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Kategorie: Peugeot 504

Der Peugeot 504 ist ein PKW der oberen Mittelklasse des französischen Herstellers Peugeot. Das Fahrzeug wurde von dem italienischen Designer Sergio Pininfarina entworfen und im September 1968 zunächst als viertürige Limousine vorgestellt. Später kam ein Kombiwagen, ein zweitüriges Coupé sowie ein Cabriolet hinzu; außerdem wurde eine Pickup-Version des 504 angeboten, ein Fahrzeug mit einem Führerhaus für zwei Personen und einer Ladefläche. Die Limousinen wurden bis 1981, die Kombis bis 1982 in Deutschland angeboten. Ab 1983 wurden in Frankreich keine Limousinen- oder Kombiversionen des Peugeot 504 mehr produziert.

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Limousine und Kombi

Der Peugeot 504 war eine Neukonstruktion mit Einzelradaufhängung und Scheibenbremsen an allen vier Rädern und wurde im französischen Sochaux gebaut. Zunächst wurde der Wagen mit dem weiterentwickelten 1,8 Liter-Hubraum-Motor des Peugeot 404 mit Vergaser oder mechanischer Kugelfischer-Einspritzung angeboten; ab 1971 war auch ein Dieselmotor erhältlich. Die Einspritzmodelle trugen die Bezeichnung „Injection“. Ab Oktober 1970 wurde der 1,8-Liter-Motor des 504 durch einen Zweilitermotor mit 69 kW (94 PS) ersetzt.

Im April 1971 erschienen drei Kombiversionen mit verlängertem Radstand und beidseitig doppelten Schraubenfedern an der Hinterachse („Break“, „Commerciale“ und der 7- bis 8-sitzige „Familiale“); die jeweils auf 640 kg Zuladung ausgelegt waren. Die Kombiversion des 504 war ab 1971 auch als Krankenwagen-Sonderumbau erhältlich.

Im Jahr 1973 erschien als Reaktion auf die Ölkrise der 504 "L", mit dem 1,8-Liter-Motor und einer starren Hinterachse aus dem Peugeot 404. Diese Version hatte ein vereinfachtes Armaturenbrett, und der Motor begnügte sich mit Normal- statt mit Super-Kraftstoff. Die 2-Liter-Vergaserversionen der Limousine trugen ab 1973 das Buchstabenkürzel „GL“, die Einspritzversion hieß „TI“.

Ab 1975 wurde die sogenannte „zweite Serie“ des Peugeot 504 angeboten. Auffälligste Merkmale dieser Serie waren die nun in die Karosserie eingelassenen Türgriffe sowie ein überarbeitetes Armaturenbrett mit einem moderneren Lenkrad. Die „TI“-Limousinen der Baujahre 1976 und 1977, die in die Bundesrepublik Deutschland ausgeliefert wurden, waren serienmäßig mit den Doppelscheinwerfern der US-Exportmodelle ausgestattet. Lediglich im Modelljahr 1977 waren alle Limousinen- und Kombivarianten mit Lufteinlässen unterhalb des Kühlergrills versehen.

Im Spätsommer 1977 erhielten die Modelle einen schwarzen Kühlergrill aus Kunststoff statt des bisherigen Chromgitters.

Da 1979 der Nachfolger des 504, der Peugeot 505, auf den Markt kam, entfielen ab diesem Baujahr die Limousinen mit 2-Liter-Motor aus dem Modellangebot; sie wurden durch die einfacheren Modellvarianten „GR“ und „SR“, die auf dem ebenfalls entfallenen "L"-Modell basierten, ersetzt.

Die Produktionsanlagen wurden 1983 nach Argentinien verschifft. Der Peugeot 504 wurde seitdem - zuletzt in stark modifizierter Form - in Kenia, der Volksrepublik China, Argentinien und Nigeria gebaut. In Afrika waren und sind von jeher die Familiale-Modelle - auch gebrauchte Fahrzeuge aus Europa - äußerst begehrt und als Taxi weit verbreitet. So gehört der Wagen z.B. in Kairo als Taxi-Version auch 2010 noch zum Straßenbild.

Im Dezember 2005 lief nach 37 Jahren Bauzeit in Nigeria der weltweit letzte Peugeot 504 vom Band. Insgesamt wurden 3.711.556 Exemplare gebaut; eine größere Produktionszahl können innerhalb der Peugeot-Modellpalette nur die Kleinwagen 205 und 206 aufweisen.

504 Coupé und Cabrio

Peugeot arbeitet traditionell mit Pininfarina zusammen, eine der ersten italienischen Adressen, wenn es um gefällige Linienführungen für Autokarosserien geht. Im Jahr 1969 erschien das 504 Coupé, das nun nicht wie beim 204 und 304 eine Schrägheckvariante war, sondern eine eigenständige Karosserie besaß, die auch für das Cabriolet Verwendung fand.

Technische Basis war die bereits 1968 erschienene 504-Limousine. Die elegant geschwungene Gürtellinie, die sanft abgerundeten Flächen und der lichte, pavillonartige Karosserieaufbau des Coupé führten dazu, dass die Zweitürer von ihrer Präsentation auf dem Genfer Auto-Salon im Frühjahr 1969 bis zu ihrem Produktionsende im Juni 1983 in ihrer Erscheinung zeitlos blieben. An der Frontpartie vermittelten vier Einzelscheinwerfer einen Hauch von sportlicher Aggressivität, dem Heck gaben Rückleuchten mit schrägstehenden Einzelelementen eine eigenwillige Gestalt. Die Coupé- und Cabriolet-Modelle erfuhren im Laufe ihrer über 14-jährigen Bauzeit fast ausschließlich an Front und Heck Design-Änderungen.

In technischer Hinsicht waren die Zweitürer weitgehend mit der Limousine identisch. Die 1796 cm³ Vierzylinder leisteten zunächst 90 PS, wenige Monate später dann 101 PS, und ermöglichten bei einem Fahrzeugleergewicht von 1220 kg eine Höchstgeschwindigkeit von gut 170 km/h. Das 504 Coupé sowie das Cabrio präsentierten sich als gediegene, exklusive Reisewagen.

Sportlichkeit vermittelten die straffere Fahrwerksauslegung, eine breitere Spurweite, ein um 19 cm kürzerer Radstand, ein Sportlenkrad und eine Knüppelschaltung. Im Innenraum des Cabrios dominierten anfangs schwarzes Plastik, Kunstleder und Gummiverkleidungen, während für Coupé-Kunden ein beispielsweise in Andalou-Rot lackiertes Fahrzeug in Verbindung mit beigen Velours–Polstern, schwarzen Türverkleidungen und Sonnenblenden sowie einer beigen Dachverkleidung, einer schwarzen Hutablage und beigefarbenen Plüschteppichen erhältlich war.

Der ab Herbst 1970 auf zwei Liter Hubraum vergrößerte Motor erzeugte zwar nur drei Pferdestärken mehr Leistung, hatte dafür aber ein beträchtlich gesteigertes Drehmoment, das besonders gut mit der nun erhältlichen Dreigangautomatik von ZF harmonierte. Ein Drehzahlmesser verdrängte die Uhr aus dem schwarz statt silbern lackierten Instrumententräger in die Mitte des Armaturenbretts.

 

 

Drei Jahre später hatte der neue V6-PRV-Motor Premiere, der gemeinsam von Peugeot, Renault und Volvo entwickelt worden war, zunächst aber nur in den jeweiligen Spitzenmodellen Peugeot 604, Renault 30 und Volvo 264 eingebaut wurde. Zur Verbesserung von Image und Fahrleistungen wurde ab Herbst 1974 das Aggregat auch in den überarbeiteten Coupé- und Cabrio-Versionen des 504 eingebaut.

Den ursprünglich als Achtzylinder konzipierte Vergaser-Motor in Leichtmetall-Bauweise hatte eine erstmals in einem Serienautomobil verwendete kontaktlose elektronische Zündanlage (Schlumberger Altronic), obenliegende Nockenwellen und gehörte wegen seines Zylinderbankwinkels von 90° nicht zu den besonders laufruhigen Sechszylinder-Aggregaten. Innenbelüftete Scheibenbremsen vorn, eine Servolenkung und der von 56 auf 84 Liter vergrößerte Tank waren weitere Neuerungen. Äußerlich war der 504 an versenkten Türgriffen, neuen Felgen und einem geänderten Kühlergrill zu erkennen, vor allem aber an neugestalteten Leuchteinheiten über den geringfügig modifizierten Stoßstangen. Die Doppelscheinwerfereinheiten waren nun jeweils hinter einer Glasverkleidung zusammengefasst, und die großflächigen Rückleuchten waren rechteckig. Das Heck war jetzt durch einen Doppelauspuff gekennzeichnet. Innen wurden Dreipunkt-Automatik-Gurte, Kopfstützen und eine nun wieder silberfarben gehaltene Instrumentenblende verbaut. Das Angebot der Farbpalette war von vier auf sechs Lackierungen ausgeweitet worden: Arosa-Weiß, Rauchgrau-, Silberblau-, und Mahagoni-metallic, Tulpengelb (nur Cabrio), Silbergrau-Metallic (nur für das Coupé) oder auf Sonderwunsch Schwarz.

Ab Herbst 1977 wurden Coupé und Cabrio wieder mit dem altbekannten, jedoch auf 106 PS gesteigerten Zweiliter-Motor, mit Einrohrauspuff und einem 56 Liter-Tank ausgerüstet. Das Coupé gab es weiterhin auch mit Sechszylinder-Motor, jetzt jedoch mit einer K-Jetronic Benzin-Einspritzanlage von Bosch und 144 PS, in Verbindung mit der bekannten Dreigang–Automatik oder einem neuen Fünfganggetriebe.

Äußerlich kennzeichneten Jahrgang 1979 nur geringfügige Unterschiede, etwa Michelin TRX–Reifen auf Stahlfelgen, ein neues Lenkrad oder die sich jetzt nach außen wölbende Motorhaube. Breite Kunststoff-Stoßstangen ersetzten im Herbst 1979 die zierlicheren Vorgänger aus Edelstahl-, schwarzlackiert oder bei Metallic-Lackierungen in Wagenfarbe gehalten. Für die Passagiere in der zweiten Reihe gab es nun ebenfalls Sicherheitsgurte; der Fahrer schaltete auch im Vierzylinder nun serienmäßig mit fünf Gangstufen, das Armaturenbrett war mit Holzfurnier verkleidet. Im Jahr darauf erhielt das V6-Coupé TRX-Reifen mit Leichtmetallfelgen.

Bis Juni 1983 lieferte Peugeot die Zweitürer mit einem Armaturenbrett mit fünf großen Instrumenten aus − ein Detail für eine von Pininfarina geplante Luxus-Version, das schließlich noch mit in die Serienfertigung einfloss. Die zweitürige Luxus-Version fand in nur drei Exemplaren ihre Realisierung.

Coupé- und Cabrio-Modelle des 504 waren zu ihrer Zeit selten, heute sind sie rar. Viele Fahrzeuge wurden im Laufe der Zeit wegen Korrosion verschrottet. Die wenigen Exemplare, die sich heute noch in Sammlerhand befinden, erlebten dadurch eine zusätzliche Wertsteigerung.

Pickup

Als leichtes Nutzfahrzeug bot Peugeot ab 1979 - wie schon im Fall des 404 - eine Pickup-Version des 504 an. Sie wurde häufig in ländlichen Regionen Frankreichs, aber auch in Afrika genutzt. In Afrika sind die Fahrzeuge noch immer fester Bestandteil des Straßenbildes.

Ein Lizenznachbau des Pick-Up in zwei- und in viertüriger Version (letztere mit verkürzter Ladefläche) entstand in den 1990er Jahren in China.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Peugeot 504 aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Auf dieser Seite sind auch Versionen und Autorenangaben verzeichnet.