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Kategorie: Pontiac Trans Sport

Der Pontiac Trans Sport und seine Schwestermodelle Chevrolet Lumina APV und Oldsmobile Silhouette waren ein Trio von Vans des US-amerikanischen Automobilkonzerns General Motors, das 1990 auf den Markt kam.

Pontiac Trans Am, schwarz/gold, aus dem Film Smokey And The Bandit, 1977, Modellauto, Fertigmodell, Greenlight 1:64

Hintergrund

Mit dem Trans Sport und seinen Parallelmodellen wollte General Motors gegen die überaus erfolgreichen Modelle Dodge Caravan und Plymouth Voyager von Chrysler antreten. Da größere Van-Modelle wie Chevrolet Astro und GMC Safari über eine Konstruktion mit separatem Rahmen und Hinterradantrieb verfügten, zielte man mit den neuen Modellen mit Frontantrieb und Kunststoffkarosserie auf ein anderes Marktsegment, konnte mit ihnen aber die marktbeherrschende Stellung von Chrysler auf dem Minivan-Markt der späten 90er Jahre nicht beeinflussen. Die GM-Minivans waren zwar erfolgreicher als Astro und Safari, gleichwohl aber nicht in der Lage, Chrysler in größerem Umfang Marktanteile abzunehmen.

Die Stilstudie

Bei ihrer öffentlichen Vorstellung im Jahr 1986 war die Pontiac Trans Sport-Stilstudie beim Publikum sehr gut angekommen. Geprägt war sie durch viele sogenannte „Traumauto“-Merkmale wie ein futuristisches Styling, individuell herausnehmbare Schalensitze mit integrierten Stereo-Lautsprechern, eine Flügeltür für die Fondpassagiere und sehr großzügig bemessene Glasflächen bis hin zu Glaseinsätzen im Dach.

Infolge des positiven Echos, das die Stilstudie erfuhr, erhielt der Pontiac Trans Sport die Freigabe für die Serienfertigung. Doch wie häufig der Fall konnten Design und Besonderheiten der Stilstudie auch hier nicht in die Serie übernommen werden. Die Produktion der Flügeltür wäre zu kostspielig gewesen und hätte zudem sicher auch in Garagen zu Problemen geführt. Das Glasdach war zu schwer und zu teuer, daher ahmte man bei der Serienversion die Dachkanzel mit glänzend schwarz lackierten Blechpaneelen nach.

Um möglichst viele Kunden zu erreichen, wurden für die Marken Chevrolet und Oldsmobile auf dem Trans Sport aufbauende Parallelmodelle entwickelt. Der Lumina APV war die preiswerte Variante, der Trans Sport war für die sportlichen, stilorientierten Käufer gedacht, und der Oldsmobile Silhouette sollte der Minivan für den Premium-Markt sein.

Technik und Innovationen

Die im inzwischen stillgelegten General Motors-Werk Tarrytown, New York gebauten Minivans basierten auf der sogenannten U-Plattform und besaßen einen Space-Frame-Rahmen aus galvanisiertem Stahl und eine Kunststoffkarosserie, die sich gegenüber Rost und kleinen Verformungen unempfindlich zeigte; eine Konstruktionsweise, die für den Pontiac Fiero entwickelt worden war und später von GM auch bei diversen Saturn-Modellen angewandt wurde.

Der Trans Sport war als Siebensitzer erhältlich, die fünf hinteren Sitze wogen je 15 kg und konnten einzeln ausgebaut und in unterschiedlicher Anordnung arrangiert werden. Ab 1994 waren als Extra auch integrierte Kindersitze verfügbar.

Wer den Wagen mit einem Niveauregulierungspaket bestellte, bei dem die Fahrzeughöhe jeweils abhängig von der Beladung durch einen Kompressor zusammen mit den hinteren Gasdruckstoßdämpfern reguliert wurde, erhielt zusätzlich einen Druckluftanschluss, mit dem sich Reifen, Luftmatratzen und dergleichen aufblasen ließen.

Ab 1994 wurde ferner eine Schiebetür mit Fernbedienung angeboten, eine General-Motors-Innovation, die heutzutage auch in vielen anderen Minivans Verwendung findet.

In den Modelljahren 1994 und 1995 war in Verbindung mit dem 3,8-Liter-Motor eine Traktionskontrolle erhältlich.

Bescheidener Verkaufserfolg

Das Design des Minivan war umstritten. Die extrem große, lange und stark geneigte Windschutzscheibe und die daraus resultierende lange Achse bis zum unteren Ende der Windschutzscheibe, sorgten dafür, dass Automobilzeitschriften die neuen Minivans „Dustbusters“ tauften nach der Black-&-Decker-Marke für Handstaubsauger, da die Minivans in der Seitenansicht ein ähnliches Profil wie diese aufwiesen.

Der ursprüngliche Motor für diesen Van war ein kraftloser 3,1-l-V6, der lediglich 88 kW (120 PS) leistete. 1992 erhielt der Trans Sport und seine Ableger den 3,8-l-3800 V6 als Option, der ein viel besseres Drehmoment und Beschleunigung zur Verfügung stellte. Dieser Motor machte den Trans Sport zu dem leistungsfähigsten Minivan mit dem besten Handling seiner Zeit.

In Reaktion auf die Kritiken der Autozeitschriften (und die relativ schlechten Verkaufszahlen), die auf das avantgardistische Styling, das Feedback der potentiellen Käufer wie auf die Werbung von Chrysler zurückzuführen waren, erhielt der Wagen 1994 ein Facelift, eine kürzere Frontpartie und ein konventionelleres Design. Zusätzlich wurde innen an der Windschutzscheibe zum Armaturenbrett hin eine Kante eingefügt, die optisch den wahrgenommenen Abstand der Fahrgäste zur Scheibe verringern helfen sollte.

In Europa, wo man dank des Renault Espace an modern geformte Minivans gewöhnt war, war das Echo gegenüber dem futuristischen Styling gegenüber aufgeschlossener, und die Verkäufe entwickelten sich beachtlich. Die europäische Version war ab 1994 eine Ausführung des Oldsmobile Silhouette, die durch das Hinzufügen eines Pontiac-Schriftzugs und entsprechender Radkappen zu einem europäischen Pontiac Transport Sport umgewandelt wurde. Eine weitere europäische Besonderheit war 1995 die Einführung einer Dieselversion. Verwendung fand ein PSA 1,9-l-Aggregat mit 66 kW (90 PS), das deutlich untermotorisiert war und sich nicht durchsetzen konnte.

Die Produktion dieser Minivan-Generation endete 1996, als das Werk in Tarrytown, wo seit 1900 dies und andere Modelle gebaut worden waren, stillgelegt wurde.

Die Zweite Generation wurde in Europa unter der Marke Chevrolet angeboten.

 

 

Erste Generation

1990

1991

1992

1993

1994

1995

1996

Zweite Generation

1996–1998

Im Herbst 1996 fand beim Trans Sport und seinen Parallelmodellen ein wirklicher Modellwechsel statt. Ziel war ein konventionellerer und herkömmlicher gestalteter Minivan. Die Plastikverkleidung, das glatte Styling und das raumschiffähnliche Aussehen verschwanden, so dass diese Modelle leicht mit ihren damaligen Konkurrenten verwechselt werden konnten.

Mit dem Produktionsbeginn der neuen Generation bot Pontiac ein Montana-Options-Paket mit einer speziellen Verkleidung und Radausstattung an, das dem Modell ein SUV-ähnliches Aussehen verschaffte.

Die Produktion dieser Generation fand in dem GM-Werk in Doraville, Georgia statt.

1999–2005

Ab 1999 (in Kanada 2000) wurde der Name Trans Sport zugunsten des Modellnamens Montana fallengelassen, da über 80% aller Trans Sport-Modelle in der Montana-Variante verkauft worden waren.

Motor:

Europäischer Markt

Diese Version des Pontiac Trans Sport wurde ab der zweiten Generation (1996) als Opel/Vauxhall Sintra verkauft und nach dessen Verkaufsende im Jahre 1999 als Chevrolet Trans Sport. Anders als der Sintra, der auf dem Pontiac Trans Sport, Pontiac Montana, Chevrolet Venture, Oldsmobile Silhouette und der früheren Generation des Buick GL8 (für den Chinesischen Markt) aufbaute, war der Chevrolet bis auf das Logo absolut baugleich mit dem Pontiac.

Der europäische Van verfügte über abweichende Front-, Seiten- und Heckpartien und unterschied sich außerdem in den Beleuchtungseinheiten, den Sicherheitsgurten und der Sicherheitsausstattung. Die Fahrzeuge waren besonders erfolgreich in Schweden. In Europa wurde auch eine Version mit 2,3-l 4-Zylinder 16V Motor mit 108 kW (147 PS), Bj. 1993-1997 (bzw. 101 kW (137 PS), Bj. 1992/1993) angeboten. Diese Motorisierung wurde ausschließlich mit manuellem 5-Gang-Getriebe geliefert.

Sicherheitskritik

Ein Crashtest Video[1] des Trans Sport/Montana der Baujahre 1997 bis 2004 hatte massive Kritik an der Sicherheit des Wagens zur Folge:

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Pontiac Trans Sport aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Auf dieser Seite sind auch Versionen und Autorenangaben verzeichnet.