Opel Blitzwar von den 1930er bis in die 1970er Jahre die Bezeichnung für mehrere mittelschwere und leichtere Lkw-Baureihen der Adam Opel AG. Der Name der Modellreihe lieferte auch die Vorlage des ab Anfang der 1960er Jahre verwendeten Opel-Logos, das in seiner Grundform bis heute beibehalten wurde.

Opel Blitz: 1931-1975 (Schrader-Typen-Chronik)

1930 bis 1954

Opel war vor dem Zweiten Weltkrieg der größte Lkw-Produzent im Deutschen Reich. Leichte Lastwagen wurden von Opel bereits zuvor hergestellt, allerdings unter uneinheitlichen, auf der Motorisierung und der Nutzlast beruhenden Bezeichnungen. Der einprägsame Name „Blitz“ für die neue Lkw-Baureihe wurde 1930 im Rahmen eines Preisausschreibens gefunden. Es gab 1934 vier Grundversionen des Eintonner-Modells und 14 Ausführungen der größeren Zwei- bis Zweieinhalbtonner-Lkw. Auf Initiative der nationalsozialistischen Regierung baute Opel 1935 das Lkw-Werk Brandenburg, das für Gesamtkapazität von 25.000 Lkw jährlich ausgelegt war. Der größere Lkw-Typ bekam 1937 als Ersatz für den technisch überholten seitengesteuerten 68-PS-Motor des Buick Marquette einen neu konstruierten OHV-Motor mit 75 PS, der auch im Opel Admiral Verwendung fand. Ab 1940 gab es mit dem Blitz „A“ für die Wehrmacht auch eine Allrad-angetriebene Version. Für den gewerblichen Einsatz kam 1943 ein Modell mit serienmäßiger Holzvergaseranlage in die Produktion.

Nachdem das amerikanische Management sich anfangs gegen die Einbeziehung Opels in die Wehrwirtschaft der Nationalsozialisten passiv verhalten hatte, drohten diese General Motors mit der Beschlagnahme der Werke als Feindvermögen. Der als Einheitslastwagen (Blitz „S“ – Standard) ab 1937 von Opel und auf Anordnung des Rüstungsministers Albert Speer ab Juni 1944 von Daimler-Benz in Lizenz hergestellte Dreitonner (vgl. Schell-Plan) wurde bald zum Rückgrat der deutschen Truppen im Zweiten Weltkrieg. Eine bei Borgward geplante Produktion konnte kriegsbedingt nicht mehr begonnen werden. Daimler-Benz konnte jedoch nicht mehr als etwa 2.500 Stück herstellen, die Investition in die Fertigung wurde deshalb ein wirtschaftlicher Misserfolg: allein im Jahr 1943 baute Opel in Brandenburg 23.232 Fahrzeuge. Das Werk wurde nach der Zerstörung durch einen britischen Luftangriff am 6. August 1944 zwar wieder aufgebaut, zu einer Produktion kam es jedoch nicht mehr. Nach dem Krieg wurde das Werk durch die sowjetische Besatzungsmacht demontiert.

Der „Blitz S“ mit drei Tonnen Nutzlast wurde von August 1944 bis Kriegsende nur noch von Daimler-Benz im Werk Mannheim hergestellt – ab Juni 1945 unter der Bezeichnung L 701 (ohne jegliche Herstellerbezeichnung) – zunächst mit einem Fahrerhaus aus Holzhartfaserplatten; ab August 1948 bekam das Fahrzeug ein von Opel zugeliefertes Blechfahrerhaus.[1]

Die Lkw wurden sowohl unter dem Namen Opel wie auch als Mercedes-Benz verkauft. Die letzten 467 Fahrzeuge stellte Opel in Rüsselsheim 1950 bis 1954 aus bereits vorgefertigten Teilen selber her, nachdem die Produktion des Blitz bei Daimler-Benz in Mannheim am 10. Juni 1949 geendet hatte. Ein Nachfolgemodell in dieser Größenklasse (3 t Nutzlast) gab es von Opel nicht.

Ein kleineres Blitz-Modell mit 1,5 t Nutzlast wurde in 16.410 Einheiten von Januar 1938 bis November 1942 in Rüsselsheim gebaut, wo 1946 die Produktion wieder anlief. Der Wagen war mit dem 2,5-l-/55-PS-Sechszylinder-Ottomotor des „Kapitän“ motorisiert.

Auf Basis von Komponenten des „Blitz“ wurde während des Zweiten Weltkrieges auch das Halbkettenfahrzeug „Maultier“ gebaut.

1952 bis 1960

Lkw

1952 erhielt der kleinere Opel Blitz, der vormalige 1,5-Tonner, ein wesentlich moderner gestaltetes Fahrerhaus. Das Design lehnte sich an die damals im Trend liegenden amerikanischen Pickups an. Gleichzeitig gab es auch von Borgward (B 1500) und von Hanomag (Hanomag L 28) ähnlich gestaltete Leicht-Lkw. Der neu gestaltete Opel Blitz war als Kasten- und Pritschenwagen erhältlich. Das neue Modell war nun auf eine Nutzlast von zunächst 1,75 Tonnen ausgelegt (später 2 Tonnen), basierte aber technisch nahezu unverändert auf dem Vorgänger, der Antrieb erfolgte weiterhin ausschließlich durch Ottomotoren mit sechs Zylindern. Aufgrund seines rundlichen Designs erhielt der Wagen im Volksmund den Namen „Weichblitz”. Obwohl die Konkurrenz bereits deutlich erstarkte, besonders Daimler-Benz nahm dem Opel mit dem 1955 erschienenen Mercedes-Benz L 319 zahlreiche Kunden ab, blieb der Opel Blitz während der 1950er Jahre noch Marktführer bei den leichten Lastkraftwagen. Häufiges Anwendungsgebiet waren auch LF-8-Fahrzeuge für kleine Feuerwehren.

 

 

Panoramabus

Der Blitz-Panoramabus wurde zwischen 1953 und 1956 in einer Auflage von nur 67 Stück im Auftrag der Adam Opel AG von der Firma Kässbohrer karrosseriert. Er bot 17 Personen Platz. Der Hubraum betrug 2.473 cm³ mit einem Sechszylinder-Reihenmotor mit 58 PS. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 95 km/h.

 

1960 bis 1965

Ab 1960 wurde ein weiterentwickelter Opel Blitz produziert und angeboten, der das alte Modell ablöste und jetzt für 1,9 Tonnen Nutzlast konzipiert war. Die Haube war wesentlich kürzer geworden, als Antrieb dienten weiterhin Ottomotoren aus dem Pkw-Programm (Opel Kapitän), ein Dieselmotor stand nach wie vor nicht zur Verfügung. Dieser Umstand führte dazu, dass Opel in der Folgezeit weitere Marktanteile verlor, weil die Kunden zunehmend nach den wirtschaftlicheren Dieselmotoren verlangten und diese bei der Konkurrenz auch bekamen.

1965 bis 1975

1965 kam die letzte Generation des Opel Blitz auf den Markt, es handelte sich um eine Überarbeitung der vorherigen Variante insbesondere im Bereich des Vorbaus. Weiterhin wurden ausschließlich Ottomotoren eingebaut. Der Wunsch der Kunden nach Dieselfahrzeugen wurde bis 1968 ignoriert, wodurch die Verkaufszahlen immer weiter sanken. Ab 1968 war der Blitz endlich auch mit einem Dieselmotor erhältlich, dieser 2,1-Liter-Vierzylindermotor stammte aus dem Pkw-Programm von Peugeot. Dies brachte den Produktionszahlen eine kurzzeitige Verbesserung, jedoch hatte der Blitz inzwischen zu viel an Boden verloren. Seitens des Herstellers, dessen Pkw-Geschäft zu dieser Zeit glänzend lief, wurde beschlossen, keinen Nachfolger mehr zu entwickeln. Die Verkäufe dümpelten weiter auf niedrigem Niveau und bröckelten langsam weiter ab. Die Nutzfahrzeugproduktion bei Opel wurde 1975 ersatzlos eingestellt.
 

Weitere Entwicklung

Der Mutterkonzern von Opel, General Motors, hatte Anfang der 1970er Jahre beschlossen, die Aufgaben seiner europäischen Tochtermarken klarer zu verteilen. Das britische Bedford-Werk bekam die Zuständigkeit für Nutzfahrzeuge, Opel sollte fortan nur noch Pkw bauen. Von 1973 bis 1987 wurde daher ein Kleintransporter aus britischer Produktion in Deutschland unter dem Namen Bedford Blitz verkauft. Der Erfolg des Bedford Blitz blieb jedoch bescheiden, so dass auch diese Baureihe Ende der 1980er Jahre auslief.

Erst 1998 folgte mit dem Movano ein neuer Kleintransporter der Marke Opel.

Markteinordnung

Die Opel-Lastwagen besaßen seit den 1920er Jahren einen sehr guten Ruf, den auch der neue Blitz schnell errang. Unter den zahlreichen Konkurrenten der Vorkriegszeit seien exemplarisch Mercedes mit den Typen L bzw. LO 1500 und L bzw. LO 2500 sowie die leichten Nutzfahrzeuge aus der Borgward-Gruppe unter dem Namen Hansa-Lloyd genannt.

Konkurrenten des Opel Blitz in den 1950er und 1960er Jahren waren vor allem:

  • der Ford Transit und die Ford FK-Lastwagen (letztere bis 1961)
  • der Mercedes-Benz L 319 und der Mercedes-Benz T 2
  • die entsprechenden Modelle von Hanomag bzw. Hanomag-Henschel (Hanomag L 28; Kurier-, Garant- und Markant-Baureihe; Harburger Transporter; F-Reihe)
  • die entsprechenden Modelle von Borgward (bis 1961)

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