der Firma Fiat im Frühjahr 1969 auf den Markt gebracht. Er war der Nachfolger der Sechszylinder-Modellreihe 1800/2100/2300.

Wischergestänge FIAT PUNTO 188 1.2 60,1.8 130 HGT,1.9 JTD/DS 60 BJ 99-03 + VAN 188AX

Varianten

Limousine

In der ersten Version der Limousine war ein 2,9-Liter-V6 mit anfangs 140, dann 160 PS installiert, in der zweiten Serie und im Coupé ein 165 PS starker 3,2-Liter-V6 (60°, Zahnriemenantrieb, zwei obenliegende Nockenwellen). Der Motor wurde von Aurelio Lampredi, einem Ferrari-Konstrukteur, entworfen, es handelt sich dabei aber nicht um den Motor des Ferrari Dino, wie vielfach behauptet.

Der 130 konnte auf Wunsch mit zahlreichen Extras ausgerüstet werden; Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern, Sperrdifferenzial auf der Hinterachse, Alufelgen, Transistor-Zündung, Leder-Ausstattung und Automatikgetriebe. Das Design war eine Weiterentwicklung zum kleinen Fiat 128. Allerdings fehlte es wohl zumindest in Deutschland an entsprechend vorbereiteten Händlern, die ein solch luxuriöses Modell anbieten und warten konnten. Daher war der 130 nicht sehr erfolgreich. Daran änderte auch die Überarbeitung 1971 (größerer Motor; 3238 cm³ und 165 PS) nichts.

1976 wurde die Limousine schließlich aus dem Angebot genommen, die Produktion betrug ca. 15.000 Stück.

Coupé

Das Fiat 130 Coupé wurde ab 1971 in kleiner Stückzahl bei Pininfarina produziert. Es hatte 3.238 ccm Hubraum, 165 PS.

Das Coupé war bei Pininfarina entworfen worden, ausführende Designer waren Paolo Martin und Leonardo Fioravanti. Dieses Auto gilt bis heute als Design-Meilenstein; wesentliche Merkmale des Entwurfs finden sich beim ebenfalls von Pininfarina entworfenen Rolls-Royce Camargue wieder. Ungeachtet dessen war das 130 Coupé kein wirtschaftlicher Erfolg. Es fand aber nicht genug Kunden für ein derart hochpreisiges Fahrzeug, das unter der Marke Fiat verkauft wurde.

1977 wurde die Fertigung nach etwa 5.000 Stück eingestellt.

Besondere Aufbauten

Werksaufbauten

Fiat fertigte Anfang der siebziger Jahre einen Prototypen für einen Kombi, der nicht in Serie ging. Basis war die Werkslimousine.

Pininfarina-Entwürfe

Pininfarina leitete in den 1970er Jahren zwei Sondermodelle von seinem Coupé-Entwurf ab, die jeweils Einzelstücke blieben:

  • Der Fiat 130 Maremma war ein dreitüriger Sportkombi im Stil eines Shooting Brakes. Das Fahrzeug trug hinter der B-Säule eine großflächige Verglasung. Die Kofferraumklappe war stark geneigt und öffnete weit.
  • Der Fiat 130 Opera war eine viertürige Stufenhecklimousine, die das Design des 130 Coupés konsequent fortschrieb. Der Wagen wurde allgemein als deutlich eleganter empfunden als die Werkslimousine; gleichwohl wurde die Serienproduktion nicht aufgenommen.

Weitere Aufbauten

  • Die Office Introzzi aus Como fertigten in den späten 1970er Jahren mindestens einen weiteren Kombi auf der Basis der Werkslimousine, der Seitenverkleidungen aus Holzimitat trug und den Stil amerikanischer "Woodies" imitierte.
  • Die Carrozzeria Pilato stellte fünf Bestattungsfahrzeuge auf der Basis der Werkslimousine her.

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